Masterarbeit, 2016
228 Seiten, Note: 1,3
1 Der zunehmende Gestaltungs- und Konkurrenzdruck im internationalen System
1.1 Forschungsdesign und Fragestellungen
1.2 Theoretische Verortungen
1.2.1 Der Neorealismus
1.2.2 Die „Neuen Kriege“ nach Mary Kaldor und Herfried Münkler
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Der Wandel der Krisen- und Konfliktanatomie im 21. Jahrhundert
2.1 Die Tendenz von der Symmetrie zur Asymmetrie seit 1989/90
2.2 Hybride Kriegsführung: Von asymmetrisch zu hybrid?
3 Fallstudie 1: Der Konflikt in der Ostukraine
3.1 Konfliktverlauf und involvierte Akteure
3.2 Analyse
4 Fallstudie 2: Der „Islamische Staat“ (IS)
4.1 Konfliktverlauf und involvierte Akteure
4.2 Analyse
5 Fazit – Zwei Arten hybrider Kriegsführung
6 Ausblick und Schlussbetrachtungen
Die Arbeit untersucht den Wandel der Konfliktanatomie im 21. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf hybride Kriegsführung als komplexe und facettenreiche Form aktueller sicherheitspolitischer Bedrohungen. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, inwieweit hybride Konflikte eine neue Erscheinungsform darstellen und ob sie, insbesondere durch staatliche und nichtstaatliche Akteure, zu einer dominanten Konfliktform des 21. Jahrhunderts geworden sind und bleiben werden.
2.1 Die Tendenz von der Symmetrie zur Asymmetrie seit 1989/90
Der ungarische Sozialwissenschaftler Istvan Kende veröffentlichte 1982 eine Untersuchung über die „Kriege nach 1945“. Sein Ergebnis war, dass Staatenkriege aus primär territorialen Gründen zu einer Ausnahme geworden sind. Für ihn war der Wandel des Krieges vor allem daran festzumachen, dass sich der internationale Faktor geändert hat und innerstaatliche Kriege verstärkt von äußeren Kräften mitbestimmt werden. So brachte das Ende des Kalten Krieges aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen eine sicherheitspolitische Zäsur mit sich, die jede bisherige militär- und sicherheitspolitische Voraussetzung in Frage stellte bzw. größtenteils revidierte. Sowohl die Akteure der Kriege als auch Ursachen, Regeln und Überschaubarkeit von Krisen und Konflikten haben mit den Neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts ihre Form verändert.
Die klar ersichtlichen Frontlinien des Kalten Krieges waren bzw. sind einer unübersichtlichen und diffusen Sicherheitslage gewichen, welche sich heute unter anderem im globalen Terrorismus, in Bürgerkriegen und kriminellen grenzüberschreitenden Aktionen innerstaatlicher Akteure widerspiegelt. Zwischenstaatliche Kriege in der Vergangenheit zeichneten sich vor allem durch Ihre Symmetrie aus. Wie sich beispielsweise an den europäischen Staatenkriegen von der Mitte des 17. bis Anfang des 20. Jahrhunderts erkennen lässt, waren eine gewisse Gleichartigkeit der Kriegsführung und der Streitkräfte bei der Rekrutierung, Bewaffnung und Ausbildung, sowie bei der Vorgehensweise gemeinsame Kennzeichen aller Kriegsparteien. Seit dem Westfälischen Frieden 1648 wurde der Krieg auch endgültig zu einer Sache der Staaten. Die zahlreichen substaatlichen und quasi-privaten Kriegsakteure verschwanden aufgrund eines größer werdenden Kostendrucks für Kriegsgerät und der Monopolisierung der Gewalt durch den Staat aus dem Kriegswesen oder wurden mitverstaatlicht.
1 Der zunehmende Gestaltungs- und Konkurrenzdruck im internationalen System: Dieses Kapitel verortet das Thema im Wandel der internationalen Beziehungen und stellt den methodischen Ansatz sowie die theoretischen Grundlagen des Neorealismus und der „Neuen Kriege“ vor.
2 Der Wandel der Krisen- und Konfliktanatomie im 21. Jahrhundert: Hier wird der historische Trend von der Symmetrie zur Asymmetrie seit 1989/90 analysiert und die Entstehung des Begriffs der hybriden Kriegsführung beleuchtet.
3 Fallstudie 1: Der Konflikt in der Ostukraine: Dieses Kapitel analysiert den Konflikt in der Ostukraine als konkretes Beispiel für hybride Kriegsführung und beleuchtet die Rolle Russlands sowie die Dynamik des Konfliktverlaufs.
4 Fallstudie 2: Der „Islamische Staat“ (IS): Das Kapitel untersucht den Aufstieg und die hybride Vorgehensweise des IS als nichtstaatlichen Akteur, inklusive seiner Finanzierung, Medialisierung und Ideologie.
5 Fazit – Zwei Arten hybrider Kriegsführung: Eine zusammenfassende Gegenüberstellung der Fallstudien, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Akteure sowie deren Instrumente in hybriden Konflikten bewertet.
6 Ausblick und Schlussbetrachtungen: Eine abschließende Einordnung der Ergebnisse mit einer Prognose zur künftigen Relevanz hybrider Konfliktformen als dominante Bedrohungsszenarien des 21. Jahrhunderts.
Hybride Kriegsführung, Asymmetrische Konflikte, Neue Kriege, Neorealismus, Internationale Beziehungen, Ostukraine, Islamischer Staat, Sicherheitsarchitektur, Globalisierung, Cyber-War, Stellvertreterkrieg, Terrorismus, Machtdiffusion, Geopolitik, Konfliktforschung.
Die Arbeit analysiert den Wandel der Kriegführung im 21. Jahrhundert und untersucht, wie hybride Konflikte als Kombination verschiedener militärischer und nicht-militärischer Mittel die globale Sicherheitspolitik verändern.
Die zentralen Themen sind der Übergang von symmetrischen zu asymmetrischen und hybriden Kriegen, die Rolle von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren sowie die Auswirkungen der Globalisierung und technologischer Entwicklungen auf das Konfliktgeschehen.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob hybride Konflikte eine neue, dominante Erscheinungsform der Krisenanatomie im 21. Jahrhundert darstellen und welche Faktoren diesen Prozess vorantreiben.
Der Autor nutzt einen qualitativ-hermeneutischen Ansatz, um das Phänomen der hybriden Konflikte zu beschreiben, zu analysieren und anhand von zwei detaillierten Fallstudien (Ostukraine und "Islamischer Staat") zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse des historischen Wandels der Konflikte, zwei ausführliche Fallstudien zur hybriden Kriegsführung sowie ein Fazit, das die Ergebnisse synthesiert.
Wesentliche Begriffe sind hybride Kriegsführung, Asymmetrie, Neue Kriege, internationale Stabilität, Machtdiffusion sowie die Analyse aktueller Krisenherde.
Der IS dient als Fallstudie für einen nichtstaatlichen Akteur, der hybride Strategien, inklusive digitaler Propaganda und komplexer Finanzierung, nutzt, um territoriale Ansprüche zu untermauern und Gegner zu destabilisieren.
Während Russland als staatlicher Akteur hybride Mittel einsetzt, um geopolitische Einflusszonen zu sichern und das Risiko eines offenen Krieges durch „plausible Abstreitbarkeit“ zu umgehen, nutzt der IS hybride Methoden primär zur ideologischen Mobilisierung und existenziellen Expansion.
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