Bachelorarbeit, 2016
149 Seiten, Note: 2,0
1. Historische Entwicklung des deutschen Eisenbahnmarkts
2. Definition relevanter Begriffe
2.1 Verkehr
2.2 Messgrößen
2.3 Akteure des Eisenbahnverkehrs
2.3.1 Eisenbahnverkehrsunternehmen
2.3.2 Eisenbahninfrastrukturunternehmen
3. Die Bahnreform als Grundlage des Eisenbahnmarkts
3.1 Historische Entwicklungen
3.1.1 Betrachtungen bis 1949
3.1.2 Der erste Reformversuch – die Kleine Verkehrsreform
3.1.3 Entwicklungen im Personen- und Güterverkehr 1950 – 1965
3.2 Betrachtungen ab 1968
3.2.1 Der zweite Reformversuch – der Leber Plan
3.2.2 Der dritte Reformversuch – Das betriebswirtschaftlich optimale Netz
3.2.3 Unternehmensstrategie 1990
3.3 Die Bahnreform 1994
3.3.1 Ziele und Maßnahmen
3.3.2 Umsetzung der Bahnreform
3.3.3 Bewertung der Bahnreform
3.3.3.1 Betrachtungen der Leistungsfähigkeit und Marktanteile
3.3.3.2 Kostenbetrachtungen
4. Segmente des Eisenbahnwesens in Deutschland
4.1 Schienenpersonennahverkehr
4.1.1 Definition
4.1.2 Regionalisierung
4.1.3 Finanzierung
4.1.4 Das Bestellerprinzip
4.1.5 Entwicklungen seit der Bahnreform
4.2 Schienenpersonenfernverkehr
4.2.1 Definition und Unterteilung in relevante Segmente
4.2.2 Finanzierung und Marktentwicklung
4.2.3 Ursachen der Wettbewerbssituation
4.3 Schienengüterverkehr
4.3.1 Definition
4.3.2 Rahmenbedingungen
4.3.3 Angebotsformen
4.3.3.1 Einzelwagenverkehr
4.3.3.2 Ganzzugverkehr
4.3.3.3 Kombinierter Verkehr
4.3.4 Marktanteile verschiedener Güterarten
4.4. Der Infrastruktursektor
5. Marktstudie
5.1 Methodisches Vorgehen
5.2 Allgemeine Untersuchung des Eisenbahnmarktes
5.3 Untersuchung des Schienenpersonennahverkehrs
5.4 Untersuchung des Schienenpersonenfernverkehrs
5.5 Untersuchung des Schienengüterverkehrs
5.6 Untersuchung des Infrastruktursektors
6. Resümee
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den deutschen Eisenbahnmarkt in seinen grundlegenden Strukturen, Segmenten und seiner historischen Entwicklung zu analysieren. Dabei steht die Untersuchung der Auswirkungen der Bahnreform von 1994 auf den Wettbewerb sowie die aktuelle Marktposition der bedeutendsten Akteure im Zentrum der wissenschaftlichen Betrachtung.
3.1.2 Der erste Reformversuch – die Kleine Verkehrsreform
Die Deutsche Bundesbahn sah sich bereits seit ihrem Bestehen mit Kritik und Vorschlägen zur Verbesserung ihrer Finanzsituation konfrontiert.28 Die angespannte Finanzlage führte zu ökonomisch problematischen Situationen. Im Mai 1953 musste ein Krisenstab bestehend aus Bundeskanzler Adenauer, Finanzminister Schäffer und weiteren führenden Personen aus der Politik der Bundesbahn einen Kredit in Höhe von 200 Millionen DM verschaffen, damit diese ihre Lohn- und Gehaltsverpflichtungen gegenüber ihre Mitarbeitern erfüllen konnte. Der seit der Währungsreform aufgelaufene Verlust belief sich 1955 bereits auf 1,5 Milliarden Deutsche Mark.29 1958 wurde im Auftrag des Bundestags die „Prüfungskommission für die Deutsche Bundesbahn“ unter Leitung des vormaligen Bundesbahnpräsidenten Friedrich Brand eingesetzt. Die Mitglieder, meist Führungspersönlichkeiten aus der Privatwirtschaft, untersuchten den „Sanierungsfall Bundesbahn nach den gleichen Kriterien, anhand derer sie ein rentabilitätsorientiertes Unternehmen beraten hätten.“30 Die Bundesbahn befand sich zu dieser Zeit in einem Dilemma – trotzt verkündeter Erfolge durch Rationalisierungsmaßnahmen sah sie sich mit einem stetig wachsendem Fehlbetrag konfrontiert – im Geschäftsjahr 1957 betrug dieser bereit 678 Millionen DM. Der Schuldenstand ohne Verbindlichkeiten gegenüber dem Bund betrug 1958 5 Milliarden Deutsche Mark.31 Am 30. Januar 1960 legte die Brand-Kommission ihr Gutachten vor. Die Kommission entschied, dass die Bahn als rechtlich selbständiger Betrieb Vorteile im Gegensatz zur staatlich geführten Behördenbahn hätte.32 Der Ursprung der fehlenden Wirtschaftlichkeit wurde der Personalintensität zugeschrieben. Der Lösungsansatz sah die Freisetzung von Personal und eine Anpassung der Organisationsstrukturen an moderne Bedürfnisse vor.33
Die Bahn sollte sich „Gesundschrumpfen“34.
