Masterarbeit, 2009
140 Seiten, Note: 2,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
I. Theorie
2 Wer inszeniert wen? Wechselwirkungen und symbiotische Beziehungen im medialen und politischen System
2.1 Inszenierungsleistungen der Medien und der Politik
2.2 Interdependenzen zwischen medialem und politischem System
2.3 Aus dem Blickwinkel der Medien
3 Boulevardisierung
3.1 Anfang, Ursprung, Entwicklung und Forschungsstand
3.2 Was ist Boulevardisierung?
3.2.1 Infotainment und seine Verwandten
3.2.2 Visualisierung als Stilmittel
3.2.3 Personalisierung – (k)ein Element der Boulevardisierung
3.2.4 Weitere Boulevardisierungselemente und offene Fragen
3.3 Boulevardisierung in überregionalen Qualitätszeitungen?
3.4 Warum Boulevardisierung?
3.5 Boulevardisierung aufgrund des journalistischen Rollenverständnisses?
4 Redaktionelle Linien
4.1 Was ist News Bias und wie entsteht es?
4.2 Liberal Bias? Zum Einfluss der redaktionellen Linie
4.3 Kommentare als deutlichste Offenbarung der redaktionellen Linie
4.4 Medieneinfluss auf Wahlausgänge
4.5 Exkurs: Die untersuchten Wahlen – Sonderfälle?
5 Zusammenfassung der Theorie
II. Empirie
6 Qualitätszeitungen
6.1 Chicago Tribune
6.2 New York Times
6.3 Süddeutsche Zeitung
6.4 Frankfurter Allgemeine Zeitung
7 Operationalisierung, Forschungsdesign, Datengrundlage
8 Forschungsfragen und Annahmen
8.1 Boulevardisierung
8.2 Redaktionelle Linien
9 Ergebnisse
9.1 Boulevardisierung
9.1.1 Inhaltliche Merkmale
9.1.2 Visuelle Merkmale
9.1.3 Sprachlich-stilistische Merkmale
9.1.4 Drei Ebenen unter einem Hut
9.1.5 Länderspezifischer und blattideologischer Vergleich
9.2 Redaktionelle Linien
9.2.1 Die US-Zeitungen
9.2.2 Die deutschen Zeitungen
9.2.3 Ausgewogenheit – ein Fremdwort?!
9.3 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
10 Zusammenfassung der Empirie
11 Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Boulevardisierung in der politischen Berichterstattung von überregionalen Qualitätszeitungen in den USA und Deutschland am Beispiel der US-Wahl 2008 und der Bundestagswahl 2005. Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern diese Zeitungen boulevardeske Elemente übernehmen und ob sie in meinungsbetonten Artikeln von ihren redaktionellen Leitlinien abweichen.
3.2.1 Infotainment und seine Verwandten
„Ich habe den Eindruck, dass das Interesse an ausführlicher Darstellung politisch relevanter Sachverhalte zurückgetreten ist und der Unterhaltungszweck der Darstellung politischer Sachverhalte immer mehr in den Vordergrund tritt“, klagte vor einigen Jahren Politiker Kurt Biedenkopf. Mit seiner Kritik zielte er auf eine bestimmte Tendenz in der Politikberichterstattung ab: Infotainment. Eine Wortschöpfung aus den Begriffen „Information“ und „Entertainment“. Für die Politikberichterstattung hat dieser Begriff in den letzten Jahrzehnten sowohl in der US- als auch der deutschen Medienlandschaft zunehmend an Bedeutung gewonnen, wobei Infotainment per se nicht im Hinblick auf die Politik kreiert wurde, inzwischen jedoch häufig in Zusammenhang mit dieser Verwendung findet. Explizit auf die Politik ausgerichtet führte Dörner 2001 den Terminus „Politainment“ ein. Sowohl das Wort „Infotainment“ als auch „Politainment“ haben eine vielschichtige Bedeutung. Infotainment kann zum einen als „Sammelbegriff für die Möglichkeiten zur unterhaltenden Aufbereitung von Informationen“ verstanden werden, ebenso aber als Merkmal für diejenigen Formate, die Unterhaltung und Information vermischen. Außerdem kann man es als spezielles Stilmittel zur Übertragung von Information ansehen. Warum dieses Mittel zur Präsentation von Politik immer häufiger auftritt, wird an anderer Stelle deutlich: Es wurde notwendig, um sich auf dem Medienmarkt behaupten zu können.
Politainment kann auf mehreren Ebenen stattfinden und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden, welche bisweilen eng miteinander verzahnt sind. Zum einen kann Politainment als unterhaltende Politik verstanden werden. Das ist dann der Fall, wenn Politiker auf Mittel der Unterhaltung zurückgreifen, um ihre Ziele zu erreichen. Die andere Seite, welche hier vorrangig von Bedeutung ist, nennt Dörner „politische Unterhaltung“. Sie liegt vor, wenn Medien bei der Präsentation von Politik selbst auf unterhaltende Elemente setzen.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Problem der Boulevardisierung in der Politikberichterstattung von Qualitätszeitungen und stellt die zentralen Forschungsfragen sowie das Ziel der Arbeit vor.
