Masterarbeit, 2016
144 Seiten, Note: 1,1
1 Motivation und Hintergrund
2 Website-Ästhetik – Begriffsdefinition und Abgrenzung
2.1 Ästhetik in der Philosophie und Psychologie
2.2 Ästhetik in der MMI
2.2.1 Definition und Abgrenzung
2.2.2 Die Gestaltungsmerkmale Inhalt, Usability und Ästhetik
2.2.3 Kulturelle Aspekte
3 Webdesign im Kontext der Ästhetik
3.1 Geschichtlicher Überblick und Trends im Webdesign
3.2 Gestalterische Grundlagen im Webdesign
3.2.1 Psychologische Effekte bei der Website-Wahrnehmung
3.2.2 Wahrnehmungsgesetze
3.2.3 Bilder und Grafiken
3.2.4 Layout
3.2.5 Symmetrie und Proportion
3.2.6 Typografie
3.2.7 Farbe und Kontrast
3.3 Responsive Webdesign
3.3.1 Abgrenzung zu mobilen Websites
3.3.2 Adaptive und Responsive Layouts/Websites
4 Aktueller Forschungsstand zur Website-Ästhetik
4.1 Einflussfaktor Website-Ästhetik
4.2 Erfassung visueller Ästhetik
4.2.1 Objektive Messverfahren
4.2.2 Subjektive Messverfahren
5 Untersuchung zur Website-Ästhetik auf unterschiedlichen Endgeräten
5.1 Nutzung von internetfähigen Endgeräten
5.2 Hypothesen
5.3 Variablen
5.4 Methodische Vorgehensweise
5.5 Grundgesamtheit und Probandenauswahl
5.6 Auswahl der zu bewertenden Websites
5.7 Aufbau des Fragebogens
5.8 Versuchsaufbau und Durchführung
6 Analyse der Untersuchungsergebnisse
6.1 Darstellung der Ergebnisse und Hypothesenprüfung
6.1.1 Demografische Daten
6.1.2 Überblick der erhobenen Bewertungen
6.1.3 Vergleich der Gesamtbewertung auf unterschiedlichen Endgeräten (H1)
6.1.4 Vergleich Erst- und Gesamteindruck auf unterschiedlichen Endgeräten (H2)
6.1.5 Vergleich der Ästhetikfacette „Einfachheit“ auf unterschiedlichen Endgeräten (H3)
6.1.6 Weitere statistische Erkenntnisse
6.1.7 Qualitative Auswertung ausgewählter Websites
6.2 Zusammenfassung und Interpretation
7 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit die ästhetische Wahrnehmung von Responsive Websites auf verschiedenen Endgeräten (Desktop-PC, Tablet, Smartphone) variiert. Ziel ist es, durch eine experimentelle Vergleichsstudie zu ermitteln, ob Nutzer Responsive Designs auf unterschiedlichen Geräten unterschiedlich bewerten, und daraus Kriterien für ästhetisches Webdesign abzuleiten.
3.2.1 Psychologische Effekte bei der Website-Wahrnehmung
Wie in anderen Bereichen unserer Umwelt, unterliegt auch das Betrachten von Websites bestimmten psychologischen Verhaltensmustern. Bei der Suche nach bestimmten Inhalten im WWW ist die nächste Website auf Grund der großen Auswahl meist nur einen Klick weit entfernt. Umso wichtiger ist es daher, den Nutzer innerhalb weniger Millisekunden an die Website zu binden. Anders als z.B. beim Fernsehen, wo der Nutzer linear durch ein bestimmtes Programm geführt wird und dabei wenig Entscheidungsfreiheit hinsichtlich der Abfolge besitzt, können Web-Nutzer selbst entschieden, was und in welcher Reihenfolge betrachtet wird.
Der dänische Usability-Berater Jakob Nielsen hat dazu in der Vergangenheit zahlreiche Eye-Tracking-Studien veröffentlicht, bei denen er die visuelle Wahrnehmung von Websites untersuchte. Er stellte fest, dass Nutzer beim Erstbesuch einer Website v. a. auf aussagekräftige Bilder achten, erst danach auf Textinhalte. Bilder und Grafiken, die lediglich zum Ausschmücken einer Website verwendet werden, bleiben dabei aber meist ungeachtet. Nielsen fand außerdem heraus, dass Websites lediglich überflogen werden und Nutzer meist nur kurze und prägnante Informationshäppchen aufnehmen. Auch wurde eine bestimmte Abfolge bei der Wahrnehmung herausgefunden, wonach (westliche) Nutzer eine Website im sog. F-Pattern-Prinzip visuell wahrnehmen. Das heißt, die Leserichtung beginnt oben links und wandert von da aus horizontal zum rechten Seitenrand. Anschließend wandert der Blick am linken Seitenrand vertikal nach unten und daraufhin wieder horizontal nach rechts – der Blick folgt also einem F-Muster.
