Bachelorarbeit, 2015
57 Seiten, Note: 1,3
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Einleitung
2. Alkoholabhängigkeit
2.1. Begriffsdefinitionen
2.2. Klassifikation
3. Familie
3.1 System Familie
3.2 Erziehung
4. Einflüsse auf die Interaktion in der Familie mit alkoholabhängigen Eltern
4.1. Stimmungs-/Verhaltensschwankungen
4.2 Struktur/Familienrituale
4.3 (unterdrückte) Gefühle
4.4 Streit und Konflikte
4.5 Empirische Ergebnisse
5. Anpassung der Kinder und Rollenmodell
5.1 Rollenmodell nach Wegscheider
5.2 Empirische Ergebnisse
6. Zusammenfassung und Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen der elterlichen Alkoholabhängigkeit auf die familiäre Situation und die Entwicklung von Kindern. Das primäre Ziel ist es, spezifische familiäre Risikofaktoren zu identifizieren, die Anpassungsleistungen der betroffenen Kinder zu analysieren und das Rollenmodell nach Wegscheider auf seine empirische Validität zu prüfen, um Grundlagen für effektivere Präventions- und Behandlungsmaßnahmen zu schaffen.
4.1. Stimmungs-/Verhaltensschwankungen
Als erstes ist bei den Alkoholeffekten die Stimmungs- und Verhaltenslabilität auf Seiten des Alkoholabhängigen zu nennen. Das bedeutet, dass Kinder ihre Eltern unter Alkoholeinfluss als anders erleben. Das heißt nicht immer, dass die Eltern aggressiv werden oder undeutlich sprechen, sie können auch lauter oder verschmust bzw. ironisch werden. Die Kinder verunsichert dieses sprunghafte Verhalten. Sie werden mit der Situation konfrontiert, zwei unterschiedliche Personen vor sich zu haben, in Abhängigkeit des Alkoholpegels und dies geschieht unvorhersehbar. (Moesgen, 2014) Diese zwei Personen können sehr gegensätzlich sein. Beispielsweise ist der nüchterne Vater fürsorglich und verspricht, bei den Hausaufgaben zu helfen, doch am nächsten Tag ist er betrunken und beschimpft sein Kind, zu viele Fehler zu machen und verliert völlig die Beherrschung. Der Wechsel zwischen Fürsorge, Versprechungen, Desinteresse sowie Ablehnung sind an der Tagesordnung. Teilweise wechseln täglich die nüchternen und betrunkenen Phasen. (Zobel, 2006) Manche Tage ist er eher verträglich oder auch euphorisch und andere wieder eher gereizt sowie aggressiv. Der Alkoholabhängige kann sich z.B. spendabel benehmen, obwohl das Geld möglicherweise knapp ist. Den nächsten Tag verbringt er wieder in Selbstmitleid oder er fühlt sich eventuell als der Größte. (Lambrou, 2010) Schlechte Schulleistungen werden beispielsweise im einen Zustand bestraft und am anderen Tag wird Nachsichtigkeit gezeigt. Gute Leistungen werden oft nicht geschätzt. Je nachdem, wie hoch der Alkoholpegel ist, wird gleiches Verhalten mal bestraft und mal gelobt. (Zobel, 2006) Die Kinder bekommen viel Liebe und im nächsten Moment werden sie für eigentlich Nichts bestraft. Der Vater bedroht sie und die Mutter schenkt viel Zärtlichkeit. (Schmalz, 2007)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Verbreitung der Alkoholabhängigkeit und deren signifikante Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern in betroffenen Familien unter Bezugnahme auf bestehende Forschung.
2. Alkoholabhängigkeit: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Suchtmedizin und erläutert die gängigen Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV zur Diagnose der Alkoholabhängigkeit.
3. Familie: Hier werden theoretische Grundlagen zur Systemtheorie der Familie sowie die Rolle der Erziehung und Interaktionsmuster für die kindliche Entwicklung dargelegt.
4. Einflüsse auf die Interaktion in der Familie mit alkoholabhängigen Eltern: Dieses Kapitel untersucht die konkreten Auswirkungen des elterlichen Suchtverhaltens auf das Familienklima, Stimmungsstabilität und Konfliktverhalten der Familienmitglieder.
5. Anpassung der Kinder und Rollenmodell: Hier wird der Prozess der kindlichen Anpassung an Suchtfamilien beschrieben und das Rollenmodell nach Wegscheider als Erklärungsansatz für Rollenverteilungen eingeführt.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel wertet die präsentierten Ergebnisse aus, diskutiert methodische Limitationen der Studien und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung der Erkenntnisse für Prävention und Unterstützung.
Alkoholabhängigkeit, Kindheit, Familiensystem, Erziehungsstil, Rollenmodell, Wegscheider, Risikofaktoren, Familienklima, Gewalt, psychische Belastung, Interaktionsmuster, Sucht, Resilienz, Verhaltensauffälligkeiten, Anpassung.
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der elterlichen Alkoholabhängigkeit auf die familiäre Situation und die kindliche Entwicklung, wobei der Fokus auf Interaktionsmustern und Rollenverteilungen liegt.
Zentrale Themen sind die Beeinflussung der Familienatmosphäre, die Rolle von Erziehungspraktiken, das Erleben von Gewalt und die Anpassungsstrategien von Kindern in suchtbelasteten Familien.
Ziel ist es, die Auswirkungen der elterlichen Suchterkrankung auf Kinder wissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten und die Validität des Rollenmodells nach Wegscheider anhand empirischer Studien zu überprüfen.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche und der Zusammenführung empirischer Ergebnisse aus verschiedenen psychologischen Studien zu Kindern aus Suchtfamilien.
Der Hauptteil analysiert direkte und indirekte Einflüsse auf die familiäre Interaktion (wie Stimmungsschwankungen und Rituale), die psychischen Belastungen durch Konflikte und die spezifischen Rollen, die Kinder in solchen Familien einnehmen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Alkoholabhängigkeit, Familiensystem, kindliche Rollenmodelle (nach Wegscheider), familiäre Risikofaktoren sowie Resilienz und Bewältigungsstrategien.
Rollen dienen nach dem Modell von Wegscheider dazu, das instabile Familiensystem zu stabilisieren, wobei Kinder Verhaltensweisen wie den "Helden", "Sündenbock" oder "Clown" annehmen, um mit der psychischen Belastung umzugehen.
Erziehungsstile beeinflussen maßgeblich die Entwicklung von Kompetenzen und Ängstlichkeit bei Kindern; bei alkoholabhängigen Eltern finden sich häufiger Inkonsistenz und Strafintensität, die die kindliche Entwicklung negativ prägen.
Ja, die Arbeit weist darauf hin, dass auch das Verhalten des nicht-süchtigen Partners entscheidend ist, da dieser oft durch das Rollenverhalten des Abhängigen überfordert ist und selbst eine veränderte Erziehungsrolle einnimmt.
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