Masterarbeit, 2016
94 Seiten, Note: 5,0 (Schweiz)
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Der Typus Ritter
3.1 Der weltliche Ritter
3.2 Der höfische Ritter
3.3 Der Miles Christianus
4. Über die Gründung des Deutschen Ordens und dessen Strukturen
5. De Laudae Novae Militiae. Das Ritterbild Bernhards von Clairvaux als Ursprung aller Ordensritter
6. Die Waffen des Ritters. Werkzeuge des Kriegers oder Reliquien des Glaubens?
7. Der Ordensritter im Deutschen Orden und dessen idealisiertes Bild. Zwischen Geistlichkeit und Kampf?
8. Die Betrachtung der Problematik zwischen weltlichem Rittertum und geistlichem Mönchtum
9. Die Darstellung des Deutschen Ordensritters in den modernen Medien
10. Fazit
11. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das ritterliche Ideal des Deutschen Ordens im Mittelalter, wobei sie insbesondere der Frage nachgeht, wie die scheinbar widersprüchlichen Lebenswelten von weltlichem Rittertum und geistlichem Mönchtum innerhalb der Ordensstruktur miteinander verbunden wurden.
3. Der Typus Ritter
Das Ritterbild des Mittelalters war geprägt von drei Spezialitäten des Ritters. Zum einen existierte der weltliche oder säkulare Ritter als Teil eines feudalen Lehensystems und in seiner Hauptfunktion als Elitekrieger in einer militärischen Einheit. Als weiterer Typus findet sich der höfische Ritter, der durch die literarische Rezeption noch immer einen hohen Bekanntheitsgrad besitzt. Seine Attribute sind das Streben nach Ruhm und Ehre. Im Gegensatz zum realen säkularen Ritter sind für ihn die immateriellen Güter wertvoller. Der letzte Typus und vorbildhafteste für das europäische Rittertum ist der miles christianus. Diese Form des Ritters hätte den allgemeinen Standard darstellen sollen, nach dem auch Fürsten strebten und ist stark verbunden mit der christlichen Kirche, die er verteidigen sollte.
Der Begriff Ritter und auch sein lateinisches Pendant miles machte im Verlauf des Mittelalters einen semantischen Wandel durch, weshalb bei der Fragestellung, was ein Ritter war, eine zeitliche Komponente hinzuzufügen ist. Also, wann war was ein Ritter?
1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung über die Vereinbarkeit von ritterlichem Ideal und geistlicher Lebensweise im Deutschen Orden.
2. Forschungsstand: Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem mittelalterlichen Rittertum und dem Deutschen Orden.
3. Der Typus Ritter: Differenzierung zwischen weltlichem, höfischem Ritter und dem miles christianus als Grundlage der Untersuchung.
4. Über die Gründung des Deutschen Ordens und dessen Strukturen: Analyse der Entstehung des Ordens aus einer Spitalgemeinschaft und seiner organisatorischen Ausrichtung.
5. De Laudae Novae Militiae. Das Ritterbild Bernhards von Clairvaux als Ursprung aller Ordensritter: Untersuchung der Bedeutung Bernhards von Clairvaux für die Legitimation geistlicher Ritterorden.
6. Die Waffen des Ritters. Werkzeuge des Kriegers oder Reliquien des Glaubens?: Interpretation der symbolischen Bedeutung von Waffen und Rüstung in der geistlichen Literatur des Ordens.
7. Der Ordensritter im Deutschen Orden und dessen idealisiertes Bild. Zwischen Geistlichkeit und Kampf?: Untersuchung der Ideale des Ordensritters und der Verbindung von Kriegerdienst und religiösem Leben.
8. Die Betrachtung der Problematik zwischen weltlichem Rittertum und geistlichem Mönchtum: Reflexion über die konstruierte Vereinbarkeit der beiden Lebenswelten.
9. Die Darstellung des Deutschen Ordensritters in den modernen Medien: Analyse der populärkulturellen Rezeption des Deutschen Ordens in Film und Spiel.
10. Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse zur Diskrepanz zwischen Idealbild und Realität.
11. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Deutscher Orden, Rittertum, Mittelalter, Miles Christianus, Ordensgeschichte, Waffenallegorese, Bernhard von Clairvaux, Ordensstatuten, Ritterideal, Kreuzzüge, Kampf und Glaube, Rezeptionsgeschichte, Geistliche Ritterorden, Literatur des Mittelalters, Ritterbild.
Die Arbeit untersucht das ritterliche Ideal des Deutschen Ordens und hinterfragt die Synthese zwischen den eigentlich unvereinbaren Rollen eines kämpfenden Ritters und eines geistlichen Mönchs.
Zentral sind die historischen Rittertypen, die Gründung des Deutschen Ordens, die religiöse Legitimation des Kampfes sowie die mediale Darstellung des Ordensritters.
Die Arbeit fragt danach, wie der Deutsche Orden das ritterliche Ideal in einer Verbindung widersprüchlicher Ideale (Mönchtum und Rittertum) darstellte und legitimierte.
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die historische Quellen, Statuten, zeitgenössische Chroniken und neuere wissenschaftliche Literatur sowie populärkulturelle Medien kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Rittertypen, die Analyse der Ordensgeschichte und deren Selbstbild durch Quellen wie Chroniken und Waffenallegoresen sowie die kritische Reflexion über die Umsetzung dieser Ideale.
Wichtige Begriffe sind insbesondere der "Miles Christianus", "Deutscher Orden", "Waffenallegorese" und das Spannungsfeld zwischen "Rittertum und Mönchtum".
Bernhard von Clairvaux lieferte mit seiner Verteidigungsschrift für das neue Rittertum der Templer das theoretische Fundament, das auch für das Selbstverständnis des Deutschen Ordens als legitimierende Vorlage diente.
Waffen werden nicht nur als Werkzeuge des Kriegers verstanden, sondern in Waffenallegoresen durch die Ordenschronisten religiös umgedeutet, um den Kampf als Dienst für Gott zu legitimieren.
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