1. Historische Entwicklung des deutschen Eisenbahnmarkts: Überblicksartige Darstellung der Entwicklung von der Industrialisierung bis zur Bahnreform 1994.
2. Definition relevanter Begriffe: Klärung zentraler verkehrswirtschaftlicher Messgrößen und Definition der Akteure (EVU und EIU).
3. Die Bahnreform als Grundlage des Eisenbahnmarkts: Analyse der historischen Reformversuche und detaillierte Betrachtung der Bahnreform von 1994.
4. Segmente des Eisenbahnwesens in Deutschland: Detaillierte Betrachtung des Nahverkehrs, Fernverkehrs, Güterverkehrs sowie des Infrastruktursektors.
5. Marktstudie: Empirische Untersuchung der größten Unternehmen in den einzelnen Marktsegmenten mittels Steckbriefen.
6. Resümee: Fazit und Bewertung der Wettbewerbssituation und der Auswirkungen der Bahnreform auf das deutsche Eisenbahnwesen.
Eisenbahnmarkt, Bahnreform, Deutsche Bahn AG, Schienenpersonennahverkehr, SPNV, Schienenpersonenfernverkehr, SPFV, Schienengüterverkehr, Infrastruktursektor, Wettbewerb, Marktanteile, Verkehrsleistung, Eisenbahnverkehrsunternehmen, EVU, Eisenbahninfrastrukturunternehmen, EIU
Die Arbeit analysiert den deutschen Eisenbahnmarkt, seine historische Entwicklung, die verschiedenen Segmente und die Auswirkungen der Bahnreform von 1994.
Die zentralen Themen sind die Reformgeschichte, die Differenzierung in Nah-, Fern- und Güterverkehr sowie die Untersuchung der relevanten Marktteilnehmer und Infrastrukturbetreiber.
Das Ziel ist es, die Marktstrukturen transparent zu machen und zu bewerten, inwieweit die Bahnreform zur Effizienzsteigerung und zum Wettbewerb beigetragen hat.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur historischen Aufarbeitung und eine Marktstudie, die auf VDV-Statistiken sowie Primärerhebungen im Internet basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis (Begriffe, Reformgeschichte) und die konkrete Segmentanalyse, ergänzt durch eine umfassende Marktstudie der führenden Unternehmen.
Neben den klassischen Begriffen wie SPNV, SPFV und SGV prägen Begriffe wie "Wettbewerb", "Marktanteile", "Infrastruktur" und "Bahnreform" das inhaltliche Profil.
Der Schienengüterverkehr weist im Vergleich zu den anderen Segmenten den stärksten Wettbewerb auf, wobei rund 31 % der Transportleistung durch Wettbewerber erbracht werden.
Da die Deutsche Bahn AG im Fernverkehr einen Marktanteil von über 99 % hält und neue Anbieter kaum Fuß fassen konnten, sehen Experten den angestrebten Wettbewerb in diesem Segment als bisher nicht erfolgreich an.
Die Trennung ist ein zentrales Element der Bahnreform 1994, um Konkurrenzunternehmen einen diskriminierungsfreien Zugang zum Schienennetz zu ermöglichen.
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