Examensarbeit, 2015
79 Seiten, Note: 1.3
Forschungsstand
Einleitung
1. Begriffsklärung
1.1 Handlungsstrategien von Schülerinnen
1.2 Zur Unterwanderung von Autorität
2. Die Studie
2.1 Die Fragestellung
2.2 Das Erhebungsinstrument
2.3 Das Forschungsdesign
2.5 Probleme bei der Vorgehensweise
2.6 Die Art der Datenaufbereitung
2.7 Undeutliche Interviews
3. Auswertung der Interviews durch Grounded Theory
4. Handlungsstrategien zur Unterwanderung von Autorität
4.1 ES – die Exklusionsstrategie
4.1.1 Die Exklusionsstrategie von Schülerinnen gegen Schülerinnen
4.2 Die Blockade der Unterlegenen
4.3 Die Blockade der Überlegenen
4.4 Grenzen
4.5 Pause
5. Diskussion und Ausblick
Fazit
Bibliographie
Anhang
Interview 2:
Interview 4:
Interview 5:
Interview 6:
Interview 9:
Interview 10:
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die subtilen Handlungsstrategien zu untersuchen, mit denen Schülerinnen die Amtsautorität von Lehrkräften im Unterricht unterwandern oder blockieren, um sich innerhalb des schulischen Machtgefüges Freiräume und eigene Handlungsspielräume zu schaffen.
4.1 ES – die Exklusionsstrategie
Die Exklusionsstrategie ist diejenige, die am häufigsten mit verschiedenen Derivationen auftritt. Exklusion bedeutet, dass ein bewusster oder unbewusster Akt des Ausschließens vorliegt. Ausgeschlossen werden einzelne Darsteller aus Ensembles, was meistens auch einen Ensemblewechsel mit sich bringt. Diese Strategie wird meist unbewusst eingesetzt, wenn Schülerinnen einem Gebot ihrer Lehrerin nicht nachkommen können und Sanktionen fürchten. Diese Exklusion hat mehrere Stufen, die davon abhängig sind, wie viel Platz sich die Schülerinnen schaffen können, um Autorität zu unterwandern. Es beginnt mit Stufe eins.
Das Ausschließen der Lehrkraft hat zwei Gründe, die im Beispiel unterstrichen sind. Zum einen wurden die Hausaufgaben vergessen und in der Konsequenz heimlich abgeguckt. Die Autoritätsrolle von Lehrerinnen erlaubt ihnen Hausaufgaben aufzugeben. Gegen diese Form von Autorität und Macht haben Schülerinnen nur eine Chance des Widerstands: die Hausaufgaben nicht zu erledigen. Ob dieses geschieht, weil sie nur vergessen wurden oder tatsächlich verweigert wurden, ist hier egal, die Konsequenz bleibt eine Strafe. Nun wollen die meisten Schülerinnen diesen Strafen, wie noch mehr Hausaufgaben zu verordnen oder bei dreimaligem Vergessen die Note 6, entgehen. Dieses Entgehen wiederum legitimiert (LS) die Heimlichkeit beim Abgucken. Das Konstrukt Heimlichkeit bedarf einer Differenzierung. Heimlichkeit ist in jedem Falle Hinterbühnen-Geschehen.
Forschungsstand: Überblick über existierende soziologische und pädagogische Studien zur Institution Schule mit einem Fokus auf die bislang vernachlässigte Schülersicht.
Einleitung: Hinführung zum Thema Autorität und Macht in der Schule unter Verwendung soziologischer Konzepte sowie Erläuterung der Forschungsabsicht.
1. Begriffsklärung: Theoretische Herleitung der zentralen Begriffe "Handlungsstrategien" und "Unterwanderung von Autorität" im Kontext soziologischer Rollentheorien.
2. Die Studie: Darstellung des qualitativen Forschungsansatzes, der Nutzung narrativer Interviews und der methodischen Schwierigkeiten im Feld.
3. Auswertung der Interviews durch Grounded Theory: Beschreibung der methodischen Anwendung der Grounded Theory zur Kodierung und Strukturierung des erhobenen Interviewmaterials.
4. Handlungsstrategien zur Unterwanderung von Autorität: Empirischer Kernteil, der verschiedene Strategietypen (Exklusion, Blockaden) anhand von Interviewausschnitten detailliert analysiert.
5. Diskussion und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Plädoyer für einen interdisziplinären Austausch zwischen Pädagogik und Soziologie im Lehramtsstudium.
Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass Schülerinnen über eine ausgeprägte, wenn auch unreflektierte Strategiekompetenz verfügen, die den Schulalltag maßgeblich strukturiert.
Autorität, Machtausübung, Handlungsstrategien, Schülerinnen, Institution Schule, Goffman, Narratives Interview, Grounded Theory, Unterrichtsstörung, Exklusion, Blockade, Hinterbühne, Koexistenz, Sozialisierung, Heimlicher Lehrplan.
Die Arbeit untersucht, wie Schülerinnen durch subtile Strategien in der Interaktion mit Lehrkräften Autorität im Unterricht unterwandern oder blockieren, anstatt sie offen zu konfrontieren.
Im Mittelpunkt stehen die Machtverhältnisse in der Institution Schule, die Inszenierung sozialer Rollen (nach Erving Goffman) und der Umgang von Schülerinnen mit schulischen Anforderungen und Zwängen.
Ziel ist es, die "stille" oder subtile Herausforderung von Autorität durch Schülerinnen empirisch zu erfassen und zu verstehen, welche soziologischen Mechanismen hinter diesen Handlungsstrategien stecken.
Die Forscherin führte zwölf narrative Interviews mit Schülerinnen ab der fünften Klasse, um deren subjektive Sichtweisen und Erzählungen über Situationen im Unterricht zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Strategietypen, insbesondere die Exklusionsstrategie sowie die Blockade der Unterlegenen und Überlegenen, und analysiert diese anhand von Transkripten aus der Schülersicht.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Autorität, Unterwanderung, Handlungsstrategien, Goffman, Grounded Theory, Unterrichtsstörung und das soziologische Konzept der Hinterbühne.
Die Blockade der Unterlegenen ist oft von Resignation und Machtlosigkeit geprägt, während die Blockade der Überlegenen ein raffiniertes, bewusstes "Spiel" mit der Autorität der Lehrkraft darstellt, um eigene Freiräume zu testen.
Das Phänomen "cool" dient als soziale Währung unter den Schülern, um die Nichtbeachtung der Lehrkraft oder das Demonstrieren von Widerstand innerhalb der Peergroup zu legitimieren und sich von der offiziellen Autorität abzugrenzen.
Die Pause wird als "Hinterbühne" interpretiert, auf der sich Schülerinnen anders verhalten als im unterrichtlichen "Vorderbühnen-Geschehen", was verdeutlicht, dass ihr Verhalten stark von strukturellen Rahmenbedingungen abhängt.
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