Bachelorarbeit, 2012
56 Seiten, Note: 1,0
1. Prolog: Inszeniertes und [de]montiertes Ich – Überlegungen über die Grenzen der fotografischen Selbstinszenierung
2. Ich bin Nichts – Ein Anderer – Ich
2.1. Konträre Räume: Malerei vs. Fotografie
2.2. Trägermedium Ich
2.3. Das Rollenspiel: Ich = ein Anderer/Mehrere
2.4. Motive: Konstruiertes Ich und rekonstruierte Welten
3. Das Ich als philosophischer Gegenstand
3.1. Die Seins-Frage: Bin Ich?
3.2. Die Wesens-Frage: Wer bin Ich?
4. Das künstlerische Phänomen der Selbstinszenierung
4.1. Wiener Aktionismus, Body Art und Performance
4.2. The Cindy Shermans
5. Epilog – Über das was bleibt
6. Bibliographie
7. Abbildungen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der fotografischen Selbstinszenierung im Kontext der philosophischen Identitätsfrage. Ausgehend von der Analyse eigener künstlerischer Arbeiten, die Malerei und Fotografie verbinden, wird erforscht, wie das „Ich“ durch Rollenspiele, Medienwechsel und die konstruierte Bildsprache als komplexes, mehrfaches Phänomen dargestellt wird.
2.1. Konträre Räume: Malerei vs. Fotografie
Im dargestellten Bild trennen sich die Medien, wodurch zwei Ebenen in einem entgegengesetzten, aber dennoch symbiotischen Verhältnis, gegenüberstehen. Die Fotografie bricht mit der Malerei. Ich habe mich gefragt, ob es dieses Bruches bedarf. Wenn man in der Geschichte zurückblickt, so fällt auf, dass die Malerei die Fotografie der Vergangenheit war. So gesehen stelle ich Malerei als Malerei dar, aber mit der Malerei der Gegenwart, der Fotografie.
Die gemalten Hintergründe können nicht für sich stehen, da ihnen die Intention fehlt. Aber sie sind auch noch soweit unabhängig, dass ihr ästhetisches Potential für sich stehen kann. Aus Gründen der Einheitlichkeit verwendete ich eine expressive Malweise, welche auf eine subjektiv emotionale Ebene, vergleichbar mit der Informelmalerei, verweist. Hierbei wird einerseits die eigene emotionale Ebene für sich und die emotionale Reaktion auf das entsprechende Original versinnbildlicht. Der fotografische Vordergrund zeigt die Pose, welche sich aus einer subjektiven Interpretation des Originals speist. Die Komposition verbleibt fast wie beim Original, nur variieren die Requisiten und die Kostüme, um eine neue Positionierung gegenüber den Originalen deutlich zu machen.
Aber warum nicht nur Fotografie oder nur Malerei? Der Grund hierfür liegt darin, dass die Komponente der szenischen „In-Schau-Setzung“, die sogenannte Selbstinszenierung, den Bezug zum Themenkomplex des Theaters und des Schauspiels herstellt. Im Theater gibt es Bühnenbildmaler, welche auch fiktive Räume mit Farbe schaffen. Vor diesen Räumen bilden sich dann auch reale Bilder ab, welche als gespielte Rolle inszeniert werden. Somit stellen die Fotografien vor dem gemalten Hintergrund die Geschichten der malerischen Originalbilder in einer subjektiv interpretierten, gespielten Rolle vor einem Bühnenbild dar.
1. Prolog: Inszeniertes und [de]montiertes Ich – Überlegungen über die Grenzen der fotografischen Selbstinszenierung: Einführung in den Begriff der inszenierten Fotografie und die dreifache methodische Herangehensweise der künstlerischen Arbeit.
2. Ich bin Nichts – Ein Anderer – Ich: Analyse des Titels und Untersuchung des Verhältnisses von Malerei, Körperlichkeit, Rollenspiel sowie der Motivwahl in den eigenen Bildserien.
3. Das Ich als philosophischer Gegenstand: Reflexion über die philosophischen Grundfragen der Identität und Existenz unter Einbeziehung anthropologischer und erkenntnistheoretischer Ansätze.
4. Das künstlerische Phänomen der Selbstinszenierung: Kunstgeschichtlicher Abriss der Selbstinszenierung, von den Anfängen im Wiener Aktionismus über Body Art bis hin zu zeitgenössischen Positionen wie Cindy Sherman.
5. Epilog – Über das was bleibt: Zusammenfassende Betrachtung der identitätstheoretischen Fragestellungen und Ausblick auf die künstlerische Auseinandersetzung mit Authentizität und Reproduzierbarkeit.
Selbstinszenierung, Fotografie, Malerei, Identität, Rollenspiel, Wiener Aktionismus, Körperkunst, Performative Fotografie, Subjektivität, Künstlerische Praxis, Transformation, Maskierung, Repräsentation, Bildmontage, Moderne.
Die Arbeit befasst sich mit der künstlerischen Selbstinszenierung im Medium der Fotografie und wie das Ich durch verschiedene Rollenbilder und mediale Strategien konstruiert wird.
Die Arbeit verknüpft kunstgeschichtliche Analyse von Selbstinszenierung mit philosophischen Fragen zur Identität, zum Seins-Verständnis und zur Wirkung medialer Darstellung.
Das Ziel ist die Erforschung, wie das Künstler-Ich als Medium und Material fungiert, um Fragen nach der Identität und der (Re-)Konstruktion von Wirklichkeit in der bildenden Kunst zu beantworten.
Es wird eine Kombination aus praktischer künstlerischer Arbeit (inszenierte Fotografie) und einer begleitenden theoretischen Reflexion sowie kunsthistorischen Analyse angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der eigenen Bildserien im Kontext von Malerei und Fotografie sowie eine Untersuchung historischer und zeitgenössischer Selbstinszenierungskunst.
Kernbegriffe sind Selbstinszenierung, Identität, Rollenspiel, Wiener Aktionismus, Fotografie und Malerei.
Er dient als Ausgangspunkt für die Radikalisierung der Kunst und die Nutzung des eigenen Körpers als Aktions- und Projektionsfläche, um eine direkte Wirklichkeit zu erzeugen.
Während Cindy Sherman oft auf die betonte Fälschung und Dekonstruktion des Frauenbildes zielt, nutzt der Autor eine Verbindung von expressiver Malerei und Fotografie, um eine neue, subjektive Rollenaneignung zu schaffen.
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