Masterarbeit, 2016
68 Seiten, Note: 1,3
1. Der absolute Geist in der Kunst
1.1. Die Perspektive Charles Taylors
1.2. Frage nach dem Absoluten in der Kunst
1.3. Die Kunst und ihre Götter
2. Der absolute Geist in der Religion
2.1. Die Perspektive Charles Taylors
2.2. Die Frage nach dem Absoluten in der Religion
2.3. Hegel und der Geist Gottes
3. Der absolute Geist als Philosophie
3.1. Die Perspektive Charles Taylors
3.2. Selbstbewusstsein und Selbstkonstitution
3.3. Die Macht der Reflexion
3.4. Was ist der absolute Geist
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Hauptziel, das Wesen des absoluten Geistes im Werk von G.W.F. Hegel zu klären und zu interpretieren, wobei insbesondere die drei Formen Kunst, Religion und Philosophie in ihrer Bedeutung für das menschliche Selbstbewusstsein untersucht werden.
Die Macht der Reflexion
Die Philosophie erkennt erst in der Rückschau, aber in dieser Rückschau liegt ihr eine Welt zu Füßen. Die Macht der Reflexion scheint daher zunächst etwas eingeschränkt, aber zugleich erhält sie durch ihren späten Zugriff auf die Wirklichkeit ihre besondere Macht und Kraft. Wenn Hegel in seiner Vorrede zu den Grundlinien der Philosophie des Rechts gleichsam poetisch wie durchdringend weise vom Grau in Grau in der Philosophie und vom Flug der Eule der Minerva spricht, so ist das für das Ziel dieser Arbeit ein passendes und einleitendes Bild, welches die Richtung anzeigt, in die nun weitergedacht werden soll.
Die Eule der Minerva, Sinnbild für die Weisheit und für ebendiese besondere Macht und Stellung der philosophischen Reflexion, beginnt ihren Flug erst beim Einbrechen der Dämmerung. Auch von diesem Bild aus, aus dieser zunächst noch eher weltanschaulichen und sehr weiten Perspektive, kann man versuchen, eine Antwort auf die Frage nach dem Wesen des absoluten Geistes zu geben. Der absolute Geist in seiner vollkommenen Form ist die Philosophie, weil sie als das Selbstbewusstsein auch der Wissenschaft(en) selber, das Denken und Handeln bedenkt und reflektiert, weil sie ferner das Ganze einer Welt zu denken versucht und dabei um die Beschränktheit dieses Denkens, wie um seine Macht weiß.
1. Der absolute Geist in der Kunst: Dieses Kapitel untersucht die Kunst als erste Form des absoluten Geistes, wobei der Fokus auf ihrer begrenzten, aber bedeutungsstiftenden Rolle im Verhältnis zwischen Mensch und Absolutem liegt.
2. Der absolute Geist in der Religion: Die Religion wird als Vermittlerin analysiert, die Vorstellungen von einem göttlichen Gegenüber nutzt, während sie gleichzeitig auf die vollendete Form der Philosophie verweist.
3. Der absolute Geist als Philosophie: Das abschließende Hauptkapitel definiert die Philosophie als spekulative Wissenschaft, die durch Reflexion und Selbstbewusstsein die Wahrheit über das menschliche Sein und dessen Weltbezug expliziert.
Hegel, absoluter Geist, Philosophie, Kunst, Religion, Selbstbewusstsein, Reflexion, Selbstkonstitution, Spekulative Philosophie, Selbstwissen, Freiheit, Idealismus, Charles Taylor, Weltgeschichte, Wissensformen.
Die Arbeit untersucht das Verständnis des absoluten Geistes im philosophischen System von G.W.F. Hegel.
Die zentralen Felder sind die Analyse der drei Gestalten des Geistes (Kunst, Religion, Philosophie) und deren Bedeutung für das menschliche Selbstbewusstsein.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, was der absolute Geist bei Hegel ist, gestützt auf die Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften.
Die Arbeit nutzt die interpretative Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung und kritischer Würdigung der Hegel-Interpretation von Charles Taylor.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kunst, Religion und Philosophie als aufeinander aufbauende Stufen der Explikation des Geistes.
Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Reflexion, Selbstkonstitution, spekulative Philosophie, absolute Geist und Selbstbewusstsein.
Während die Kunst ihre Inhalte noch anschaulich und bildhaft darstellt, erreicht die Philosophie eine begriffliche und systematische Durchdringung der Realität.
Taylor dient als orientierender Einstieg, dessen historische Lesart jedoch kritisch hinterfragt wird, um eine logisch-explikative Deutung des Hegelschen Systems zu favorisieren.
Das Bild illustriert die Philosophie als eine Kraft, die erst im Rückblick auf die Wirklichkeit ihre volle Bedeutung und ordnende Funktion entfaltet.
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