Masterarbeit, 2016
125 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Forschungsansatz der Arbeit
2.1. Methoden
2.2. Aufbau
3. Propaganda im Digitalen Zeitalter
3.1 Propaganda als Begriff
3.2 Ideologie als Begriff
3.3 Die Ideologie und Propaganda im Islamischen Staat
3.4 Das Videomaterial und Transmediales Storytelling in der IS-Propaganda
3.5 Die Reichweite und Aktualität der Propaganda
3.6 Die Narrative und Sprache der Propaganda
3.7 Die Propaganda als Geschichtskonstrukte und Mythen
4. Die Herrschaft und Legitimation
4.1 Der Staat
4.1.1 Der Kalif und das Kalifat
4.1.2 Das Staatsgebiet
4.1.3 Die Wirtschaft
4.2 Das Gesetz – die Scharia
4.2.1 Der Sharia Court in Raqqa
4.2.2 Das Hisbah Office
4.3. Das Volk
4.3.1 Die Artikulation von Identität durch die Medien
4.3.2 Die Vereinigung der Umma
4.3.3 Der Dschihad als Rite de passage
4.3.4 Die Erhaltung des Kalifat
5. Fazit
6. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die propagandistische Selbstdarstellung des sogenannten Islamischen Staates zu analysieren, um die zugrunde liegenden Mechanismen der Legitimation und Autorität in deren Videomaterial offen zu legen.
3.4 Das Videomaterial und Transmediales Storytelling in der IS-Propaganda
Die Verwendung von Video-Propaganda ist besonders populär, da sie sich als niederschwellig erweist und somit ein größeres Publikum erreicht. Die Gestaltung der Videos obliegt dem jeweiligen Medienvertreter. Da die Videobotschaften eine ansprechende Wirkung auf ein möglichst breites Spektrum von Rezipienten haben sollen, bieten die Produktionen einen Reichtum an verschiedenen Themen. Während Aaron Zelin die Hauptthemen der Propaganda in Militär, Regierung, Mission, Kontrolle des Alltags, Bewerben des Kalifats, Angriffe auf die Gegner definiert, bestimmt Charlie Winter Brutalität, Barmherzigkeit, Opferrolle, Krieg, Zugehörigkeit und Utopie als Hauptmotive der Propaganda.
Es ist somit eine Vielfalt von Narrativen in den Werbemitteln des Islamischen Staates auszumachen. Dennoch können nicht nur die Motive der Propaganda je nach Medienvertreter variieren, sondern es können auch innerhalb eines Medienapparates viele verschiedene Geschichten erzählt werden. Beispielsweise zeigt al-Ḥayāt Media neben Kindern, die abgetrennte Köpfe in Händen halten, auch IS-Kämpfer, die mit Nutella-Gläsern posieren.
Vor allem durch die dezentrale Ordnung der Medienvertreter ist es eine Herausforderung sicherzustellen, dass die Propaganda IS-konform bleibt. Daher kann davon ausgegangen werden, dass es Vorgaben zur Gestaltung der Videos gibt. Das Konzept des „Transmedialen Storytellings“ könnte mehr Hinweise auf die Erzählweise und Narrative der Propaganda des IS geben. Die Medienindustrie schafft beispielsweise zunehmend erzählerische Universen, welche durch narrative Extensionen erweiterbar sind. Das bedeutet, dass es eine Kerngeschichte gibt, die offen und erweiterbar ist. Damit ein Rezipient in ein solches Universum eintauchen kann, werden mehrere Einstiegspunkte geschaffen. Auch wenn das Konzept die Produktionen der Medienindustrie in den Fokus rückt, kann man das Transmediale Storytelling nichtsdestotrotz auf religiöse Narrative anwenden, da diese selbst einen erzählerischen Raum konstruieren.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die mediale Aufmerksamkeit durch die Videopredigt von Abū Bakr al-Baġdādī und führt in die Notwendigkeit der Analyse des Medienapparates des IS ein.
2. Forschungsansatz der Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die methodische Herangehensweise der hermeneutischen Videoanalyse sowie den theoretischen Aufbau der Arbeit in die Kategorien Staat, Gesetz und Volk.
3. Propaganda im Digitalen Zeitalter: Es wird die Rolle des Internets als Distributionsmedium analysiert und untersucht, wie der IS durch Ideologie, Transmediales Storytelling und die Konstruktion von Mythen ein Wirklichkeitsmodell für seine Anhänger erschafft.
4. Die Herrschaft und Legitimation: Hier werden die zentralen Säulen der IS-Herrschaft – Staat, Scharia und Volk – unter Rückgriff auf soziologische Theoriebildung analysiert, insbesondere im Hinblick auf ihre legitimierende Wirkung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach der IS ein komplexes System zur Legitimation durch Narrative, eine spezifische Sprache und die Kontrolle über mediale Wirklichkeitskonstruktion aufgebaut hat.
6. Bibliographie: Das Verzeichnis der verwendeten Primärliteratur und Internetquellen.
Islamischer Staat, Propaganda, Legitimation, Autorität, Dschihad, Kalifat, Videoanalyse, Medienapparat, Ideologie, Transmediales Storytelling, Scharia, Umma, Identitätskonstruktion, Internet, Symbolsystem.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Propagandastrategien des sogenannten Islamischen Staates (IS), wobei der Fokus auf der audiovisuellen Selbstdarstellung und deren Funktion zur Legitimation von Macht und Herrschaft liegt.
Die Studie beleuchtet schwerpunktmäßig die Struktur des Medienapparates, die sprachliche und mythische Konstruktion von Identität und Wirklichkeit sowie die organisatorischen Aspekte von Staat, Scharia und Volk innerhalb der IS-Ideologie.
Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, auf welchen Ebenen und mit welchen Mitteln die Videopropaganda des IS Modelle zur Legitimation ihrer Herrschaft und ihres Kalifats liefert.
Die Autorin verwendet die Methode der hermeneutischen Videoanalyse, ergänzt durch semiotische Ansätze nach Charles Sanders Peirce sowie Konzepte der Videographie nach Knoblauch et al.
Im Hauptteil werden die Kategorien Staat, Gesetz und Volk detailliert untersucht, um aufzuzeigen, wie diese Bereiche mittels medialer Inszenierung als legitimiertes System innerhalb des "Kalifats" präsentiert werden.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind neben den direkten Themen wie Propaganda, Legitimation und Kalifat auch theoretische Konzepte wie das "Transmediale Storytelling", "Rites de Passage" nach Victor Turner und die soziologische Definition von Herrschaft nach Max Weber.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Ablehnung kolonialer Grenzziehungen (Sykes-Picot-Abkommen) und der Konstruktion des IS als grenzenlose Einheit, die durch die Zerstörung alter Grenzen und das Konzept der Umma neu definiert wird.
Die Arbeit analysiert, wie Kinder gezielt ideologisiert werden, um als "zukünftige Generation" das Kalifat zu sichern, und wie dies durch spezielle Camps und mediale Präsenz als Teil der langfristigen Konsolidierungsstrategie eingesetzt wird.
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