Bachelorarbeit, 2014
71 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Die Psychotherapieforschung
2.2 Die Prozess-Outcome-Forschung
2.3 Die Therapeutenvariable
2.4 ThId, TASC und ThAt
2.5 Fragestellung
3 Methode
3.1 Stichprobe und Design
3.2 Fragebogen
3.3 Ablauf der Untersuchung
3.4 Statistische Analyse
4 Ergebnisse
4.1 Vorbemerkungen
4.2 Berufliche Erfahrung
4.3 Theoretische Orientierung
4.4 Therapeutischer Stil und Annahmen über Psychotherapie und Persönlichkeit
4.5 Freie Assoziationen
4.6 Annahmen, Methoden und Indikationen der Körperpsychotherapie
5 Diskussion
5.1 Ziele und Ergebnisse der Untersuchung
5.2 Beitrag der Ergebnisse zur Prozess-Outcome-Forschung
5.3 Grenzen der Untersuchung
5.4 Fazit
Die Arbeit untersucht in einer explorativen Studie die therapeutische Haltung von Körperpsychotherapeuten, um charakteristische Merkmale zu identifizieren und einen Beitrag zur Prozess-Outcome-Forschung in diesem Bereich zu leisten.
2.3 Die Therapeutenvariable
In der Psychotherapieforschung wird der Begriff Therapeutenvariable verwendet, um die Merkmale des Therapeuten zusammenzufassen, die eine mögliche Wirkung auf das Therapieergebnis haben. Die Therapeutenvariable kann nach Tscheulin (1982) als Sammelbegriff für die vielfältigen theoretischen und empirischen Versuche verstanden werden, therapeutische Merkmale zu isolieren und zu beschreiben. Der Begriff Therapeut bezieht sich auf die soziale Rolle als Helfer, wobei nach Tscheulin das Maß der Professionalisierung und die Eigenverantwortlichkeit häufig offen bleibt bzw. selbst wieder zum variablen Merkmal wird. Der Begriff Variable bezieht sich auf die veränderliche Merkmalsausprägung oder auf die veränderliche Bedeutung des Therapeutenmerkmals, wenn es in Zusammenhang mit weiteren Größen betrachtet wird. (ebd.)
Zu Beginn der Psychotherapieforschung wurden nach Beutler, Malik, Alimohamed, Harwood, Talebi, Noble und Wong (2013) verschiedene Eigenschaften des Therapeuten als sehr bedeutsam angesehen, um ein besseres Verständnis der Wirkmechanismen des Outcomes zu gewinnen. In der Folgezeit richtete sich allerdings das Forschungsinteresse mehr auf die Ergebnisforschung und den Vergleich verschiedener Therapieformen. Die Phase der differentiellen Psychotherapie-Effizienz-Forschung ließ zwar das Interesse erneut aufkommen, doch in den letzten zwei Dekaden lag die Betonung der Psychotherapieforschung vor allem auf randomisierten klinischen Stichproben und spezifischen Therapiemodellen, sodass daraus eine abnehmende Beachtung gesonderter Therapeutenvariablen resultierte (ebd.). Dennoch sind viele Fragen über Wirkmechanismen des Therapeuten nicht zufriedenstellend beantwortet oder gar unbeantwortet. Die Isolation einzelner Therapeutenvariablen ist häufig sehr künstlich, denn in Wirklichkeit überlappen sich diese stark und stehen in engen Wechselwirkungen miteinander. Darüber hinaus stehen sie mit weiteren Größen wie den Patientenvariablen oder der therapeutischen Beziehung in einem engen Zusammenhang. Dies macht die Erforschung der Therapeutenvariablen mitunter relativ schwierig, zumal finanzielle Unterstützungen für aufwendige Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet zumeist rar sind.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Therapeutenvariable für den Therapieerfolg und stellt die Forschungsfrage nach den spezifischen Merkmalen der therapeutischen Haltung in der Körperpsychotherapie.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklung der Psychotherapieforschung, die Prozess-Outcome-Forschung und das Konstrukt der therapeutischen Haltung.
3 Methode: Die Methodik beschreibt die Durchführung der explorativen Online-Fragebogenstudie mit 52 Körperpsychotherapeuten und die Modifikation des ThAt-Fragebogens.
4 Ergebnisse: Hier werden die deskriptiven statistischen Ergebnisse zur beruflichen Erfahrung, theoretischen Orientierung sowie zur therapeutischen Haltung der Befragten präsentiert.
5 Diskussion: Das letzte Kapitel diskutiert die Ergebnisse, stellt die Hypothesengenerierung vor und reflektiert die Grenzen der Untersuchung sowie das Fazit für die Praxis.
Therapeutenvariable, Körperpsychotherapie, therapeutische Haltung, Psychotherapieforschung, Prozess-Outcome-Forschung, TASC, ThAt, therapeutische Beziehung, Wirkfaktoren, Online-Fragebogen, explorative Studie, psychotherapeutische Identität, therapeutischer Stil, Körperarbeit, Versorgungsforschung.
Die Arbeit untersucht explorativ, welche charakteristischen Merkmale die therapeutische Haltung von Körperpsychotherapeuten prägen.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Psychotherapieforschung, die Rolle des Therapeuten im Behandlungsprozess und die spezifische Identität sowie Haltung von Körperpsychotherapeuten.
Das primäre Ziel ist es, spezifische Charakteristika der therapeutischen Haltung in der Körperpsychotherapie mittels Fragebögen zu explorieren und eine Hypothese zur Wirksamkeit der therapeutischen Beziehung zu generieren.
Es wurde eine deskriptive, explorative Online-Fragebogenstudie unter Verwendung modifizierter TASC-Skalen durchgeführt.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Hintergrund, die methodische Vorgehensweise, die deskriptive Ergebnisanalyse sowie die Diskussion der Ergebnisse.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Therapeutenvariable, Körperpsychotherapie, therapeutische Haltung, TASC, ThAt und Prozess-Outcome-Forschung.
Der ursprüngliche Fragebogen (ThAt) ist stark auf psychoanalytische Settings ausgerichtet; für die Körperpsychotherapie wurden die Items daher angepasst, um die Besonderheiten dieser Richtung abzubilden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die therapeutische Beziehung und die damit verbundene Freundlichkeit als wesentliche Wirkfaktoren in der Körperpsychotherapie angesehen werden.
Die Körperpsychotherapie integriert neben der verbalen und emotionalen auch die körperliche Ebene explizit in den psychotherapeutischen Prozess.
Der Autor weist darauf hin, dass die Körperpsychotherapie trotz ihrer Wirksamkeit und ihres hohen Bedarfs bei psychosomatischen Störungen bisher nicht als Kassenleistung anerkannt ist, was die Situation für viele Therapeuten erschwert.
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