Diplomarbeit, 2009
111 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Irreguläre Migration in Deutschland
2.1 Begriffserklärungen
2.1.1 Kategorien des illegalen Aufenthalts
2.2 Migrationsursachen und -motive – Der Weg in die Illegalität
2.2.1 Der (Flucht-)Weg in die Illegalität
2.3 „Fakten und Zahlen“
2.3.1 Umfang der irregulären Bevölkerungsgruppe
2.3.2 Nationale Zusammensetzung
2.3.3 Geschlechter- und Altersverteilung
2.3.4 Räumliche Verteilung
2.4 Politische Maßnahmen gegen irreguläre Migration
2.4.1 … in Deutschland
2.4.2 … in der EU
3. Standards aus der Fachdebatte zum sozialpädagogischen Handeln
3.1 Lebensweltorientierung
3.1.1 Theoretischer Hintergrund des Konzepts Lebensweltorientierung
3.1.2 Aufgaben und Strukturen des Konzepts Lebensweltorientierung
3.1.3 Sozialpädagogisches Handeln / Strukturiertes Handeln
3.1.4 Bedeutung des Konzepts Lebensweltorientierung für die Soziale Arbeit mit irregulären Migranten
3.2 Lebensbewältigung
3.2.1 Theorie des Konzepts Lebensbewältigung
3.2.2 Bedeutung des Konzepts Lebensbewältigung für die Soziale Arbeit mit irregulären Migranten
4. Zur Lebenssituation von irregulären Einwanderern
4.1 Rechtliche Situation
4.2 Wohnsituation
4.3 Arbeit
4.3.1 Arbeitsbereiche
4.3.2 Die Vorzüge illegaler Beschäftigung - (nicht nur) für Arbeitgeber
4.3.3 Netzwerke und Zugang für den illegalen Arbeitsmarkt
4.3.4 Schwierigkeiten und Nachteile für illegal Beschäftigte ohne Aufenthaltsstatus
4.4 Gesundheitsversorgung
4.5 Die soziale Situation
4.6 Die Situation von Frauen
4.6.1 Prostitution und Frauenhandel
4.6.2 Dienstmädchen und Kinderbetreuung in Privathaushalten
4.6.3 Schwangerschaft und Geburt eines Kindes
4.7 Die Situation von Kindern und Jugendlichen
4.7.1 Schulbesuch von Kindern irregulärer Einwanderer - Das Recht auf Bildung?!
4.7.2 Der Kindergartenbesuch
4.7.3 Ausbildung und Schulbesuch von Jugendlichen ohne Papiere
4.7.4 Weitere spezielle Probleme von Kindern und Jugendlichen ohne Papiere
4.8 Lebensgefühl und Perspektiven der irregulären Einwanderer
5. Möglichkeiten und Grenzen sozialpädagogischen Handelns im Umgang mit irregulären Einwanderern
5.1 Vorhandene Möglichkeiten und Angebote
5.1.1 Soziale Arbeit mit irregulären Einwanderern
5.1.2 (Selbst-)Organisationen, Verbände und Initiativen für irreguläre Einwanderer
5.1.3 Grenzen und Schwierigkeiten der Sozialen Arbeit mit irregulären Einwanderern
5.1.4 Der Blick über den Tellerrand – Hilfsmaßnahmen, Programme und Initiativen in anderen Ländern
5.2 Hilfe, Perspektiven und Forderungen in sozialpädagogischer und politischer Hinsicht
5.2.1 Möglichkeiten und Grenzen sozialpädagogisches Handeln unter Berücksichtigung des Konzepts Lebensweltorientierung
5.2.2 Möglichkeiten und Grenzen sozialpädagogisches Handeln unter Berücksichtigung des Konzepts Lebensbewältigung
5.2.3 Weitere sozialpädagogische und politische Optionen und Forderungen im Umgang mit irregulärer Migration
5.2.4 Grenzen sozialpädagogischen und politischen Handelns und deren Bedeutung für den Umgang mit irregulärer Migration
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die sozialpädagogischen Handlungsmöglichkeiten und -grenzen im Umgang mit irregulärer Einwanderung in Deutschland. Zentrale Forschungsfrage ist, wie Sozialpädagogen irreguläre Migranten in ihrer prekären Lebenssituation konkret unterstützen können, ohne sich aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen selbst strafbar zu machen, und welche theoretischen Konzepte hierfür als Grundlage dienen können.
2.1.1 Kategorien des illegalen Aufenthalts
Norbert Cyrus weist darauf hin, dass der Begriff des irregulären Aufenthalts weder in Deutschland noch in der EU eindeutig bestimmt ist, was schnell zu Missverständnissen und -deutungen führen kann:
„Das Bundesinnenministerium unterscheidet einerseits zwischen Personen, die sich unerlaubt in Deutschland aufhalten, jedoch eine Duldung oder Grenzübertrittsbescheinigung erhalten haben und den Behörden bekannt sind, und andererseits Personen, die sich unter Verstoß gegen das Ausländergesetz unerlaubt in Deutschland aufhalten und gleichzeitig untergetaucht sind, den Behörden also regelmäßig nicht bekannt sind.“ (Cyrus 2004a: 10f.)
