Bachelorarbeit, 2016
77 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Segmentierung von Privatanlegern
2.1 Vermögende Privatkunden in Deutschland
2.2 Anlageziele – Das Magische Dreieck der Kapitalanlage
2.2.1 Wahrung der Liquidität
2.2.2 Erwirtschaftung einer Rendite
2.2.3 Eingehen von geringem Risiko
2.2.4 Zielkonflikte zwischen den drei Größen
2.2.5 Grad der Risikobereitschaft
2.2.5.1 Der risikoaverse Anleger
2.2.5.2 Der risikoneutrale Anleger
2.2.5.3 Der risikofreudige Anleger
3 Portfoliozusammensetzung europäischer vermögender Privatkunden
3.1 Ausgewählte Assetklassen
3.1.1 Rendite- und Risikoprofil einer Aktieninvestition
3.1.2 Rendite- und Risikoprofil einer Immobilieninvestition
3.1.3 Rendite- und Risikoprofil von Bankguthaben
3.1.4 Rendite- und Risikoprofil von festverzinslichen Wertpapieren
3.1.5 Rendite- und Risikoprofil bei Investitionen in alternative Investments
3.2 Diversifikation nach Markowitz
4 Einflussfaktoren der Geldpolitik auf die Vermögensanlage
4.1 Das Eurosystem – Aufgaben und Ziele der Europäischen Zentralbank
4.1.1 Die Aufgaben der Institution
4.1.2 Wirtschaftspolitische Ziele der EZB
4.1.2.1 Exkurs: Geld als Wertaufbewahrungsmittel
4.1.2.2 Zusammenhang von Preisniveaustabilität und Inflation
4.2 Die geldpolitischen Instrumentarien der Zentralbanken
4.2.1 Instrumentarium 1: Zinsänderungen
4.2.1.1 Der Leitzins der EZB als Referenzzinssatz
4.2.1.2 Die Liquiditätsfalle
4.2.1.3 Der Zinskanal als aussagekräftiges Medium der Zinsänderungen
4.2.1.4 Zusammenhang zwischen Leitzinssatz und Nominal- und Realzinsen für die Vermögensanlage
4.2.2 Instrumentarium 2: Geldmengenanpassung
4.2.2.1 Definition der Geldmenge im Euroraum
4.2.2.2 Über das „Herstellen“ von Geld
4.2.2.3 Das Quantitative Easing-Programm der EZB
5 Das Phänomen der Negativzinsen und deren Auswirkungen auf die Assetklassen
5.1 Bedeutung eines negativen Zinssatzes
5.2 Konsequenzen von Negativzinsen für die einzelnen Assetklassen
5.2.1 Auswirkungen auf Aktien
5.2.2 Auswirkungen auf Immobilieninvestitionen
5.2.3 Auswirkungen auf Bankguthaben
5.2.4 Auswirkungen auf festverzinsliche Wertpapiere
5.2.5 Auswirkungen auf alternative Investments
5.2.6 Empfehlungen für Portfoliozusammensetzungen
5.2.6.1 Musterdepot eines risikoaversen Anlegers
5.2.6.2 Musterdepot eines risikoneutralen Anlegers
5.2.6.3 Musterdepot eines risikofreudigen Anlegers
6 Fazit
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der aktuellen Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank auf die Anlageentscheidungen und die Portfoliozusammensetzung von vermögenden Privatanlegern. Dabei wird untersucht, wie sich die Verteilung auf verschiedene Assetklassen unter den Bedingungen eines Niedrigzinsumfelds verändert und welche Strategien für unterschiedliche Anlegertypen empfehlenswert sind.
4.2.1.2 Die Liquiditätsfalle
In der folgenden Grafik ist die Entwicklung der Leitzinssätze von Europa, den USA, Japan und Großbritannien innerhalb der letzten 16 Jahre verdeutlicht. Es geht deutlich hervor, dass sich die aktuellen Leitzinssätze um die Nullzinsgrenze, auch Zero-Lower-Bound genannt, bewegen.
In diesem Niedrigzinsumfeld greift die sogenannte Liquiditätsfalle. Bei der Erklärung und Aussage des Phänomens der Liquiditätsfalle stehen sich die Ansichten der (Neo-)Keynesianischen Theorie und die der (Neo-) Monetaristen gegenüber.