2 Wer inszeniert wen? Wechselwirkungen und symbiotische Beziehungen im medialen und politischen System: Dieses Kapitel erörtert die gegenseitige Abhängigkeit von Medien und Politik und die Rolle der Inszenierung.
3 Boulevardisierung: Hier wird der komplexe Begriff der Boulevardisierung definiert, in seinen verschiedenen Facetten (Inhalt, Optik, Stil) beleuchtet und die Ursachen für diesen Trend diskutiert.
4 Redaktionelle Linien: Dieses Kapitel untersucht, was News Bias ist, wie er durch redaktionelle Linien entsteht und welchen Einfluss diese auf die Berichterstattung und Wahlausgänge haben können.
5 Zusammenfassung der Theorie: Eine Synthese der theoretischen Vorüberlegungen, die als Basis für den empirischen Teil der Untersuchung dient.
6 Qualitätszeitungen: Die Auswahl und Charakterisierung der vier analysierten Qualitätszeitungen (Chicago Tribune, New York Times, Süddeutsche Zeitung, FAZ) wird hier vorgenommen.
7 Operationalisierung, Forschungsdesign, Datengrundlage: Darstellung der methodischen Vorgehensweise, der Untersuchungszeiträume und der quantitativen Inhaltsanalyse.
8 Forschungsfragen und Annahmen: Formulierung der konkreten Annahmen und Fragestellungen für die empirische Analyse im Hinblick auf Boulevardisierung und redaktionelle Linien.
9 Ergebnisse: Präsentation und Interpretation der empirischen Daten hinsichtlich der Boulevardisierungseffekte und der redaktionellen Ausrichtung der Zeitungen.
10 Zusammenfassung der Empirie: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse der Inhaltsanalyse.
11 Schlussbemerkungen: Fazit der Arbeit mit einem Ausblick auf den Einfluss medialer Berichterstattung auf Wahlergebnisse und weiteren Forschungsbedarf.
Boulevardisierung, Politikberichterstattung, Qualitätszeitungen, Infotainment, News Bias, redaktionelle Linie, Amerikanisierung, Inhaltsanalyse, Medienlogik, Wahlkampf, Inszenierung, Politainment, Medienvergleich, Meinungsbildung, Printmedien
Die Arbeit analysiert, inwieweit überregionale Qualitätszeitungen in den USA und Deutschland bei der Politikberichterstattung boulevardeske Merkmale aufweisen und ob sie bei meinungsbetonten Artikeln von ihrer redaktionellen Linie abweichen.
Die zentralen Themenfelder sind die Boulevardisierung der Medien, das Verhältnis von Politik und Medien, die Rolle redaktioneller Leitlinien und der Vergleich zwischen deutschen und amerikanischen Medienstrukturen.
Das primäre Ziel ist es, den Boulevardisierungsbegriff für den Printmedienbereich zu definieren und empirisch zu prüfen, ob Qualitätszeitungen in beiden Ländern tatsächlich stärker boulevardisieren und ihre redaktionellen Linien in Wahlkämpfen verlassen.
Die Arbeit nutzt eine quantitative Inhaltsanalyse von Artikeln aus dem Politikteil der vier untersuchten Zeitungen während der „heißen Phasen“ der Wahlkämpfe 2005 und 2008.
Der Hauptteil behandelt im Theorieteil die Definitionen von Boulevardisierung und News Bias, stellt die analysierten Zeitungen vor und präsentiert im empirischen Teil die erhobenen Daten zu Boulevardisierungsgraden und redaktionellen Tendenzen.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Boulevardisierung, Qualitätszeitungen, Infotainment, News Bias, redaktionelle Linie, Politainment und Medienlogik.
Die Untersuchung zeigt, dass US-Qualitätszeitungen boulevardesker auftreten als deutsche, wobei die deutschen Zeitungen zwar ebenfalls boulevardeske Züge zeigen, jedoch eine stärkere Orientierung am Informationsgehalt beibehalten.
Redaktionelle Linien dienen als Leitlinien für die Berichterstattung. Die Analyse zeigt jedoch, dass Zeitungen in den untersuchten Fällen (Wahl 2005/2008) teilweise von ihrer ideologischen Ausrichtung abweichen, um auf politische Unzufriedenheiten zu reagieren.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Medien durch News Bias oder einseitige Kommentierung einen Einfluss auf Wähler haben können, was besonders bei knappen Wahlentscheidungen eine Rolle spielen kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

