Masterarbeit, 2016
92 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 HISTORISCHE SITUATION ZUR ENTSTEHUNGSZEIT VON „DURCH DIE WÜSTE“, EIN ÜBERBLICK
2.1 ISLAMKUNDE UND ORIENTALISTIK ZUR ZEIT MAYS
2.2 DER DEUTSCHE ORIENTALISMUS
2.3 DIE ORIENTALISTEN UND AFRIKAREISENDEN IM DIENST DES DEUTSCHEN REICHES
2.4 PRÄSENZ DER KOLONIALMÄCHTE ENGLAND UND FRANKREICH UND DEUTSCHE AMBITIONEN
2.5 DAS STREBEN ÄGYPTENS NACH EIGENSTÄNDIGKEIT
2.6 DER ABENTEUERROMAN IM 19. JH. UND KARL MAY: ALLGEMEINE CHARAKTERISTISCHE ZÜGE
3 DER ROMAN „DURCH DIE WÜSTE“
3.1 ZUR PERSON DES AUTORS
3.2 AUFBAU DES ROMANS „DURCH DIE WÜSTE“
3.3 DIE DARSTELLUNG DER ARABER IM ROMAN „DURCH DIE WÜSTE“
3.4 DIE CHARAKTERISIERUNG KARA BEN NEMSIS
3.5 DIE ANDEREN VÖLKER
3.6 HADSCHI HALEF OMAR ALS BILD FÜR DIE ARABER BZW. DIE MUSLIME
3.7 KARA BEN NEMSI IM VERGLEICH MIT HALEF OMAR
4 ISLAMBILD IM ROMAN
4.1 MISSIONIERUNGSVERHALTEN DES ROMANHELDEN IM LAND DER ARABER
4.2 MAYS DARSTELLUNG DER ISLAMISCHEN LEHRE
4.3 DIE GEGENÜBERSTELLUNG VON ISLAM UND CHRISTENTUM UND DAS BILD DER 'ORIENTLISCHEN FRAUEN'
5 ZU DEN QUELLEN VON KARL MAY
5.1 DIE REISEBERICHTE VON ALFRED BREHM
5.2 DIE REISEBERICHTE VON GERHARD ROHLFS
5.3 QUELLEN ZUM ISLAMBILD
6 VERSCHIEDENE DEUTUNGEN VON MAYS ROMAN
6.1 DEUTUNGEN VON MAYS ROMANEN ALS ABENTEUERLITERATUR
6.2 BESONDERE PSYCHOLOGISCHE DEUTUNG VON MAYS ROMANEN, EINE AUSWAHL
7 DIE BOTSCHAFT KARL MAYS: TOLERANZ ODER AUSDRUCK VON IMPERIALISTISCHEN IDEEN?
7.1 DIE DISKREPANZ ZWISCHEN KARA BEN NEMSI UND SEINER UMWELT
7.2 MAYS ORIENTDARSTELLUNG
7.3 VERSCHIEDENE BEURTEILUNGEN DER IMPERIALISTISCHEN TENDENZEN IN MAYS WERK
8 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild des Orients und der Araber im Roman „Durch die Wüste“ von Karl May, um zu analysieren, inwiefern Mays Darstellung eine neutrale Beschreibung ist oder ob sie von kolonialen Vorurteilen und eurozentrischen Stereotypen der damaligen Zeit dominiert wird.
1 Einleitung
Tief über die Mähne der Pferde gebückt, mit wilden, schwarzen Gesichtern und geschwungenen Säbeln, so stürmen die arabischen Reiterschwärme über das menschenverlassene Land. Unter den trommelnden Hufen krümmt sich die gepeinigte Erde. Zerstampft sind die Äcker, niedergewalzt die Behausungen der Menschen. Kein Halm bleibt, wo der heillose Wüstenspuk vorüberbraust . . . 1
Mit diesen düsteren Worten beschreibt Sigrid Hunke in ihrem Buch „Allahs Sonne über dem Abendland“ aus dem Jahr 1960 das Araberbild, das sie als in den deutschen Schulen ihrer Zeit vorherrschend betrachtet. Dieses Bild hat eine lange Tradition. Im vorletzten Jahrhundert assoziierte man im Westen mit dem Orient, der in seinem weitreichenden Sinn den Raum von China bis zum südlichen Mittelmeerraum umfasst,2 etwas Mysteriöses auch eine Welt der Illusionen, der Liebe, des Vergnügens oder des absolut Bösen.3 Dieses Bild war und ist diskussionswürdig. Die wissenschaftliche Betrachtung des Orients stand zu Beginn der Eroberung des Orients durch den Westen noch im Hintergrund. Stattdessen wurden die islamischen Länder nach der napoleonischen Invasion Ägyptens 1798 noch als eine Art Übungsfeld, Laboratorium und Schauplatz für den Sieg des westlichen Wissens über den Orient betrachtet.4 Erst im Laufe der Zeit veränderte sich der Blick zu einer wissenschaftlichen Untersuchung des Orients.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik des durch Vorurteile geprägten Araberbildes im Werk Karl Mays ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 HISTORISCHE SITUATION ZUR ENTSTEHUNGSZEIT VON „DURCH DIE WÜSTE“, EIN ÜBERBLICK: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftshistorischen Kontext der Orientalistik im 19. Jahrhundert und die Rolle deutscher Expeditionen im Zuge imperialistischer Ambitionen.
