Bachelorarbeit, 2014
50 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Heavy Metal – Das Genre und seine Rollenmodelle
2.1 Die Entstehung und Definition des Heavy Metals
2.2 Rollenmodelle und Musikvideos – Begriffsklärung
2.2.1 Die Rolle
2.2.2 Das Musikvideo
2.3 Rollenmodelle in der Forschungsliteratur
2.3.1 Robert Walsers Beschreibung der Musiker im Heavy Metal
2.3.2 Fortführung der Rollenmodelle im Metal
3. Machine Head „Darkness Within“
3.1 Analyse des Videos unter der Berücksichtigung musikalischer Mittel
3.2 Betrachtung der entstehenden Rollenmodelle
3.3 Bezugnahme der Rollenmodelle auf die Forschungsliteratur
4. In This Moment „Whore“
4.1 Analyse des Videos
4.2 Betrachtung der entstehenden Rollenmodelle
4.3 Bezugnahme der Rollenmodelle auf die Forschungsliteratur
5. Schlussbetrachtungen
Die Arbeit untersucht, wie Rollenmodelle innerhalb des Musikgenres Heavy Metal konstruiert werden und welche Rolle Musikvideos bei der Vermittlung dieser Identitätsentwürfe spielen. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, welche stilistischen und narrativen Strategien angewandt werden, um Rollenbilder zu erzeugen, und inwiefern sich diese mit theoretischen Ansätzen aus der Forschungsliteratur decken.
2.3.1 Robert Walsers Beschreibung der Musiker im Heavy Metal
Nach Walser tritt der männliche Metalmusiker als umher stolzierender Mann in Leder, Spandex und auffallender Kleidung auf, während er in seine Performance die Gitarre oder den Mikrofonständer als phallisches Symbol einbezieht. Er bedient sich dabei der Hypermaskulinität oder der Androgynität als stilistisches Mittel zur visuell auffallenden Darstellung einer Grenzüberschreitung. Diese Grenzüberschreitung kann als eine Form der Abgrenzung auf der visuellen Ebene vom Metal zu anderen Musikrichtungen gesehen werden. Der Metalmusiker befindet sich laut Walser in einem Widerspruch zwischen kontrollierter Stärke und Emotionalität. Die Emotionalität ist notwendig, um überhaupt ein hohes Maß an Virtuosität darstellen zu können und der Musik einen Ausdruck zu verleihen. Sie untergräbt aber gleichzeitig die maskuline Identität, da emotionale Ausbrüche eher Frauen zugeschrieben werden und nicht mit den Vorstellungen von Macht und Kraft übereinstimmen, die im Metal thematisiert werden und als männlich gelten. Dieser Widerspruch kann umgangen werden, indem die Weiblichkeit ausgeschlossen wird. Die Darstellung von Leidenschaft (Walser spricht von „Pleasure“) stellt einen weiteren Widerspruch zum Erreichen von Kontrolle und Macht dar. Auch hier dient der Ausschluss von Weiblichkeit als Strategie zur Vermeidung eines Kontrollverlusts. Der Metal bewahrt die Männer vor dem Verlust, der durch die Gefahr von Leidenschaft und Emotionalität hervorgerufen wird, ermöglicht aber gleichzeitig die Zurschaustellung des männlichen Körpers, was durchaus auch homoerotisch wirken kann. Das „Male bonding“ (ein soziales Konstrukt das nur aus Männern besteht und mit „Männerfreundschaft“ übersetzt werden kann) hilft dabei ein gemeinsames Verständnis für die Bildsprache des Metals zu entwickeln und sie als Teilnehmer der Szene zu deuten.
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Wahl des Themas und erläutert die Bedeutung der Rollenkonstruktion im Heavy Metal als Subkultur.
2. Heavy Metal – Das Genre und seine Rollenmodelle: Dieses Kapitel definiert die historischen Grundlagen des Genres sowie die soziologischen und medialen Begriffe von Rolle und Musikvideo.
3. Machine Head „Darkness Within“: Eine detaillierte Analyse des Musikvideos hinsichtlich musikalischer Mittel und der daraus abgeleiteten Rollenbilder für die Bandmitglieder und Protagonisten.
4. In This Moment „Whore“: Untersuchung der spezifischen Rollenentwürfe und der offensiven Weiblichkeit in diesem Performance-Video sowie deren Einordnung in den Kontext der Forschungsliteratur.
5. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und reflektiert über die Veränderung von Rollenmodellen im Metal zwischen Stärke, Leid und der zunehmenden Bedeutung weiblicher Perspektiven.
Heavy Metal, Rollenmodelle, Musikvideo, Maskulinität, Weiblichkeit, Subkultur, Identitätskonstruktion, Machine Head, In This Moment, Macht, Kontrolle, Performance, Geschlechterrollen, Musikwissenschaft, Medienanalyse
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Analyse von Rollenmodellen innerhalb des Musikgenres Heavy Metal, wobei sie theoretische Konzepte mit der visuellen und musikalischen Praxis in Musikvideos verknüpft.
Zentral sind die Untersuchung von Geschlechterrollen (Männlichkeit/Weiblichkeit), das Medium Musikvideo als Instrument der Selbstinszenierung und die musikalische Analyse von Genrespezifika im Metal.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Metal-Künstler durch Musikvideos Rollenmodelle konstruieren und wie diese mit etablierten wissenschaftlichen Theorien, insbesondere denen von Robert Walser und Dietmar Elflein, korrespondieren.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse von zwei exemplarischen Musikvideos („Darkness Within“ und „Whore“), ergänzt durch eine intensive Auseinandersetzung mit musikwissenschaftlicher und soziologischer Forschungsliteratur.
Neben den theoretischen Grundlagen analysiert der Hauptteil die beiden genannten Videos detailliert unter Berücksichtigung musikalischer, textlicher und visueller Aspekte und vergleicht diese mit den diskutierten Rollenmodellen.
Die wichtigsten Begriffe sind Heavy Metal, Rollenmodelle, Musikvideo, Maskulinität, Weiblichkeit, Kontrolle und Identitätskonstruktion.
Bei Machine Head dient das Leiden als Stilmittel zur Legitimation von Authentizität und Stärke, wobei die Inszenierung im Video eng mit der düsteren textlichen Aussage verknüpft ist.
Maria Brink nutzt eine offensive Weiblichkeit und die bewusste Besetzung erniedrigender Symbole (z.B. Narrenkappe), um Macht zurückzugewinnen, und bricht damit mit der traditionellen, eher exklusiven Männlichkeitsdarstellung im Metal.
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