Doktorarbeit / Dissertation, 2004
143 Seiten, Note: Magna cum laude
Vorbemerkung
I. Einleitung
1. Der Zusammenhang von Eigentum und Selbstbewußtsein nach Hogrebe und Metzinger und ihre Forderung einer Wissenschaft nicht-propositionaler Erkenntnisformen
2. Hogrebes Argumentation für den Zusammenhang von Eigentum und Bewußtsein: die Aufdeckung einer komplexen Metaphorik
3. Die Metapher als analogische Erkenntnisform
4. Eigentum: eine kurze Problematisierung
II. Die Metapher ‚Eigentum‘ bei Kant und Hegel
Kant
1. Einleitung und erster Überblick
2. Kants Kritische Philosophie und die Metaphorik des Eigentums
2.1. Kants Eigentums- und Aneignungstheorie
2.2. Die Kritische Philosophie im Spiegel der Eigentums-Metapher
2.2.1. Das Verständnis von Vernunft und Philosophie
2.2.2. Das Gebiet des Verstandes
- Abgrenzung
- Die Transzendentale Deduktion der reinen Verstandesbegriffe und die Rede von der ‚Meinigkeit‘ der Vorstellungen
2.2.3. Das Gebiet der praktischen Vernunft
- Abgrenzung
- Das Sittengesetz, die Freiheit und die Crux der Legitimation
Freiheit und Selbstbewußtsein
2.2.4. Zusammenschau der Gebiete im analogischen Modus der teleologischen Urteilskraft
3. Fazit
Hegel
1. Einleitung und erster Überblick
Exkurs: Die Metaphern des ‚Erwachens‘ und der ‚Erinnerung‘ im Vergleich mit dem Bild des ‚Eigentums‘
2. Eigentum und Selbstbewußtsein
2. 1. Hegels Theorie des Eigentums in der Philosophie des objektiven Geistes
2.2. Hegels Philosophie des subjektiven Geistes und die Metapher ‚Eigentum‘
2.2.1. ‚Selbstbewußtsein‘ in der Phänomenologie des Geistes der Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften
- Vom Bewußtsein zum Selbstbewußtsein
- Das Selbstbewußtsein als Begierde und das Thema Freiheit in der Epoche des Selbstbewußtseins
- Vom anerkennenden Selbstbewußtsein bis zum Ende der phänomenologischen Epoche
2.2.2. Die Metapher des Eigentums in Anthropologie und Psychologie der Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften
- Grundsätzliche Überlegungen
- Anthropologie
- Psychologie
3. Fazit
Nachtrag: Metzingers ‚Selbstmodell-Theorie der Subjektivität‘
III. Schlußbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Metapher des „Eigentums“ bei Kant und Hegel, um deren Funktion und argumentativen Stellenwert für die Theorie des Selbstbewusstseins zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Verwendung dieses Begriffs bei beiden Denkern eine genetische Fundierung des Subjekts suggeriert oder lediglich didaktische Zwecke erfüllt.
3. Die Metapher als analogische Erkenntnisform
Hogrebe hat solche Überlegungen offenbar selbst als vermeintlichen Einwand antizipiert, diesem jedoch nur einen knappen Hinweis auf seine Evaluation metaphorischen Deutens gegenübergestellt:
„Allerdings ist immer noch der Einwand denkbar, daß es sich bei diesen possessiven Wendungen nur um eine metaphorische Deutung des Selbstbewußtseins handelt, die einer genaueren Analyse nicht standhält. Indes stellt die offenkundige Unvermeidlichkeit dieser Metaphorik einen Index für immer noch wirksame Ursprünge des Selbstbewußtseins dar, die auch unsere sprachliche Selbstvergewisserung noch nicht abschütteln konnte.“ (MuM, S. 99)
Die vorweggenommene Kritik beruht auf dem Gegensatz ‚ungenauer metaphorischer Deutung‘ und ‚genauerer Analyse‘ – zu verstehen vielleicht im Sinne ‚unscharfer‘ Metaphern gegenüber abgegrenzter Begriffe – und ist jedenfalls mit der Abwertung bildhafter Formen der Sprache in einer philosophischen Untersuchung verbunden.
Die Entgegnung des Autors darauf ist keine Widerlegung, sondern deutet ein Gegenmodell an, das der Metaphorik eine besondere und ausgezeichnete Rolle für die Untersuchung zuerkennt; zugleich beinhaltet sie das Eingeständnis, daß der versuchte Zugang zum Selbstbewußtsein über das ‚Eigentum‘ ein metaphorischer Zugang ist.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftstheoretische Debatte über nicht-propositionale Erkenntnisformen ein und stellt die Grundthese der Arbeit vor, die Eigentums-Metaphorik als sprachliche Sinnkonstruktion zu hinterfragen.
II. Die Metapher ‚Eigentum‘ bei Kant und Hegel: Dieser Hauptteil analysiert, wie Kant und Hegel das Eigentumsbild in ihren jeweiligen Systemen einsetzen, wobei Kants didaktischer Ansatz Hegels methodisch-genetischem Vorgriff gegenübergestellt wird.
III. Schlußbemerkung: Das Fazit fasst zusammen, dass das Eigentums-Bild zwar zur reflexiven Beschreibung der Vernunft geeignet ist, bei beiden Philosophen jedoch keine genetische Theorie des Selbstbewusstseins ersetzen kann.
Eigentum, Selbstbewusstsein, Kant, Hegel, Metapher, Meinigkeit, Nicht-propositionales Wissen, Erkenntnistheorie, Subjektivität, Bewusstsein, Aneignung, Philosophie des Geistes, Metaphorologie, Analogie, Repräsentation
Die Arbeit untersucht die philosophische Verwendung der Metapher „Eigentum“ bei Immanuel Kant und G.W.F. Hegel im Kontext ihrer Theorien über das Selbstbewusstsein.
Im Mittelpunkt stehen die Begriffe „Meinigkeit“, „Besitz“ und „Aneignung“ sowie deren Bedeutung für das Verständnis von Subjektivität und Vernunft.
Es wird analysiert, ob das Bild des Eigentums bei Kant und Hegel als bloßes didaktisches Hilfsmittel fungiert oder ob es einen tieferen argumentativen Stellenwert für die Konstitution des Selbstbewusstseins einnimmt.
Die Autorin verwendet einen metaphorologischen Ansatz, der die Verwendung von Bildern in philosophischen Texten kritisch hinterfragt und mit modernen Theorien wie denen von Metzinger kontrastiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Kantischen Eigentumsmetaphorik (Didaktik vs. Jurisdikation) und einer Analyse von Hegels genetischem Verständnis des Eigentums als Vorgriff auf die Freiheit des Geistes.
Zentrale Begriffe sind neben „Eigentum“ und „Selbstbewusstsein“ auch „Meinigkeit“, „Metaphorik“, „analogisches Denken“ und „Nicht-Propositionalität“.
Bei Kant dient die Eigentums-Metapher vor allem didaktischen Zwecken innerhalb der Kritik der reinen Vernunft, während sie bei Hegel als methodischer Vorgriff dient, um die Entwicklung des Geistes genetisch zu konstruieren.
Metzingers „Selbstmodell-Theorie“ dient als moderner Kontrastpunkt, um zu prüfen, ob sich heutige naturalistische Ansätze zur Subjektivität ebenfalls einer Eigentums-Metaphorik bedienen, ohne dies explizit auszuweisen.
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