Bachelorarbeit, 2014
87 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
1.1 Relevanz
1.2 Gang der Arbeit
2 Grundlagen von Genossenschaften
2.1 Wesensmerkmale einer Genossenschaft
2.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.2.1 Anfänge des Genossenschaftswesens
2.2.2 Erste moderne Genossenschaften
2.2.3 Wegbereiter in Deutschland
2.3 Gründung und Aufbau einer eingetragenen Genossenschaft
2.3.1 Gründung
2.3.2 Organe
2.3.2.1 Die Generalversammlung
2.3.2.2 Der Aufsichtsrat
2.3.2.3 Der Vorstand
2.3.3 Arten von Genossenschaften
3 Präsenz von Genossenschaften – Bedeutung für Wirtschaft, Bevölkerung und Mitglieder
3.1 Weltweite Präsenz von Genossenschaften
3.2 Situation in Deutschland
4 Genossenschaftliches Prüfungswesen
4.1 Überblick
4.2 Gesetzliche Grundlage der genossenschaftlichen Pflichtprüfung
4.3 Die Organisation des genossenschaftlichen Prüfungswesens
4.3.1 Prüfungsverbände
4.3.1.1 Begriff und Rechtsform des Prüfungsverbandes
4.3.1.2 Aufbau und Organisation der Prüfungsverbände
4.3.1.3 Zweck und Aufgaben
4.3.1.4 Die Pflichtmitgliedschaft
4.3.2 Die genossenschaftlichen Wirtschaftsprüfer
4.4 Gegenstände der genossenschaftlichen Pflichtprüfung
4.4.1 Prüfungszweck
4.4.2 Prüfungsobjekte
4.4.2.1 Rechnungslegung
4.4.2.1.1 Jahresabschluss und Buchführung
4.4.2.1.2 Der genossenschaftliche Lagebericht
4.4.2.2 Vermögenslage
4.4.2.3 Geschäftsführung
4.4.2.3.1 Geschäftsführungsorganisation
4.4.2.3.2 Geschäftspolitik
4.4.2.3.3 Geschäftsführungsinstrumentarium
4.4.2.3.4 Geschäftsführungstätigkeit
4.4.2.4 Einrichtungen
4.4.2.5 Mitgliederliste
4.4.3 Prüfungsverfahren
4.4.4 Prüfungsbericht
4.5 Novellierung des Genossenschaftsgesetzes 2006
4.5.1 Ausgangslage
4.5.2 Ziele
4.5.3 Änderungen für kleine Genossenschaften und deren Prüfungspflicht
5 Zukunft der genossenschaftlichen Pflichtprüfung
5.1 Europäische Angleichung
5.2 Auswirkungen auf die genossenschaftliche Prüfung unter Einsatz der ISA
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das genossenschaftliche Prüfungswesen in Deutschland mit dem Ziel, dessen Entwicklung, Struktur und Besonderheiten systematisch darzulegen. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich die Pflichtprüfung von der bei anderen Rechtsformen unterscheidet, welche Rolle die Pflichtmitgliedschaft in einem Prüfungsverband spielt und wie der gesetzliche Förderauftrag im Rahmen der Prüfung sichergestellt wird.
4.4.2.3 Geschäftsführung
Die Geschäftsführungsprüfung bildet den zentralen Unterschied der Prüfung von Genossenschaften im Vergleich zur Prüfung von Kapital- oder Personenhandelsgesellschaften. Im Handelsrecht ist eine solche Prüfung nicht vorgesehen. Von allen gesetzlich vorgesehenen Prüfungen gilt die Prüfung der Geschäftsführung als die schwierigste und anspruchsvollste. Sie geht über die Jahresabschlussprüfung hinaus und dient dem Schutz von Rechten Dritter. Die Prüfung der Geschäftsführung umfasst alle Bereiche der Geschäftsführung, somit auch Geschäftspolitik, Planung und Überwachung. Inhalte sind unter anderem die Feststellung des Grundsatzes der Gleichbehandlung aller Genossenschaftsmitglieder und die Untersuchung, ob wesentliche Entscheidungen und Maßnahmen der Geschäftsführung mit Gesetz und Satzung der Genossenschaft übereinstimmen. Im Zuge der Prüfung ist insbesondere darauf zu achten, ob die Geschäftsführung der Genossenschaft tatsächlich auf den Förderzweck ausgerichtet ist. Daneben schreibt § 53 Abs. 1 Satz 1 GenG die Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung vor. Mindestens in jedem zweiten Geschäftsjahr ist zum Schutz der Mitglieder die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung festzustellen. Falls die Bilanzsumme zwei Millionen Euro übersteigt, ist dies in jedem Jahr vorzunehmen. Im Genossenschaftsgesetz sind Einzelheiten hinsichtlich der Art und des Umfangs der Geschäftsführungsprüfung nicht geregelt. Aus diesem Grund wurden von Wissenschaft und Praxis Grundsätze der Prüfung der Geschäftsführung erarbeitet. Der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. (DGRV) sieht vier bestimmte Prüfungsgegenstände zur Prüfung der Geschäftsführung von Genossenschaften vor. Dazu zählen die Geschäftsführungsorganisation, die Geschäftspolitik, das Geschäftsführungsinstrumentarium sowie die Geschäftsführungstätigkeit.