1 Motivation und Hintergrund: Erläutert die Relevanz der Website-Ästhetik als entscheidende Komponente der User Experience und überträgt das Prinzip „Form follows function“ auf digitale Produkte.
2 Website-Ästhetik – Begriffsdefinition und Abgrenzung: Definiert Ästhetik im Kontext der Mensch-Maschine-Interaktion (MMI) und diskutiert die Dimensionen Inhalt, Usability und Ästhetik.
3 Webdesign im Kontext der Ästhetik: Bietet einen geschichtlichen Abriss über Webdesign-Trends und analysiert gestalterische Grundlagen wie Wahrnehmungsgesetze, Typografie und Responsive Design.
4 Aktueller Forschungsstand zur Website-Ästhetik: Beleuchtet den Einfluss der Ästhetik auf Glaubwürdigkeit und Usability sowie bestehende objektive und subjektive Messverfahren.
5 Untersuchung zur Website-Ästhetik auf unterschiedlichen Endgeräten: Beschreibt das methodische Design der experimentellen Studie, die Hypothesen und die Auswahl der untersuchten Hochschulwebsites.
6 Analyse der Untersuchungsergebnisse: Präsentiert die statistische Auswertung der erhobenen Daten, prüft die Hypothesen und analysiert qualitativ die Gestaltungsmerkmale der Websites.
7 Fazit und Ausblick: Fasst die zentralen Erkenntnisse über die Bewertung von Responsive Websites auf verschiedenen Endgeräten zusammen und gibt Ausblicke auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Website-Ästhetik, Responsive Design, User Experience, Usability, VisAWI, Ersteindruck, Webdesign, Gestaltungsmerkmale, Eye-Tracking, Wahrnehmungspsychologie, Responsive Webdesign, Hochschulwebsites, UX-Design, Interface-Design, Experimentelle Vergleichsstudie.
Die Masterarbeit befasst sich mit der ästhetischen Bewertung von Websites durch Nutzer und analysiert, inwiefern sich diese Bewertung unterscheidet, wenn dieselbe Website auf verschiedenen internetfähigen Endgeräten wie Desktop-PCs, Tablets oder Smartphones betrachtet wird.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Website-Ästhetik, die Prinzipien des Responsive Designs, die Wahrnehmungspsychologie im Webdesign sowie die Erfassung und Messung von Ästhetik mittels wissenschaftlicher Instrumente wie dem VisAWI-Fragebogen.
Das Hauptziel besteht darin, empirisch zu untersuchen, ob die ästhetische Bewertung von Responsive Websites auf unterschiedlichen Endgeräten signifikant variiert, und daraus konkrete Gestaltungsempfehlungen für Webdesigner abzuleiten.
Es handelt sich um eine experimentelle Vergleichsstudie mit insgesamt 60 Probanden. Diese bewerteten jeweils 20 verschiedene Responsive Websites auf einem der drei genannten Endgeräte anhand des VisAWI-Fragebogens, ergänzt durch eine qualitative Analyse der untersuchten Gestaltungsmerkmale.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu Ästhetik und Webdesign-Grundlagen, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Ästhetik-Messung sowie die Durchführung und Auswertung der empirischen Vergleichsstudie.
Die wichtigsten Schlagworte sind Website-Ästhetik, Responsive Design, User Experience, Usability und der VisAWI-Fragebogen als zentrales Messinstrument.
Die Studie deutet darauf hin, dass die Tablet-Versionen der untersuchten Websites oft nur eine "zusammengestauchte" Desktop-Variante ohne spezifisches Konzept für das Gerät darstellen, was zu einer negativen Beurteilung der Einfachheit und Übersichtlichkeit führt.
Die Ästhetikfacette "Einfachheit" erweist sich als kritisch. Die Untersuchung zeigt, dass die auf dem Desktop-PC untersuchten Websites hinsichtlich dieser Facette signifikant besser bewertet werden als auf mobilen Endgeräten, was auf die Bedeutung von ausreichendem Whitespace und einer strukturierten Anordnung verweist.
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