Magisterarbeit, 2015
62 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1. Methode
1.2. Forschungsfragen
1.2.1 Die Herausforderungen unserer Zeit: Politische Verantwortung
1.2.2 Die Herausforderungen unserer Zeit: Flucht in die Fremde
1.2.3 Über die Freiheit von Werten: Herrschen und Wirtschaften ohne Werte?
1.3. Worum es hier geht
2. Die globale Wirtschaft: Die Herrschaftsform unserer Zeit?
2.1. Freier Markt, unfreie Menschen
2.1.1 Spekulation mit Nahrungsmitteln
3. Globalisierung und Staat: Herrschaft im Wandel
3.1. Der Staat und seine Aufgaben
3.2. Staat und Zivilist
3.3. Die Krise des Nationalstaates
3.3.1 Staat und Identität
3.3.2 Staat und Untergang
4. Resümee
Die Arbeit untersucht kritisch die ethischen und philosophischen Dimensionen im Umgang mit Schutzsuchenden vor dem Hintergrund der globalisierten Welt, politischer Verantwortung und ökonomischer Interessen. Sie fragt dabei nach der Rolle des Nationalstaates sowie der Bedeutung menschlicher Werte in einer Zeit, in der ökonomische Sachzwänge und globale Machtstrukturen zunehmend die Handlungsspielräume der Politik einschränken und humanitäre Prinzipien in Frage stellen.
1.2.1 Die Herausforderungen unserer Zeit: Politische Verantwortung
Besteht zwischen den Begriffen „Werte“ und „Herrschaft“ eine Wechselbeziehung? Wenn nein: Wäre eine solche sinnvoll? Wenn ja: Wie ist ihr Verhältnis zu Anspruch und politischer Praxis?
Wir haben uns heute mit mehreren Dilemmata zu beschäftigen: Militärische Konflikte, bei denen die Grenzen zwischen Soldat und Zivilist mehr und mehr verschwimmen; eine übermächtige Finanzindustrie, von der ganze Staaten (siehe Griechenland) abhängig zu sein scheinen; eine zunehmende ideologische Reduktion des Staates auf ökonomische Größen bei gleichzeitiger Verarmung seiner sozialen Aufgaben; eine westliche Globalisierung mit der Tendenz, alles Individuelle und Einzigartige zu vereinnahmen und zu verwässern oder zu zerstören; eine westliche Industriegesellschaft, welche sich dagegen wehrt, die Konsequenzen aus ihrer (je nach Betrachtung) jahrzehntelangen bis jahrhundertelangen (Wirtschafts-) Politik zu ziehen – mit erschütternden bis beschämenden Folgen für unzählige Betroffene und schließlich Flüchtlinge, die bei uns in Europa Schutz suchen; ein Kreis scheint sich zu schließen.
Aktuell erleben wir eine Zeit, in der die politische Praxis führender Politiker in Österreich, in Europa, aber auch anderswo auf der Welt feinfühlige Menschen erschaudern lässt. Soziale Errungenschaften, die einmal hart erkämpft wurden, werden wieder in Frage gestellt; die Staatsausgaben für sozial Schwache werden gekürzt (Beispiel: die Kürzung des Sozialbudgets im österreichischen Bundesland Steiermark um 50% in den letzten beiden Legislaturperioden), ebenso wenig werden die Staatsausgaben für Bildung den Erfordernissen einer modernen Zeit angepasst. Gleichzeitig erleben wir ein immer weiteres Auseinanderklaffen der Einkommensschere zwischen „Arm“ und „Reich“, Einkommen aus Kapital bleiben und werden immer ertragreicher als Lohnarbeit.
1. Einleitung: Die Einleitung legt die essayistische Methode der Arbeit dar und führt in die zentralen Dilemmata der Gegenwart, insbesondere die Spannung zwischen politischen Werten und ökonomischer Praxis, ein.
2. Die globale Wirtschaft: Die Herrschaftsform unserer Zeit?: Dieses Kapitel analysiert, wie ökonomische Interessen und der „Freie Markt“ soziale Errungenschaften untergraben und wie insbesondere die Nahrungsmittelspekulation die Existenzgrundlagen in vielen Teilen der Welt gefährdet.
3. Globalisierung und Staat: Herrschaft im Wandel: Der Hauptteil untersucht die Veränderung der Aufgaben des Nationalstaates, das schwindende Verhältnis zwischen Zivilisten und Soldaten sowie die fundamentale Krise des Nationalstaates durch globale, oft intransparente Machtstrukturen.
4. Resümee: Das Resümee fasst die Argumentation zusammen und plädiert für eine Neubesinnung auf menschliche Werte, die über nationale und ökonomische Interessen hinausgehen und eine solidarische Weltgesellschaft ermöglichen.
Globalisierung, Nationalstaat, Flüchtlinge, Menschenrechte, Politische Verantwortung, Taktischer Humanismus, Ökonomie, Soziale Gerechtigkeit, Zivilgesellschaft, Werteverlust, Fluchtursachen, Solidarität, Machtstrukturen.
Die Arbeit befasst sich mit den ethischen und philosophischen Herausforderungen im Umgang mit Schutzsuchenden in einer zunehmend globalisierten Welt, in der soziale Werte oft ökonomischen Zwängen untergeordnet werden.
Zu den zentralen Themen gehören die Kritik an globalen Wirtschaftsstrukturen, die Rolle und Krise des modernen Nationalstaates, die Auswirkungen der Globalisierung auf die Menschenrechte sowie die politische Instrumentalisierung von Fluchtbewegungen.
Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, wie politische Verantwortung und humanitäre Prinzipien in einer von Machtinteressen und ökonomischer Gewinnmaximierung geprägten Welt bewahrt werden können.
Der Autor wählt eine essayistische Schreibweise, die bereits publizierte wissenschaftliche Literatur und aktuelle gesellschaftspolitische Phänomene verknüpft, um bisher wenig beachtete Zusammenhänge aufzuzeigen.
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der globalen Wirtschaft, die Aushöhlung des Sozialstaates, die sich wandelnde Rolle des Nationalstaates im Kontext von Krieg und Terror sowie die Identitätskrise von Staaten gegenüber globalen „grauen Welten“.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Globalisierung, Nationalstaat, Menschenrechte, Solidarität und Taktischer Humanismus charakterisieren.
Der Begriff beschreibt einen Ansatz, der über starre nationale Identitäten hinausgeht und zur Selbstreflexion sowie zum bedingungslosen Respekt gegenüber allen Menschen aufruft, um Lösungen für globale Krisen jenseits von Bürokratie und Ausgrenzung zu finden.
Der Autor sieht den Nationalstaat in einer Bedrohungslage: Er verliert einerseits an Handlungsfähigkeit gegenüber globalen Konzernstrukturen und versucht andererseits, sich durch Abschottung und Kriminalisierung von Schutzsuchenden nach außen zu legitimieren, anstatt humanitäre Lösungen zu suchen.
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