Bachelorarbeit, 2013
29 Seiten, Note: 1,7 (gut)
0. Einleitung und Fragestellung
1. Begriffliche Grundlagen
1.1 Kultur
1.2 Ethnizität
1.3 Interkulturelle Kommunikation und Weltwissen
1.4 Kategorisierung und Stereotype
2. Humor als kulturelles Werkzeug
2.1 Humortheorien und ethnischer Humor
a) Inkongruenztheorie und ethnische Skripte
b) Überlegenheitstheorie
3. Henning Wehn - „The German Comedy Ambassador to The United Kingdom“
3.1 Der Komödiant als Kulturanthropologe
4. Material und Methode
4.1 Analysekriterien
5. Analyse der Stand-up Comedy von Henning Wehn
5.1 Repräsentation deutscher und britischer Stereotype
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern der ethnische Humor des Komödianten Henning Wehn zur Produktion und Reproduktion von Stereotypen zwischen der deutschen und britischen Kultur beiträgt. Dabei wird insbesondere analysiert, welche sprachlichen, insbesondere lexikalischen Mittel eingesetzt werden, um Selbst- und Fremdbilder zu konstruieren und interkulturelle Verhältnisse zu reflektieren.
5.1 Repräsentation deutscher und britischer Stereotype
(1) “Firstly, I have to apologize to all the germans in the audience, äh, for the slight late start of tonights performance. That's always a result of british tardiness.“
Als erster Witz seiner Show führt Wehn die Zuschauer sogleich in die Hauptthematik seines Humors ein: Deutsche und Briten stellen die Hauptakteure seiner ethnischen Witze dar. Bereits in diesem ersten Beispiel werden stereotype Eigenschaften beider kulturellen Gruppen dargeboten, die zudem nicht isoliert präsentiert, sondern miteinander in Beziehung gesetzt werden. Dass sich Wehn für den verspäteten Beginn der Show bei sämtlichen Deutschen (all the germans) entschuldigen müsse, wird als Resultat britischer Langsamkeit (british tardiness) dargestellt. Durch die direkte Benennung der ethnischen Kategorie GERMANS aktiviert er bestehende Assoziationen bei seinem britischen Publikum bezüglich dieser Gruppe von Menschen. Indem er sich dabei auf alle Deutschen (all the germans) bezieht, produziert er mit der dieser Gruppe zugeordneten Charaktereigenschaft Stereotype, entsprechend dem Phänomen der outgroup homogenity. In diesem Fall nimmt er auf die Pünktlichkeit der Deutschen Bezug, was durch die implizierte Notwendigkeit einer Entschuldigung seiner Verspätung deutlich wird (I have to apologize … for the slight late start of tonights performance). Die Lexemverbindung slight late start führt zu einer Überspitzung der dargestellten Stereotype, da eine Entschuldigung aufgrund minimaler Verspätung übertrieben erscheint. Der Kontrast zur british tardiness wird als Ursache für diesen Umstand angeführt. Durch das Adverb always wird diese Eigenschaft wiederum als britische Stereotype übergeneralisiert (That's always a result of british tardiness).
0. Einleitung und Fragestellung: Einführung in die linguistische Analyse kulturspezifischen Humors zur Aufdeckung von Selbst- und Fremdbildern anhand der Stand-up Comedy von Henning Wehn.
1. Begriffliche Grundlagen: Definition zentraler Begriffe wie Kultur, Ethnizität, interkulturelle Kommunikation sowie die kognitiven Prozesse der Kategorisierung und Stereotypisierung.
2. Humor als kulturelles Werkzeug: Untersuchung der sozialen Funktionen von Humor und Vorstellung relevanter Humortheorien, speziell mit Fokus auf ethnischer Komik.
3. Henning Wehn - „The German Comedy Ambassador to The United Kingdom“: Vorstellung des Komödianten als Kulturanthropologe, der seine hybride Identität zur Reflexion beider Kulturen nutzt.
4. Material und Methode: Festlegung des zu analysierenden Materials (Live-Auftritte) und Definition der Analysekriterien aus der interkulturellen Diskursanalyse.
5. Analyse der Stand-up Comedy von Henning Wehn: Konkrete Untersuchung der verbalen Repräsentation von Stereotypen in Wehns Witzen unter Anwendung der zuvor definierten Kriterien.
6. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach Humor zwar Stereotype reproduzieren kann, Wehn aber durch seine Positionierung gleichzeitig einen kulturellen Ausgleich anstrebt.
Ethnischer Humor, Henning Wehn, Stereotypen, Interkulturelle Kommunikation, Stand-up Comedy, Ethnizität, Kulturwissenschaft, Lexikalische Analyse, Ingroup, Outgroup, Humortheorie, Identitätskonstruktion, Sprache, Vorurteile, Diskursanalyse.
Die Arbeit untersucht, wie ethnische Stereotype in der Stand-up Comedy von Henning Wehn durch sprachliche Mittel konstruiert und reproduziert werden.
Die zentralen Felder sind interkulturelle Kommunikation, Humortheorien, ethnische Identität und die linguistische Analyse von Stereotypen in medialen Formaten.
Ziel ist es aufzuzeigen, ob und wie der Humor Wehns dazu beiträgt, bestehende Vorurteile zwischen Deutschen und Briten zu verfestigen oder kritisch aufzubrechen.
Es wird eine linguistische Analyse angewandt, die vornehmlich auf Kriterien der interkulturellen Diskursanalyse basiert, um lexikalische Muster der Stereotypisierung zu identifizieren.
Im Hauptteil werden konkrete Textausschnitte aus Wehns Programmen analysiert, um die Verwendung von ethnischen Skripten, Attributen und Selbst- bzw. Fremddarstellungen zu belegen.
Wichtige Begriffe sind Ethnischer Humor, Stereotypisierung, Ingroup/Outgroup, kulturelle Identität und die sprachliche Repräsentation von Vorurteilen.
Wehn inszeniert sich selbst als "stereotyper Deutscher" (z. B. durch Akzent und Kleidung), um bei seinem britischen Publikum bewusste Assoziationen zu aktivieren und diese dann humoristisch zu verarbeiten.
Der Autor schließt, dass Wehn zwar einerseits zur Reproduktion von Stereotypen beiträgt, andererseits aber durch seine hybride Identität einen humorvollen Ausgleich schafft, der Stereotype für das Publikum hinterfragbar macht.
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