Diplomarbeit, 2011
131 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Der Mensch und die Medien
2.1 Individuum – Kollektiv – Masse
2.2 Kollektive Emotionen
2.3 Charakteristika von Medienereignissen
3. Fallstudien
3.1 Ereigniskategorien und Auswahlkriterien
3.2 Fallstudie 1: Unfalltod von Diana Spencer
3.2.1 Ereignisverlauf
3.2.2 Narratives Vorher
3.2.3 Narratives Nachher
3.2.4 Konstruktion des medialen Abbildes ‹Diana›
3.3 Fallstudie 2: Attentat vom 11. September 2001 – ‹9/11›
3.3.1 Ereignisverlauf
3.3.2 Narratives Vorher
3.3.3 Narratives Nachher
3.3.4 Konstruktion des medialen Abbildes ‹9/11›
3.4 Fallstudie 3: Tsunami in Südostasien – ‹Sumatra-Andaman-Beben›
3.4.1 Ereignisverlauf
3.4.2 Narratives Vorher
3.4.3 Narratives Nachher
3.4.4 Konstruktion des medialen Abbildes ‹Tsunami›
3.5 Auswertung und Ableitungen der Fallstudien
4. Theoretische Betrachtung und Übertragung
4.1 Kollektive Identitäten
4.2 Empathie und Mimesis
4.3 Kollektive Bedeutungszuschreibung
4.4 Die menschliche Natur
4.5 Das Bild als Bote
5. Zusammenführung und Fazit
Diese Arbeit untersucht die Entstehung und den Nutzen kollektiver Emotionen im Kontext bedeutender Medienereignisse. Basierend auf einer Analyse kommunikationswissenschaftlicher, soziologischer und evolutionspsychologischer Theorien wird hinterfragt, welche Faktoren und Merkmale innerhalb solcher Ereignisse Menschen instinktiv dazu bewegen, sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen und gemeinsam zu trauern oder zu handeln.
3.3.4 Konstruktion des medialen Abbildes ‹9/11›
Obwohl die Attentäter des 11. September mehrere Ziele angriffen, findet man bei Recherchen zum Thema hauptsächlich Bilder des World Trade Centers. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass hier die meisten Opfer getroffen wurden und dass es sich um ein ziviles Ziel handelte. Das Verteidigungsministerium muss schon ob seiner Funktion als politisches Symbol mit einem höheren Bedrohungspotential rechnen. Die Hintergrundinformationen zum vierten Flugzeug kamen zeitverzögert, weswegen sie deutlich weniger wiederholt werden konnten. Außerdem waren die einzigen Dokumente Tonaufnahmen, die sich der visuellen Anziehungskraft der einstürzenden Türme unterordnen mussten. „Wir haben die ersten Schreckensbilder der Television ästhetisch, mithin auch lustvoll und aus sicherer Distanz, erfahren.“ (Gorsen, 2002: 96) Hinzu kommt, dass die Türme als Symbol für Freiheit und Konsum standen, so dass ein Angriff äquivalent mit einem Angriff auf alle kapitalistischen Gesellschaftsformen verstanden werden kann. Die nachträgliche Konstruktion des Feindbildes Islam, dem teilweise sehr generalisiert der Kampf oder Hass gegen die ‹Ungläubigen› angeheftet wurde, zementierte die Attentate als Angriff auf die westliche Welt. Ein erheblicher Faktor, wenn man die moralischen Aspekte betrachtet, ist vor allem auch die Heimtücke der Attentäter. Die Bevölkerung der USA hatte keine Kenntnis von einem sich anbahnenden Konflikt mit den islamischen Terrororganisationen. Das Attentat kam sozusagen aus heiterem Himmel, da ihm keine Drohungen und auch kein offener Diskurs vorangegangen waren.
1. Einleitung: Einführung in das Phänomen kollektiver Emotionen als Reaktion auf einschneidende Medienereignisse und Darlegung der Forschungsfrage.
2. Der Mensch und die Medien: Theoretische Grundlagen zu den Begriffen Individuum, Kollektiv, Masse sowie zur Charakteristik von Medienereignissen.
3. Fallstudien: Detaillierte Analyse von drei spezifischen Medienereignissen hinsichtlich Ereignisverlauf, narrativer Einbettung und medialer Bildkonstruktion.
4. Theoretische Betrachtung und Übertragung: Verknüpfung der Fallbeispiele mit Theorien zur kollektiven Identität, Empathie, Mimesis und Bedeutungszuschreibung.
5. Zusammenführung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach dem Sinn und Nutzen kollektiver Emotionen für den Menschen.
Kollektive Emotionen, Medienereignisse, Gemeinschaftsbildung, 9/11, Diana Spencer, Tsunami 2004, Mimesis, Empathie, Soziologie, Evolutionspsychologie, Massenmedien, Identitätsbildung, Symbolik, kollektives Gedächtnis, Krisenbewältigung.
Die Arbeit untersucht das Entstehen kollektiver Emotionen als Reaktion auf bedeutende Medienereignisse und analysiert, warum Menschen sich in Krisenzeiten spontan zu Gemeinschaften zusammenschließen.
Die Themen umfassen die Soziologie der Masse, die Wirkung medialer Berichterstattung, psychologische Mechanismen wie Empathie und Mimesis sowie die evolutionären Hintergründe menschlichen Verhaltens.
Es wird erforscht, welche spezifischen Faktoren Medienereignisse auslösen müssen, damit sie kollektive Emotionen erzeugen, und welchen Nutzen der Mensch durch solch ein kollektives Verhalten zieht.
Die Autorin kombiniert Literaturanalysen (kommunikationswissenschaftlich, soziologisch, psychologisch) mit einer vergleichenden Fallstudienmethode zu drei historischen Medienereignissen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, drei detaillierte Fallstudien zu Diana Spencer, 9/11 und dem Tsunami 2004 sowie eine fundierte theoretische Übertragung dieser Ereignisse auf psychologische und soziologische Konzepte.
Kollektive Emotionen, Medienereignisse, Identitätsbildung, Mimesis, Empathie, Symbolik und die psychologische Sinnsuche sind zentrale Begriffe.
Die Arbeit zeigt, dass Medien durch selektive Berichterstattung und die Komprimierung von komplexen Ereignissen auf ikonische, symbolträchtige Bilder die kollektive Deutung maßgeblich steuern und emotionalisieren.
Zeitliche Abfolgen, wie die „Unmittelbarkeit“ bei Live-Übertragungen oder die langwierige, wiederholende Verarbeitung in Medien, sind entscheidend für die Intensivierung und Verankerung von Ereignissen im kollektiven Gedächtnis.
Diana Spencer dient als Paradebeispiel für die Konstruktion einer tragischen Heldin, bei der sich durch die Projektion des eigenen Schicksals auf ihre Person eine außergewöhnlich hohe Identifikationsfähigkeit und kollektive Trauer entwickelte.
Die Autorin argumentiert, dass Menschen bei überwältigenden, unerwarteten Krisen instinktiv auf tief in der Menschheitsgeschichte verwurzelte Verhaltensmuster zurückgreifen, um die Unsicherheit zu kompensieren und sich einer Gemeinschaft anzuschließen.
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