Bachelorarbeit, 2012
74 Seiten, Note: 1,5
1 Einführung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Begriffliche Grundlagen
1.3.1 Ethik und Moral
1.3.2 Wirtschafts- und Unternehmensethik
1.3.3 Marketingethik
1.3.4 Marketing
1.3.5 Marketingkommunikation und Werbung
2 Notwendigkeit einer Ethik im Marketing
3 Kritik als Ausgangspunkt der Entwicklung ethischer Überlegungen
3.1 Wahrheit und Ehrlichkeit
3.1.1 Irreführende Werbung und Manipulation
3.1.2 Übertreibungen
3.2 Sozial schwache Gruppen
3.3 Guter Geschmack und Anstand
3.3.1 Frauenbilder
3.3.2 Schockierende Bilder
4 Determinanten individuellen ethischen Marketinghandelns
4.1 Ethische Dilemmasituationen und Konfliktarten
4.2 Determinanten individuellen moralischen Marketinghandelns
4.2.1 Individuelle Determinanten
4.2.2 Unternehmensinterne Determinanten
4.2.3 Unternehmensexterne Determinanten
5 Herbeiführung ethischen Verhaltens in der Marketingkommunikation
5.1 Unzureichende staatliche Regulierung und Spielräume ethischen Handelns im Marketing
5.2 Instrumente zur Implementierung einer Marketingethik
5.2.1 Individualebene
5.2.2 Unternehmensebene
5.2.3 Nationale Branchenebene
5.2.4 Internationale Branchenebene
6 Schlussbetrachtung und Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung ethischer Standards in der modernen Marketingkommunikation zu analysieren, aktuelle Kritikpunkte an Marketingpraktiken zu beleuchten und Strategien zur Implementierung einer gelebten Marketingethik auf verschiedenen Ebenen aufzuzeigen.
3.1.1 Irreführende Werbung und Manipulation
Besonders das Bestreben, in Zeiten der Informationsüberlastung Aufmerksamkeit zu erlangen und wahrgenommen zu werden, verleitet Unternehmen, sich bei der Gestaltung ihrer Werbemaßnahmen irreführender oder manipulativer Methoden zu bedienen.
Manipulation und Irreführung werden Werbung schon seit ihrer Erfindung vorgeworfen und oft als die eigentliche Aufgabe des Marketings verhöhnt. Aus ethischer Sicht steht bei der Formulierung von Werbebotschaften deshalb vor allem der Aspekt der Irreführung im Fokus.81 Irreführend ist Werbung, die aufgrund falscher, nicht vollständiger oder missverständlicher Inhalte von einem Durchschnittskonsumenten falsch verstanden wird oder werden könnte.82 Bewusst verfälschende Darstellungen oder falsche Versprechungen rufen beim Kunden falsche Erwartungen hervor. Eine besondere Verantwortung liegt beispielsweise bei der Gesundheits- und Pharmaziebranche, wo Kunden und Patienten sich aufgrund mangelnden Fachwissens auf die Aussagen der Hersteller oder Ärzte voll und ganz verlassen können müssen.83 Ebenso betrifft dies die Bereiche der kosmetischen Chirurgie oder Haarausfallbehandlungen, wo Kommunikationsmaßnahmen sich an der Grenze des Verkaufens von Hoffnungen (engl.: „selling hope“) bewegen.84 Zu irreführender Werbung zählen beispielsweise auch, Kunden mit nicht verfügbaren Angeboten in den Laden zu locken oder betrügerische Preisausschreiben.85 Die Manipulationskraft der Werbung kann in bestimmten Situationen auch künstliche Bedürfnisse erzeugen. Die Kritik an irreführender Werbung zeigt das Misstrauen der Verbraucher gegenüber der Manipulationskraft der Werbung.86
1 Einführung: Die Einleitung etabliert die Relevanz ethischer Überlegungen in der heutigen Marketingkommunikation und definiert die grundlegenden Begriffe sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Notwendigkeit einer Ethik im Marketing: Dieses Kapitel begründet, warum Marketing, trotz seiner primären Aufgabe der Absatzförderung, ethische Prinzipien berücksichtigen muss, um Vertrauen zu wahren und Reputationsverluste zu vermeiden.
3 Kritik als Ausgangspunkt der Entwicklung ethischer Überlegungen: Hier werden zentrale Kritikpunkte wie irreführende Werbung, Greenwashing und der Umgang mit schutzbedürftigen Gruppen oder Frauenbildern detailliert analysiert.
4 Determinanten individuellen ethischen Marketinghandelns: Es wird untersucht, welche persönlichen, unternehmensinternen und unternehmensexternen Faktoren das Urteilsvermögen und die Entscheidungsfindung von Marketingmitarbeitern in ethischen Dilemmasituationen beeinflussen.
5 Herbeiführung ethischen Verhaltens in der Marketingkommunikation: Das Hauptkapitel widmet sich den konkreten Implementierungsinstrumenten von Ethik, von individuellen Ansätzen bis hin zu nationalen und internationalen Branchenstandards wie dem ICC-Kodex.
6 Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese abschließende Reflexion fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und skizziert künftigen Forschungsbedarf im Hinblick auf globale Entwicklungen und technologischen Wandel.
Marketingethik, Unternehmensethik, Marketingkommunikation, Werbung, Irreführung, Manipulation, Greenwashing, Soziale Verantwortung, Unternehmensidentität, Ethikkodizes, Deutscher Werberat, Selbstregulierung, Moral, Stakeholder, CSR
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Erfolgsstreben im Marketing und der Notwendigkeit ethischen Handelns, um gesellschaftliche Erwartungen und langfristiges Vertrauen zu sichern.
Die zentralen Felder sind die Kritik an unethischen Marketingpraktiken, die Analyse der Einflussfaktoren auf individuelles Marketinghandeln und die Darstellung von Instrumenten zur Implementierung von Ethik-Programmen.
Das Ziel ist es, einen Überblick über ethische Betrachtungen in der Marketingkommunikation zu geben und aufzuzeigen, wie moralisches Handeln durch organisatorische und strukturelle Rahmenbedingungen gefördert werden kann.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um bestehende ethische Konzepte und theoretische Rahmenmodelle auf die Marketingpraxis anzuwenden und mit empirischen Beispielen zu verknüpfen.
Der Hauptteil analysiert, warum Marketing oft kritisiert wird, welche psychologischen und situativen Faktoren individuelles unethisches Handeln fördern und welche konkreten Maßnahmen – von Kodizes bis zu Audits – Unternehmen ergreifen können.
Neben Marketingethik und Unternehmensethik stehen Begriffe wie Greenwashing, Selbstregulierung und die Rolle der Stakeholder im Zentrum.
Die Selbstregulierung, insbesondere durch den Deutschen Werberat, dient als essenzielles Instrument, um ethische Grenzen zu definieren, wo staatliche Gesetze an ihre Grenzen stoßen oder zu unflexibel auf den gesellschaftlichen Wandel reagieren.
Die Arbeit nutzt die deskriptive Ethik zur Analyse des Ist-Zustands (z.B. Kritik an Missständen) und die normative Ethik, um Anforderungen und Soll-Zustände für moralisch vertretbares Marketinghandeln zu begründen.
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