Bachelorarbeit, 2015
66 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Die Entwicklung des Reality TV Formats
Von der Talkshow zum Hybridgenre Reality TV
Charakteristika und Subgenres
2. Voyeurismus: Die psychoanalytische Filmtheorie in Anlehnung an Freud
Der imaginäre Signifikant: CHRISTIAN METZ über die Skopophilie
Visuelle Lust und narratives Kino: LAURA MULVEY über Fetischismus und voyeuristischen Sadismus
3. Strategien der lustvollen Betrachtung am Beispiel von Reality TV
Followed Reality: Newtopia
Planned Reality: Köln 50667
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, inwieweit das Reality-TV-Format voyeuristische Sehsituationen fördert, indem sie psychoanalytische Filmtheorien von Christian Metz und Laura Mulvey auf moderne Sendeformate anwendet. Ziel ist es, die medienästhetischen Inszenierungsstrategien von Reality-Sendungen zu analysieren und zu prüfen, ob diese beim Zuschauer eine voyeuristische Lust auslösen, die mit der klassischen Kinorezeption vergleichbar ist.
Die visuelle Lust am imaginären Signifikanten Fernsehen
Die Tatsache, dass der Film, das Fernsehen, die Zeitung sowie die Medien im Allgemeinen vielfach mit visuellen Reizen operieren, wird beim Betrachten der genannten Medien deutlich. Man denke nur an die audiovisuelle Gestaltung von Werbung, an die Fernsehnachrichten oder aber an die von Pressefotos begleiteten Artikel unterschiedlicher Zeitungen. Durch gewisse Inszenierungsstrategien versuchen die Medien offenbar eine Art Schaulust und Neugier beim Betrachter auszulösen. Bereits 1905 thematisiert SIGMUND FREUD das Phänomen der Schaulust, welche für ihn gleichgestellt ist mit dem ‚Wisstrieb‘ (Vgl. Freud, Kapitel 14). Den Voyeurismus hebt Freud von der sogenannten Schaulust ab, denn ersteren ordnet er den Perversionen zu, welche durch das „Verweilen bei den intermediären Relationen zum Sexualobjekt“ (Freud, Kapitel 3) gekennzeichnet sind. Im Unterschied zur normalen Schaulust, welche laut FREUD im Dienste des Erreichens des Sexualziels stünde (Vgl. Eisentraut 2009, 424f.), sei das voyeuristische Schauen insofern pervers, da hierbei das Auge anstelle der Haut zur erogenen Zone würde (Vgl. Freud, Kapitel 6). Das Auge scheint also die von FREUD beschriebene intermediäre Relation, demnach die vermittelnde Beziehung zwischen dem schauenden Subjekt und dem (Sexual)-Objekt zu sein. Nur die Scham, so schreibt FREUD, sei ‚die Macht‘, die der Schaulust entgegensteht und diese aufheben kann (Vgl. Freud, Kapitel 3).
Einleitung: Beschreibt den Wandel des deutschen Fernsehmarktes seit den 1980er Jahren hin zu privatem Unterhaltungsfernsehen und der damit verbundenen Privatisierung und Emotionalisierung.
1. Die Entwicklung des Reality TV Formats: Analysiert den Übergang von Talkshows zu hybriden Reality-Formaten und erläutert die Genrefamilie des Reality TV.
2. Voyeurismus: Die psychoanalytische Filmtheorie in Anlehnung an Freud: Erörtert die theoretischen Grundlagen des voyeuristischen Blicks anhand der Arbeiten von Christian Metz und Laura Mulvey.
3. Strategien der lustvollen Betrachtung am Beispiel von Reality TV: Untersucht anhand konkreter Beispiele, wie durch Inszenierungstechniken eine voyeuristische Schaulust adressiert wird.
Fazit: Reflektiert die Ergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass die "Lust nach authentischer Inszenierung" das zentrale Merkmal des Reality TV im Hinblick auf den Voyeurismus darstellt.
Reality TV, Voyeurismus, Psychoanalyse, Christian Metz, Laura Mulvey, Skopophilie, Inszenierungsstrategien, Fernsehen, Medienwissenschaft, Privatisierung, Emotionalisierung, Newtopia, Köln 50667, Skandalisierung, Medienästhetik.
Die Arbeit analysiert, ob und wie Reality-TV-Formate voyeuristische Schaulust beim Publikum erzeugen können.
Die Themen umfassen die mediale Inszenierung von Privatheit, die psychoanalytische Filmtheorie und die Abgrenzung verschiedener Reality-TV-Genres.
Das Ziel ist die Anwendung filmtheoretischer Voyeurismus-Konzepte auf aktuelle Reality-TV-Produktionen, um deren Wirkmechanismen zu verstehen.
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Untersuchung, die filmtheoretische Literatur mit einer medienästhetischen Analyse ausgewählter Formate kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung und eine praktische Analyse der Sendungen "Newtopia" und "Köln 50667".
Wesentliche Begriffe sind Voyeurismus, Skopophilie, Reality TV, Inszenierung und Medialisierung.
Es wird so bezeichnet, da es den täglichen Ereignissen der Akteure folgt, ohne einer strikten, vorab geplanten fiktionalen Dramaturgie zu unterliegen.
"Planned" Reality wie "Köln 50667" nutzt ein festes Drehbuch, um dramatische Strukturen gezielt zu erzeugen.
Weil das Format weniger inszeniert ist und die ständige Präsenz der Kameras sowie das Wissen der Kandidaten darum das Eintauchen in eine "private Welt" erschweren.
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