Bachelorarbeit, 2014
51 Seiten, Note: 3,0
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einführung: Umwelt-/Klimaveränderungen als Determinanten von Migrationsprozessen?
2. Migration im Kontext von Umweltveränderungen
2.1. Nexus von Migration und Umwelt
2.1.1. Dimensionen (umweltbedingter) Migration
2.1.2. Definitionen und Konzepte
2.1.3. Zahlen und Prognosen
2.1.4. Exkurs: Umweltmigration aus sozialwissenschaftlicher Perspektive
2.2. Politischer Umgang und Verantwortung
2.2.1. Governance von Umweltmigration
2.2.2. Perspektiven und Forderungen
3. Fallbeispiel: Die Situation am Merapi (Indonesien)
3.1. Der Merapi in Indonesien als Risikoraum
3.1.1. Naturgefahr: Tektonik, Topographie und Klima
3.1.2. Bevölkerungsproblematik
3.1.3. Politische, wirtschaftliche Abhängigkeiten und Fehlentwicklungen
3.1.4. regionale Strategien der Katastrophenvorsorge
3.2. Migration am Merapi im Kontext von Naturkatastrophen – Flucht, Vertreibung oder Adaptation ?
4. Fazit und Ausblick : Von ,,Umweltflüchtling’’ hin zu ,,Mobilität im Kontext von Umweltveränderungen’’??
Diese Bachelorarbeit analysiert kritisch den Zusammenhang zwischen Migrationsprozessen und Umweltveränderungen, indem sie die Multikausalität von Migrationsursachen untersucht und die Wirksamkeit politischer Handlungsansätze reflektiert. Das primäre Ziel ist es, unter Einbeziehung einer Risikoanalyse des Vulkans Merapi in Indonesien zu klären, ob von einem einfachen Wirkungsmodell zwischen Umweltveränderung und Migration gesprochen werden kann.
2.1.1. Dimensionen von (umweltbedingter) Migration
Um die Zusammenhänge zwischen Umwelt und Migration besser beschreiben zu können, müssen die unterschiedlichen Dimensionen, die zur Abgrenzung und Bestimmung des Phänomens beitragen, in ihrer Vielfalt aufgeschlüsselt werden. Migration als komplexe räumliche Bevölkerungsmobilität enthält einige Grundkonstanten (Distanz, Dauer, Richtung, Freiwilligkeit der Migration etc.), zwischen denen unterschieden werden kann, um die Wanderungsbewegungen besser klassifizieren zu können. Die Schwierigkeiten dabei tauchen nicht nur bei solcher Migration auf, die durch Umwelt und Klima motiviert wird (HILLMANN 2007: 24).
Um der zu untersuchenden Komplexität des Wirkungsgefüges von Umwelt und Migration Rechnung zu tragen, muss zunächst geklärt werden, was unter Umwelt und unter Klimawandel als migrationsauslösendem Faktor zu verstehen ist. Der Weltklimarat IPCC definiert Klimawandel als die klimatischen Veränderungen, die sich sowohl auf natürliche als auch anthropogene Ursachen beziehen. Dabei werden jedoch extreme Katastrophenereignisse wie Vulkanausbrüche oder Überflutungen vernachlässigt und somit liegt der Gesichtspunkt auf langfristigen Ereignissen. Menschliche Einflüsse verstärken demnach die natürlichen Klimaveränderungen (IPCC 2007: 667). Jedoch liegt hier die Problematik für das Konzept ,,klimabedingter Migration“, weil geophysikalische Ereignisse, die nicht auf den Klimawandel oder den Menschen zurückzuführen sind, durchaus Realität sind und folglich auch Flucht- oder Wanderungsbewegungen induzieren.
1. Einführung: Umwelt-/Klimaveränderungen als Determinanten von Migrationsprozessen?: Dieses Kapitel führt in die aktuelle mediale und wissenschaftliche Debatte um Umweltflucht ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Kausalität zwischen Umweltveränderungen und Migration.
2. Migration im Kontext von Umweltveränderungen: Hier werden theoretische Konzepte, Definitionen und die Schwierigkeiten der Quantifizierung von Umweltmigration erörtert, ergänzt durch einen Exkurs in die sozialwissenschaftliche Perspektive.
2.1. Nexus von Migration und Umwelt: Dieser Abschnitt beleuchtet die komplexen Wirkungsgefüge und Dimensionen, die zur Klassifizierung umweltbedingter Wanderungsbewegungen herangezogen werden.
2.2. Politischer Umgang und Verantwortung: Das Kapitel analysiert internationale Strategien, Governance-Strukturen sowie die bestehenden rechtlichen Schutzlücken für Umweltmigranten.
3. Fallbeispiel: Die Situation am Merapi (Indonesien): Diese Fallstudie wendet die theoretischen Erkenntnisse auf den Hochrisikovulkan Merapi an, um die regionale Dimension von Risiko und Verwundbarkeit zu untersuchen.
3.1. Der Merapi in Indonesien als Risikoraum: Hier werden die naturräumlichen, demografischen und sozioökonomischen Gegebenheiten des Untersuchungsgebietes analysiert.
3.2. Migration am Merapi im Kontext von Naturkatastrophen – Flucht, Vertreibung oder Adaptation ?: Dieses Kapitel beantwortet die spezifische Forschungsfrage, ob die Bevölkerung am Merapi als "trapped population" agiert oder ob staatliche Umsiedlungsprogramme erfolgreich als Adaptation fungieren.
4. Fazit und Ausblick : Von ,,Umweltflüchtling’’ hin zu ,,Mobilität im Kontext von Umweltveränderungen’’??: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für eine Abkehr von vereinfachenden Kategorien hin zu einem differenzierteren Mobilitätsbegriff.
Umweltmigration, Klimaflucht, Merapi, Risikoraum, Vulnerabilität, Resilienz, Migration, Katastrophenvorsorge, Adaptation, Bevölkerungsproblematik, Governance, Multikausalität, Trapped population, Umsiedlung, Nachhaltigkeit.
Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern Umwelt- und Klimaveränderungen als primäre Ursachen für Migrationsprozesse betrachtet werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Umweltmigration, der politischen Governance, der Risikoanalyse und der Fallstudie zur Situation am Vulkans Merapi.
Das Ziel ist die kritische Reflexion des Wirkungsmodells "Umwelt macht Migration" unter Berücksichtigung multikausaler Zusammenhänge.
Es wird ein transdisziplinärer Ansatz verfolgt, der theoretische Konzepte der Migrationsforschung mit einer regionalen Risikoanalyse verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Migrationsdimensionen und eine detaillierte Fallstudie zu Naturgefahren und Bevölkerungsschutz in Indonesien.
Zentrale Begriffe sind Umweltmigration, Vulnerabilität, Adaptation, Risikoraum, Resilienz und Governance.
Der Merapi ist ein Hochrisikovulkan, der eine besonders hohe soziale Verwundbarkeit und komplexe staatliche Umsiedlungsprogramme aufweist, was ihn ideal für die Analyse von Anpassungsstrategien macht.
Die Autorin stellt fest, dass diese Programme oft auf Widerstand in der Bevölkerung stoßen, da sie ökonomische und soziale Faktoren, wie die starke Heimatverbundenheit, vernachlässigen.
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