1 Einführung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der 125-jährigen Historie der genossenschaftlichen Pflichtprüfung und definiert den Aufbau sowie die Zielsetzung der Bachelorarbeit.
2 Grundlagen von Genossenschaften: Dieses Kapitel behandelt die Wesensmerkmale, die geschichtliche Entwicklung, die Gründung und die Organstruktur (Vorstand, Aufsichtsrat, Generalversammlung) von eingetragenen Genossenschaften.
3 Präsenz von Genossenschaften – Bedeutung für Wirtschaft, Bevölkerung und Mitglieder: Es wird die weltweite sowie die spezifische Situation des Genossenschaftswesens in Deutschland beleuchtet, wobei der Fokus auf dessen ökonomischer Bedeutung und den Mitgliederzahlen liegt.
4 Genossenschaftliches Prüfungswesen: Das Kernkapitel analysiert das gesamte Prüfungswesen, von der Organisation über die Prüfungsverbände und Wirtschaftsprüfer bis hin zu den detaillierten Prüfungsobjekten (Rechnungslegung, Vermögenslage, Geschäftsführung) und der Novellierung von 2006.
5 Zukunft der genossenschaftlichen Pflichtprüfung: Hier werden die Auswirkungen der europäischen Harmonisierung und die mögliche Anwendung internationaler Prüfungsstandards (ISA) auf die genossenschaftliche Praxis erörtert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über den hohen Stellenwert und den speziellen Charakter der genossenschaftlichen Prüfung im Vergleich zu anderen Rechtsformen zusammen.
Genossenschaft, Genossenschaftsgesetz, Pflichtprüfung, Genossenschaftsprüfung, Prüfungsverband, Förderauftrag, Geschäftsführung, Jahresabschluss, Lagebericht, Aufsichtsrat, Vorstand, Genossenschaftswesen, Prüfungsobjekte, Pflichtmitgliedschaft, Novellierung 2006
Die Arbeit bietet einen systematischen Überblick über die Besonderheiten der genossenschaftlichen Pflichtprüfung in Deutschland und deren historische sowie rechtliche Einbettung.
Die Themen umfassen die Grundlagen des Genossenschaftswesens, die Organisation des Prüfungswesens, die gesetzlich definierten Prüfungsobjekte sowie aktuelle und zukünftige Herausforderungen durch gesetzliche Novellierungen.
Das Ziel ist es, den umfassenden Prüfungsauftrag von Genossenschaften darzulegen und aufzuzeigen, wie dieser zur Sicherung des genossenschaftlichen Förderauftrags beiträgt.
Die Arbeit stützt sich auf eine systematische Analyse genossenschaftsrechtlicher Grundlagen, relevanter Gesetzestexte sowie wissenschaftlicher Fachliteratur.
Im Hauptteil (Kapitel 4) wird das gesamte genossenschaftliche Prüfungswesen detailliert analysiert, inklusive der Rolle der Prüfungsverbände und der spezifischen Prüfung von Geschäftsführung und Vermögenslage.
Die wichtigsten Begriffe sind Genossenschaft, Pflichtprüfung, Förderauftrag, Prüfungsverband, GenG und Geschäftsführung.
Im Gegensatz zur handelsrechtlichen Jahresabschlussprüfung bei Kapitalgesellschaften umfasst die Genossenschaftsprüfung zusätzlich eine Prüfung der Geschäftsführung und der Einrichtungen, um den genossenschaftlichen Förderauftrag zu überwachen.
Die Pflichtmitgliedschaft ist für jede Genossenschaft gesetzlich vorgeschrieben und sichert die fachliche Qualität und Unabhängigkeit der Prüfung, da die Prüfungsverbände nicht nach gewinnorientierten Motiven handeln.
Die Novellierung zielte darauf ab, die Attraktivität der Rechtsform zu steigern, insbesondere durch organisatorische Erleichterungen für kleine Genossenschaften und eine Teilbefreiung von der Rechnungslegungsprüfung.
Der Förderauftrag nach § 1 GenG besagt, dass nicht die Gewinnmaximierung, sondern die bestmögliche wirtschaftliche Förderung der Mitglieder im Mittelpunkt des genossenschaftlichen Handelns steht.
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