Befürwortet durch den Nobelpreisträger Paul Krugman und geprägt durch den Ökonomen John Maynard Keynes, steht der Begriff der Liquiditätsfalle für die begrenzt wirkende Geldpolitik der Zentralbanken bei einem Nullzinsniveau. „In der Falle“ befindet sich hier die Geldpolitik der Notenbank, genauer das Instrumentarium der Zinsänderungen, da es, aufgrund entfallener Steuerungsmöglichkeiten, nicht mehr wirkt. Je näher sich der Leitzins am Zero-Lower-Bound befindet, desto geringer fällt die Wirkung der Geldpolitik aus, da die sich im Wirtschaftskreislauf befindende Geldmenge aufgrund von Bargeldhaltung verringert wird. Erhöhte Bargeldhaltung herrscht deshalb, da kein rationaler Marktteilnehmer sein Kapital bei einer negativen Verzinsung anlegt.
Ein Zins von Null stellt nach Ansicht der (Neo-)Keynesianer die Grenze der Wirkung der Geldpolitik dar, da Zentralbanken im Falle einer Unterschreitung für die Bereitstellung von Notenbankgeld zahlen würden. Dadurch bestünde die Gefahr, dass das Instrumentarium der Zinsänderung seine Wirkungsweise verliere und die Geldmenge aufgrund dessen unbegrenzt anstiege.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik der Negativzinsen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach deren Auswirkungen auf das Anlageverhalten vermögender Privatanleger.
2 Segmentierung von Privatanlegern: Dieses Kapitel klassifiziert vermögende Privatanleger in verschiedene Segmente und erläutert die Grundsätze der Kapitalanlage mittels des „Magischen Dreiecks“ sowie die Risikobereitschaft.
3 Portfoliozusammensetzung europäischer vermögender Privatkunden: Hier werden die gängigsten Assetklassen analysiert und die Prinzipien der Diversifikation nach Markowitz als Grundlage für eine optimale Vermögensanlage vorgestellt.
4 Einflussfaktoren der Geldpolitik auf die Vermögensanlage: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle und Ziele der EZB sowie ihre Instrumentarien wie Zinsänderungen und Geldmengenanpassung, um den regulatorischen Rahmen der Geldpolitik zu verdeutlichen.
5 Das Phänomen der Negativzinsen und deren Auswirkungen auf die Assetklassen: Das Hauptkapitel untersucht die direkten und indirekten Folgen von Negativzinsen auf verschiedene Anlageformen und präsentiert maßgeschneiderte Musterdepots für unterschiedliche Risikotypen.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass eine diversifizierte Asset Allocation auch im Negativzinsumfeld entscheidend für den Anlageerfolg bleibt und eine aktive Auseinandersetzung mit der Vermögenssituation unerlässlich ist.
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Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der aktuellen Null- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank auf die Anlagestrategien vermögender Privatanleger in Europa.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Geldpolitik, die Analyse verschiedener Assetklassen (Aktien, Immobilien, Anleihen etc.) und die Bedeutung der Diversifikation für die Portfoliooptimierung.
Das Ziel ist es zu klären, wie vermögende Anleger ihr Portfolio unter den Bedingungen eines Niedrigzinsumfelds anpassen müssen, um ihr Kapital zu erhalten oder Erträge zu erzielen.
Die Autorin stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse, unter Einbeziehung ökonomischer Studien und aktueller Wirtschaftsdaten, um die Effekte der Geldpolitik auf Anlegerentscheidungen herzuleiten.
Im Hauptteil werden zunächst die geldpolitischen Instrumente der EZB (Zins- und Geldmengensteuerung) erläutert und anschließend auf die Auswirkungen dieser Politik auf spezifische Anlageklassen übertragen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Negativzinsen, Portfolio-Diversifikation, Asset Allocation, Realzins, Inflationsrisiko und Zentralbankpolitik.
Das "Magische Dreieck" beschreibt das Spannungsfeld zwischen den Anlagezielen Liquidität, Rendite und Risiko, die in der aktuellen Niedrigzinsphase einer neuen Bewertung unterliegen.
Das risikofreudige Depot setzt stärker auf wachstumsorientierte Aktien und alternative Investments (bis zu 40-50% Aktienanteil), während das risikoaverse Depot eine höhere Gewichtung auf einlagengesicherte Anlageformen legt.
Die Autorin argumentiert gegen die Bargeldhaltung aufgrund der negativen Auswirkungen auf das Finanzsystem sowie Sicherheitsbedenken bei der Aufbewahrung großer Bargeldbestände.
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