3 DER ROMAN „DURCH DIE WÜSTE“: Hier wird der Roman inhaltlich vorgestellt, die Hauptfiguren analysiert und ihre Interaktion sowie die Darstellung der fremden Völker untersucht.
4 ISLAMBILD IM ROMAN: Dieses Kapitel untersucht die Art und Weise, wie May den Islam und dessen Verhältnis zum Christentum darstellt und missionarische Züge in der Romanhandlung aufzeigt.
5 ZU DEN QUELLEN VON KARL MAY: Die Arbeit analysiert die Einflüsse von Reiseberichten (u.a. Brehm und Rohlfs) auf das Orientbild in Mays Romanen.
6 VERSCHIEDENE DEUTUNGEN VON MAYS ROMAN: Hier werden unterschiedliche literaturwissenschaftliche und psychologische Ansätze zur Interpretation von Mays Werk diskutiert.
7 DIE BOTSCHAFT KARL MAYS: TOLERANZ ODER AUSDRUCK VON IMPERIALISTISCHEN IDEEN?: In diesem Hauptkapitel wird die zentrale Frage erörtert, ob May koloniale/imperialistische Ideologien reproduziert oder tatsächlich Toleranz und Völkerverständigung propagiert.
8 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Roman vorurteilsbehaftete Denkstrukturen transportiert.
Karl May, Durch die Wüste, Orientalismus, Araberbild, Kara Ben Nemsi, Hadschi Halef Omar, Kolonialismus, Imperialismus, Islam, Christentum, Reiseberichte, Alfred Brehm, Identitätsbildung, Alterität, Abenteuerliteratur
Die Masterarbeit untersucht das Bild des Orients und der arabischen Bevölkerung in Karl Mays Roman „Durch die Wüste“ und analysiert, inwiefern dieses Bild von zeitgenössischen kolonialen Stereotypen geprägt ist.
Zentrale Themen sind der historische Kontext der Orientalistik, die Darstellung der Romanfiguren, das Verhältnis zwischen Islam und Christentum, die Nutzung von Quellen aus Reiseberichten sowie die kritische Reflexion imperialistischer Tendenzen in Mays Werk.
Ziel ist es zu klären, ob Karl May den Orient neutral darstellt oder ob er im Zuge seiner Abenteuerromane Vorurteile und eurozentrische Überlegenheitsgefühle transportiert.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der der Roman mit zeitgenössischen orientalistischen Diskursen und tatsächlichen Reiseberichten der damaligen Zeit verglichen wird.
Der Hauptteil analysiert den historischen Hintergrund, die Charakterisierung der Protagonisten, das verzerrte Islam-Bild, die Quellenrecherche sowie verschiedene Interpretationsansätze zur Abenteuerliteratur und zur politischen Botschaft des Romans.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Orientalismus, Kolonialismus, Karl May, Identitätsbildung, Alterität und die Analyse von Stereotypen in der Literatur.
Kara Ben Nemsi fungiert im Roman als moralischer und intellektueller Überbringer westlicher Werte, der in Konflikten meist als Sieger hervorgeht und somit eine eurozentrische Dominanz gegenüber der orientalischen Kultur festigt.
Die Peitsche wird bei May – im Gegensatz zur ursprünglichen Funktion als Mittel zur Abwehr bei Brehm – als ein Instrument der Macht und kulturellen Überlegenheit eingesetzt, um Achtung und Gehorsam in der orientalischen Umgebung zu erzwingen.
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