Bachelorarbeit, 2016
62 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Deskriptive Einführung
2.1 Vorbemerkungen
2.2 Kurzcharakterisierung der Sinti und Roma
2.3 Sinti und Roma in Deutschland: Vergangenheit und Einführung in den Status Quo
3 Darstellung der Diskriminierung von Sinti und Roma in Deutschland
3.1 Diskriminierung auf der individuellen Ebene
3.2 Diskriminierung auf der institutionellen Ebene
3.3 Diskriminierung auf der strukturellen Ebene
4 Die Wirkungszusammenhänge der antiziganistischen Vorurteilsstruktur
4.1 Grundmechanismen von Vorurteilen
4.2 Vorurteile und Stereotype des Antiziganismus
4.3 Funktionen des Antiziganismus
4.4 Zwischenfazit
5 Die Relevanz des Antiziganismus für die Soziale Arbeit
6 Antiziganismus als Auftrag Sozialer Arbeit
6.1 Gegenstand Sozialer Arbeit im Kontext des Antiziganismus
6.2 Eine Annäherung von Sozialer Arbeit und Strategien gegen Antiziganismus
6.2.1 Antiziganismus als Forschungsgegenstand Sozialer Arbeit
6.2.2 Antiziganismuskritische Praxis Sozialer Arbeit
6.2.3 Antiziganismus als Thema in der Qualifizierung Sozialer Arbeit
7 Fazit
Die Arbeit untersucht, welche Ausgrenzungs- und Abwertungsmechanismen gegenüber Sinti und Roma in der deutschen Gesellschaft existieren, wie diese in der Mehrheitsgesellschaft verankert sind und inwiefern Soziale Arbeit in diesem Kontext intervenieren kann und muss. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Hypothese, dass Antiziganismus einen eigenständigen Auftrag Sozialer Arbeit darstellt.
4.1 Grundmechanismen von Vorurteilen
Vorurteile und Ressentiments begegnen uns im täglichen Leben nicht nur im Kontext des Antiziganismus, sondern sind fester Bestandteil vieler Begegnungskategorien, in denen Abgrenzungsmechanismen wirken. Der Entstehungsprozess von Vorurteilen lässt sich in einem Drei-Schritt skizzieren (vgl. End 2012a mit Verweis auf Holz 2001, S. 37 f.).
Zunächst bedarf es der Annahme mindestens zwei homogener Gruppen, die Fremdgruppe und die Eigengruppe. Diese sich gegenüberstehenden sozialen Gruppen werden kategorisiert durch die Zuschreibung eines essentiellen Merkmals, welches als unveränderbar gilt. Dieses Merkmal kann exemplarisch als Kultur, Ethnie oder „Rasse“ codiert werden. Im zweiten Schritt des Entstehungsprozesses werden der Fremdgruppe und somit auch implizit der Eigengruppe Eigenschaften zugeschrieben, welche die Konstruktion eines Fremdbildes markieren. So lässt sich in Gegenüberstellung von Romgruppen und Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft aus dem Vorwurf „alle Roma vernachlässigen ihre Kinder“ auch immer die Annahme ableiten, dass „alle Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft ihre Kinder gut erziehen“.
Nach End gehören die Zuschreibungen der Eigenschaften der Fremdgruppe und die Aussage über die gegensätzlichen Eigenschaften der Eigengruppe stets zusammen (vgl. End 2012a S. 28 ff. und End 2015c, S. 203). Im dritten Schritt der Vorurteilsentstehung werden nun die zugewiesenen Eigenschaften und somit auch die Merkmale bewertet, wobei mehrheitlich die Eigenschaften der Eigengruppe als wünschenswerter Zustand beschrieben werden.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, stellt die Hypothese auf, dass Antiziganismus einen Auftrag Sozialer Arbeit darstellt, und erläutert die methodische Vorgehensweise.
2 Deskriptive Einführung: Dieses Kapitel bietet grundlegende Informationen zur Ethnie der Sinti und Roma, deren Geschichte und den aktuellen Status Quo in Deutschland.
3 Darstellung der Diskriminierung von Sinti und Roma in Deutschland: Hier werden Erscheinungsformen der Diskriminierung anhand der Ebenen der individuellen, institutionellen und strukturellen Diskriminierung analysiert.
4 Die Wirkungszusammenhänge der antiziganistischen Vorurteilsstruktur: Das Kapitel untersucht die Entstehungsmechanismen von Vorurteilen, deren Funktionen für die Mehrheitsgesellschaft und zieht ein Zwischenfazit.
5 Die Relevanz des Antiziganismus für die Soziale Arbeit: Dieses Kapitel stellt die besondere Bedeutung des Antiziganismus als Form des Rassismus für das professionelle Handeln in der Sozialen Arbeit heraus.
6 Antiziganismus als Auftrag Sozialer Arbeit: Der Schwerpunkt der Arbeit erörtert, wie Soziale Arbeit den Antiziganismus auf den Ebenen der Wissenschaft, Praxis und Qualifizierung aktiv bearbeiten kann.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und formuliert Postulate für die zukünftige Ausrichtung der Sozialen Arbeit im Umgang mit Antiziganismus.
Antiziganismus, Soziale Arbeit, Diskriminierung, Sinti, Roma, Vorurteilsstruktur, Rassismus, Exklusionsprozesse, Minderheiten, Selbstreflexion, Handlungsauftrag, Interventionsmaßnahmen, Stereotype, Stigmatisierung, Kritische Soziale Arbeit
Die Arbeit befasst sich mit dem gesellschaftlichen Phänomen des Antiziganismus in Deutschland und der Frage, wie die Profession Soziale Arbeit mit dieser Form der Diskriminierung umgehen sollte.
Die zentralen Felder umfassen die soziologische Diskriminierungsforschung, die historische und aktuelle Situation von Sinti und Roma sowie die Reflexion der eigenen fachlichen Handlungslogik der Sozialen Arbeit.
Das primäre Ziel ist es, den Antiziganismus als ein gesellschaftliches Problem transparent zu machen und zu belegen, dass die Auseinandersetzung damit einen notwendigen Handlungsauftrag für Soziale Arbeit darstellt.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Gliederung und stützt sich auf eine theoretische Annäherung sowie die Analyse aktueller Forschungsergebnisse, um die Komplexität der Diskriminierung zu verdeutlichen.
Der Hauptteil analysiert Diskriminierungsformen auf verschiedenen Ebenen, untersucht Vorurteilsstrukturen, definiert die Relevanz des Themas für die Soziale Arbeit und leitet konkrete Strategien für die Praxis und Qualifizierung ab.
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Antiziganismus, Diskriminierung, Soziale Arbeit, Sinti und Roma, Stigmatisierung und Exklusionsprozesse charakterisiert.
Der Begriff wird nur dann verwendet, wenn historische Bezeichnungen zitiert werden oder wenn der Schweregrad gesellschaftlich verankerter Abwertung verdeutlicht werden soll.
Die Kritische Soziale Arbeit dient als Grundlage, um Machtverhältnisse und Exklusionsstrukturen innerhalb der Profession selbst aufzudecken und zu hinterfragen, um so eine reflexivere Praxis zu ermöglichen.
Die Autorin argumentiert, dass nicht die Minderheit das Problem ist, sondern die antiziganistische Haltung der Mehrheitsgesellschaft, die zu Exklusion und Benachteiligung führt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

