Bachelorarbeit, 2016
50 Seiten, Note: 1
1 Einführung
2 Begriffe Biographie, Biographisierung, Biographizität
2.1 Begriff der Biographie
2.2 Begriff Biographisierung
2.3 Begriff Biographizität
2.4 Gesellschaft und Biographie
2.5 Begriff der Wahrheit in der Biographieforschung
2.6 Geschichte der Biographieforschung
3 Methodologische und konzeptionelle Problemlagen der Biographieforschung
3.1 Methoden der Biographieforschung
3.2 Das narrative Interview
3.3 Merkmale des narrativen Interviews
3.4 Verlauf des narrativen Interviews
3.5 Analyseschritte des narrativen Interviews
4 Biographieforschung und Erziehungswissenschaft
4.1 PädagogInnen und die Biographiearbeit
4.2 Biographische Arbeit in der Schule
4.3 Lebenslanges Lernen und Biographie
5 Biographieforschung in der Praxis
5.1 Analyse der Biographischen Übungen von Rogal
5.2 Narratives Interview mit Frau H.
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Feld der Biographieforschung innerhalb der Erziehungswissenschaft. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, welchen Nutzen die Auseinandersetzung mit der eigenen sowie fremden Biographien für pädagogische Prozesse hat und wie sich Lebenslanges Lernen und Biographizität theoretisch und praktisch verknüpfen lassen.
1 Einführung
In der heutigen Zeit ist es aufgrund der immer stärker aufkommenden Individualisierung und Enttraditionalisierung erforderlich, sein eigenes Leben selbst in die Hand zu nehmen. Jeder Mensch hat heutzutage die Möglichkeit, sein eigenes Leben und seine Biographie selbst zu gestalten, ohne zugleich den gesellschaftlichen Normen und Werten entsagen zu müssen.
Biographie kann als Projekt des ganzen Lebens bezeichnet werden. Durch die zunehmende Individualisierung und Veränderung von Normen und Werten ist es daher von Bedeutung zu analysieren, wie Menschen ihre eigene Biographie gestalten, welche Bewältigungsstrategien sie im eigenen Leben haben, welche Wirkung das Sozium auf das Individuum hat, wie sich individuelle und soziale Strukturen vereinbaren lassen, usw. (vgl. Egger 2009, S. 2).
„Oft wenden wir uns solchen Elementen unseres biographischen Hintergrundwissens erst dann zu, wenn wir ins Stolpern geraten, an eine Kreuzung gelangt sind oder sogar das Gefühl haben, den Boden unter den Füßen zu verlieren.“ (ebd, S. 10).
Die Vorstellung, dass die Menschen eine Biographie haben, findet sich bereits in den antiken Lebensbeschreibungen. Hier werden ideale Charaktertypen präsentiert, welche didaktische Funktion haben (vgl. Alheit 2008, S. 17). Alheit beschreibt somit die biographische Handlungsautonomie, was die „bewusste Veränderung des Selbst- und Weltbezugs“ (ebd., S. 21) bedeutet.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Individualisierung und führt in das Konzept der biographischen Handlungsautonomie ein.
2 Begriffe Biographie, Biographisierung, Biographizität: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe und setzt sie in den Kontext der gesellschaftlichen Bedingungen und der historischen Entwicklung der Biographieforschung.
3 Methodologische und konzeptionelle Problemlagen der Biographieforschung: Hier werden verschiedene Forschungsmethoden, insbesondere das narrative Interview, sowie deren theoretische Fundierung und Analyseschritte detailliert erörtert.
4 Biographieforschung und Erziehungswissenschaft: Dieser Abschnitt analysiert die Wechselbeziehung zwischen Pädagogik und Biographie, inklusive praktischer Ansätze in der Schule und des Konzepts Lebenslanges Lernen.
5 Biographieforschung in der Praxis: Dieser Teil präsentiert konkrete Fallanalysen, bestehend aus der Auswertung biographischer Übungen eines Jugendlichen und einem narrativen Interview mit einer Kindergartenpädagogin.
6 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanzierung der Erkenntnisse ab und betont den Nutzen der biographischen Reflexion für die pädagogische Professionalisierung.
Biographieforschung, Erziehungswissenschaft, Biographizität, Narratives Interview, Lebenslanges Lernen, Selbstreflexion, Identitätsentwicklung, Biographische Arbeit, Qualitative Forschung, Biographie, Sozialisation, Pädagogik, Lernprozesse, Subjektivität, Lebensgeschichte.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Bedeutung der Biographieforschung innerhalb der Erziehungswissenschaft und zeigt auf, wie Individuen durch die Reflexion ihrer Lebensgeschichte Lernprozesse und ihre eigene Entwicklung aktiv gestalten können.
Zu den Kernbereichen gehören die begriffliche Klärung von Biographie und Biographizität, die methodische Anwendung narrativer Interviews sowie die praktische Anwendung biographischer Arbeit in Schule und Ausbildung.
Das Ziel ist es zu untersuchen, welchen Nutzen die Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie für das Individuum und für pädagogische Kontexte hat und wie diese als Ressource für Bildungsprozesse dienen kann.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu den theoretischen Grundlagen sowie qualitative Methoden der Biographieforschung, konkret die Analyse biographischer Übungen und die formale sowie inhaltliche Analyse eines narrativen Interviews.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zur Methodologie und Relevanz der Biographieforschung sowie einen praktischen Teil, in dem konkrete Daten (Übungen und ein Interview) analysiert werden.
Zentrale Begriffe sind Biographieforschung, Biographizität, Narratives Interview, Lebenslanges Lernen, Erziehungswissenschaft und Selbstreflexion.
Es wird als zentrale Methode vorgestellt, die es ermöglicht, die subjektive Logik und Sinnkonstruktion einer Person zu verstehen, ohne dabei stark in den Erzählfluss einzugreifen.
Sie dient als Fallbeispiel, anhand dessen die Analyseschritte nach Schütze (formale Textanalyse, strukturelle Beschreibung, analytische Abstraktion und Wissensanalyse) praktisch angewandt und illustriert werden.
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