Masterarbeit, 2004
61 Seiten, Note: 1,0
1 Von Bildern und Bildstörungen – Einleitung
2 Dorn im Auge – Blendung als filmischer Schock
3 Statisten mit Stock – Blinde in Nebenrollen
4 Im Rampenlicht – Blinde in Hauptrollen, ein historischer Überblick
4.1 Die Supercrips Blinde in neueren Actionfilmen
4.2 Ich sehe was, was Du nicht siehst Blinde in Thrillern der Sechzigerjahre bis heute
4.3 Opfergang mit Augenbinde "Dancer in the Dark" von Lars von Trier
4.4 Schwarze Pädagogik Die Taubblinde Helen Keller und ihr Leben im Biopic
4.5 Der Sonne fern Exkurs über Werner Herzogs Taubblinden-Film
4.6 Der korrigierte Blick Der Kinderfilm "Die Blindgänger
5 Ausblick ohne rosa Brille – Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Darstellung blinder und sehbehinderter Menschen in Spielfilmen. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen filmischen Klischees sowie Metaphoriken und der gesellschaftlichen Realität der Betroffenen kritisch zu hinterfragen und zu analysieren, wie filmische Mittel Blindheit simulieren.
Dorn im Auge – Blendung als filmischer Schock
Die Blendung, die Zerstörung des Auges, war die schwerste Verstümmelungsstrafe in der Antike und im Mittelalter. Sie wurde an Verrätern, Falschmünzern und Dieben vollstreckt. Das Kino hat seine Verwandtschaft mit dem Circus Maximus und dem Hinrichtungs-Spektakel nie ganz abgeschüttelt. In seinen düsteren Folterkammern, in Horror- und Splatter-Filmen, darf sich der sensationslüsterne Zuschauer an zerstochenen, zerstampften, herausgerissenen Augen delektieren, obwohl es ihn schaudert bei der Vorstellung, dies könnte ihm selber zustoßen – oder gerade deshalb.
Doch lässt sich die Blendung im Kino ganz pauschal nur als billige Effekthascherei abtun? Häufig ist die Glaskörper-Verletzung, wie andere Formen von Gewalt in der Kunst, als gewollter Tabubruch geschehen. Eine Blendung, die uns die Augen öffnet. Für uns selbst. Schon im Theater der griechischen Antike erschütterte ein Botenbericht das Publikum, König Ödipus habe sich mit der Spange seiner Gemahlin und Mutter Eurydike geblendet. Und entließ die Zuschauer, so wollte es Aristoteles in seiner Dramentheorie, gereinigt von den hervorgerufenen Leidenschaften.
1 Von Bildern und Bildstörungen – Einleitung: Die Einleitung thematisiert die statistische Überrepräsentation von Blinden in Spielfilmen im Vergleich zur Realität und stellt die Forschungsfrage nach den Gründen für diese filmische Konstruktion.
2 Dorn im Auge – Blendung als filmischer Schock: Dieses Kapitel untersucht die filmische Inszenierung des Aktes der Blendung als Schockmoment und seine historische Verbindung zu antiken Erzähltraditionen und moderner Splatter-Ästhetik.
3 Statisten mit Stock – Blinde in Nebenrollen: Hier werden blinde Figuren in Nebenrollen analysiert, die häufig als humoristische Auflockerung, mystische Weise oder bloße Hilfsfiguren für sehende Helden fungieren.
4 Im Rampenlicht – Blinde in Hauptrollen, ein historischer Überblick: Dieser Hauptteil bietet eine chronologische und thematische Untersuchung blinder Hauptfiguren, unterteilt in verschiedene Genres und filmische Ansätze vom Stummfilm bis zur Gegenwart.
5 Ausblick ohne rosa Brille – Schlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert kritisch, ob Spielfilme tatsächlich zur Sensibilisierung und Emanzipation behinderter Menschen beitragen können.
Blindheit, Spielfilm, Sehbehinderung, Filmgeschichte, Bildstörungen, Supercrip, Identifikation, Klischees, Repräsentation, Filmthriller, Inklusion, Wahrnehmung, Metaphorik, Dokumentarfilm, Kinodramaturgie
Die Arbeit untersucht, wie blinde und sehbehinderte Menschen in Spielfilmen dargestellt werden und welche Klischees oder filmischen Konstruktionen dabei zum Einsatz kommen.
Zentrale Themen sind die Metaphorik von Blindheit, die Inszenierung als Schock oder Weisheit sowie die Entwicklung des "Blinden-Bildes" im Hollywood- und europäischen Kino.
Das Ziel ist herauszuarbeiten, warum Filme oft ein verzerrtes Bild von Blindheit zeichnen und inwiefern diese Darstellungen die Sichtweise des sehenden Publikums beeinflussen.
Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die verschiedene Filmbeispiele systematisch in den Kontext von Literatur, Zeitgeschichte und Filmanalyse stellt.
Der Hauptteil analysiert diverse Kategorien, wie die Verwendung von Blinden als "Supercrips" in Actionfilmen, als Opfer in Thrillern oder in anspruchsvolleren Biopics und Dokumentationen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Blindheit, Repräsentation, filmische Metaphorik, Klischee, Identifikation und Kinodramaturgie.
Moderne Actionfilme nutzen Blindheit oft als "Superkraft"-Konstruktion, bei der der Held durch die Behinderung zwar äußerlich eingeschränkt ist, aber übersinnliche Fähigkeiten entwickelt.
Während Spielfilme Blindheit oft stark dramatisieren und instrumentalisieren, versuchen Dokumentarfilme wie die von Werner Herzog, einen authentischeren, wenn auch teils problematischen Blick auf die Realität taubblinder Menschen zu werfen.
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