Für Menschen, die in der Illegalität leben, machen Worbs et al. folgende (ähnliche) Einteilung:
„(1) Ausländer, denen eine Duldung erteilt wurde. Bei ihnen ist eine Abschiebung aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen unmöglich, die Voraussetzungen für die Erteilung eines Aufenthaltstitels liegen jedoch (noch) nicht vor. Der Betreffende bleibt ausreisepflichtig.
(2) Ausländer, die im Ausländerzentralregister als ausreispflichtig registriert sind und keine Duldung besitzen.
(3) Ausländer, die keinen Aufenthaltstitel und keine Duldung besitzen und weder im Ausländerzentralregister noch sonstwie registriert sind.“ (Worbs et al. 2005: 3)
Vor diesem Hintergrund sind in dieser Arbeit mit irregulären Migranten nur die letztgenannte Gruppe gemeint, also Menschen ohne Aufenthaltsrecht und ohne Duldung.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der sozialpädagogischen Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit irregulärer Einwanderung in Deutschland ein und stellt die Relevanz der Untersuchung dar.
2. Irreguläre Migration in Deutschland: Es werden Begriffsdefinitionen, Migrationsursachen und Daten zur irregulären Bevölkerung in Deutschland sowie politische Maßnahmen zu deren Bekämpfung dargelegt.
3. Standards aus der Fachdebatte zum sozialpädagogischen Handeln: Das Kapitel stellt die theoretischen Konzepte „Lebensweltorientierung“ und „Lebensbewältigung“ vor und analysiert deren Eignung für die Arbeit mit irregulären Migranten.
4. Zur Lebenssituation von irregulären Einwanderern: Es folgt eine detaillierte Darstellung der Lebensbereiche Recht, Wohnen, Arbeit, Gesundheit sowie die spezifische Situation von Frauen, Kindern und Jugendlichen.
5. Möglichkeiten und Grenzen sozialpädagogischen Handelns im Umgang mit irregulären Einwanderern: Hier werden bestehende Hilfsangebote analysiert, sozialpädagogische Handlungsoptionen diskutiert und politische Forderungen zur Verbesserung der Situation formuliert.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert den Forschungsbedarf und betont die Notwendigkeit, irreguläre Migranten als Menschen mit gleichen Rechten zu begreifen und staatliche sowie sozialpädagogische Strategien entsprechend anzupassen.
irreguläre Migration, Soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Lebensbewältigung, Menschenrechte, aufenthaltsrechtliche Illegalität, Beratung, Sozialpädagogik, Migranten ohne Papiere, Gesundheitsversorgung, Bildung, politische Teilhabe, Deutschland, Integrationsberatung, Prekarität
Die Diplomarbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen sozialpädagogischer Unterstützung für Menschen, die irregulär, also ohne legalen Aufenthaltsstatus, in Deutschland leben.
Die Arbeit behandelt die rechtliche und soziale Lebenssituation irregulärer Migranten, die theoretischen Ansätze der Sozialarbeit (Lebensweltorientierung und Lebensbewältigung) sowie die konkrete Praxis und politische Forderungen.
Das Ziel ist es, sozialpädagogische Handlungsansätze zu identifizieren, die Menschen ohne Papiere in ihrer prekären Lage unterstützen und ihnen helfen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der vorhandenen Fachliteratur, Studien, Gutachten und Berichte von Beratungsstellen und Initiativen.
Der Hauptteil analysiert die konkrete Lebenssituation in Bereichen wie Wohnen, Arbeit und Gesundheit sowie die Anwendung pädagogischer Konzepte zur Verbesserung der Handlungsfähigkeit der Betroffenen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem irreguläre Migration, Soziale Arbeit, Menschenrechte, Lebensweltorientierung, prekäre Lebenslagen und politische Forderungen.
Die Übermittlungspflicht wird als zentrales Hindernis identifiziert, da öffentliche Stellen wie Schulen oder Krankenhäuser verpflichtet sind, irreguläre Aufenthaltsstatus an Behörden zu melden, was Migranten vom Zugang zu wichtigen Hilfsdiensten abhält.
Es wird als besonders geeignet angesehen, um Menschen zu helfen, die durch ihre rechtlose Situation in der Illegalität psychisch und sozial desintegriert sind, da es nach subjektiver Handlungsfähigkeit strebt.
Sie betont, dass ein Mensch an sich nicht „illegal“ sein kann, sondern nur ein Aufenthaltsstatus, und fordert eine Abkehr von repressiven Maßnahmen hin zu menschenrechtsorientierten Lösungen.
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