Bachelorarbeit, 2015
61 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Gesetzliche Grundlagen der Inobhutnahme
2.1 Das Verhältnis von Eltern, Kind und Staat vor dem Gesetz
2.1.1 Die Rechte und Pflichten der Eltern
2.1.2 Die Rechte des Kindes
2.1.3 Die Aufgaben des Staates
2.2 Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung
2.2.1 Kindeswohl
2.2.2 Kindeswohlgefährdung
2.3 Inobhutnahme
2.3.1 Gründe für eine Inobhutnahme
2.3.2 Unterbringung im Rahmen der Inobhutnahme
2.3.3 Inobhutnahme als sozialpädagogische Krisenintervention
2.3.4 Mitwirkung der Personensorgeberechtigten
2.3.5 Ende der Inobhutnahme
3 Bindungstheorie
3.1 Entstehung
3.2 Erkenntnisse
3.3 Mögliche Folgen fehlender (sicherer) Bindung
3.3.1 Folgen unsicherer Bindung
3.3.2 Ursachen und Folgen fehlender Bindung
3.3.3 Bindungsstörungen
4 Aktueller Stand von Kriseneinrichtungen
5 Bindungsrelevante Aspekte während der Unterbringung in Kriseneinrichtungen
5.1 Übergang in die Kriseneinrichtung
5.2 Kontakt zu den Eltern während der Unterbringung
5.3 (Ergänzende) Bindungen zu Fachkräften
5.4 Ende der Unterbringung
6 Familiäre Bereitschaftsbetreuung als Alternative zur Unterbringung in Kriseneinrichtungen
7 Vorläufige Unterbringung in gemeinsamen Wohnformen
8 Familienintegrative Projekte
8.1 Familienintegratives Projekt „Familienbande“
8.2 Stationäre Familienbetreuung
9 Fazit
10 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit die aktuelle Gestaltung von stationären Kriseneinrichtungen den spezifischen Bindungsbedürfnissen von Säuglingen und Kleinkindern im Rahmen einer Inobhutnahme gerecht werden kann und welche alternativen Betreuungsformen eine bindungsorientierte Unterbringung besser fördern könnten.
Die Bedeutung von Bindung für Säuglinge und Kleinkinder in Kriseneinrichtungen im Rahmen der Inobhutnahme
Im Rahmen der Inobhutnahme werden Säuglinge und Kleinkinder oftmals in Kriseneinrichtungen vorläufig untergebracht. Die Unterbringung in stationären Einrichtungen steht allerdings in der Kritik, den Bindungsbedürfnissen der Kinder nicht gerecht werden zu können. Insbesondere während der ersten drei Lebensjahre sind Bindungen aber von großer Bedeutung für die Entwicklung des Kindes. Fehlende oder gestörte Bindungen können langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung haben. Diese Arbeit beschäftigt sich nach der Darstellung der rechtlichen Grundlagen zur Inobhutnahme und wesentlichen Erkenntnissen der Bindungstheorie mit der Frage, was nötig ist, damit die Inobhutnahme und daran anschließende vorläufige Unterbringung für Säuglinge und Kleinkinder möglichst wenig belastend gestaltet werden kann.
Dazu wird die aktuelle Gestaltung von Kriseneinrichtungen dargestellt und überprüft, inwiefern sich die Gegebenheiten auf den Aufbau bzw. Erhalt von Bindungen auswirken und welche Veränderungen ggf. dazu beitragen könnten, die vorläufige Unterbringung in Kriseneinrichtungen in Bezug auf die Bindungsmöglichkeiten zu verbessern. In diesem Zusammenhang beschäftigt sich diese Arbeit auch mit der Frage, inwiefern Unterbringungsformen wie die familiäre Bereitschaftsbetreuung und gemeinsame Wohnformen besser für die vorläufige Unterbringung im Rahmen der Inobhutnahme von Säuglingen und Kleinkindern geeignet sind. Dabei steht u.a. die Bedeutung bestehender Bindungen im Fokus.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Anstieg der Inobhutnahmen von Kindern unter drei Jahren und die daraus resultierende Notwendigkeit, Bindungsaspekte bei der stationären Unterbringung stärker zu berücksichtigen.
2 Gesetzliche Grundlagen der Inobhutnahme: Es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert, die das Verhältnis zwischen Elternrechten, staatlichem Wächteramt und dem Schutzauftrag des Jugendamtes gemäß SGB VIII definieren.
3 Bindungstheorie: Dieses Kapitel führt in die Konzepte von John Bowlby und Mary Ainsworth ein und erörtert, wie Bindung entsteht, welche Folgen Deprivation hat und wie Bindungsstörungen diagnostiziert werden.
4 Aktueller Stand von Kriseneinrichtungen: Auf Basis empirischer Studien wird die Praxis in Kriseneinrichtungen beleuchtet, wobei insbesondere Personalschlüssel und Gruppengrößen kritisch hinterfragt werden.
5 Bindungsrelevante Aspekte während der Unterbringung in Kriseneinrichtungen: Hier stehen die Übergangsgestaltung, die Bedeutung der Kontakte zu leiblichen Eltern sowie die (begrenzte) Rolle von Fachkräften als Ersatzbindungspersonen im Vordergrund.
6 Familiäre Bereitschaftsbetreuung als Alternative zur Unterbringung in Kriseneinrichtungen: Es wird diskutiert, warum diese Betreuungsform eine bindungsorientiertere Alternative darstellen kann, aber auch mit Kapazitäts- und Rekrutierungsschwierigkeiten verbunden ist.
7 Vorläufige Unterbringung in gemeinsamen Wohnformen: Das Kapitel betrachtet Angebote wie Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen, die den Erhalt der Eltern-Kind-Bindung während der Krise aktiv unterstützen.
8 Familienintegrative Projekte: Es werden spezifische Modellprojekte vorgestellt, die eine ganzheitliche Arbeit am Familiensystem ermöglichen und konzeptionell auf die Vermeidung von Beziehungsabbrüchen ausgerichtet sind.
9 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass stationäre Regelangebote oft nicht bindungsgerecht sind und plädiert für den Ausbau flexibler, elternzentrierter Betreuungsformen.
10 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen und Rechtsgrundlagen.
Inobhutnahme, Bindungstheorie, Säuglinge, Kleinkinder, Kriseneinrichtungen, Kindeswohl, Bindungsstörungen, familiäre Bereitschaftsbetreuung, stationäre Jugendhilfe, Elternarbeit, Sozialpädagogik, Deprivation, Entwicklungspsychologie, Übergangsgestaltung, Hilfeplanung.
Die Bachelorarbeit analysiert die Problematik der Unterbringung von Säuglingen und Kleinkindern in stationären Kriseneinrichtungen unter dem Aspekt der Bindungstheorie.
Die Themen umfassen rechtliche Grundlagen der Inobhutnahme, bindungstheoretische Erkenntnisse, die Kritik an bestehenden Heimstrukturen sowie alternative Betreuungsmodelle.
Ziel ist es zu untersuchen, wie die Inobhutnahme für Kinder unter drei Jahren möglichst bindungsschonend gestaltet werden kann, um langfristige Entwicklungsfolgen durch Beziehungsabbrüche zu vermeiden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender bindungstheoretischer Forschung sowie der Auswertung empirischer Studien zur Praxis der stationären Unterbringung und Krisenintervention.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Bindungsentwicklung, eine kritische Bestandsaufnahme der aktuellen institutionellen Praxis und die Untersuchung alternativer Konzepte wie der familiären Bereitschaftsbetreuung.
Zentrale Begriffe sind Inobhutnahme, Bindungstheorie, Kindeswohlgefährdung, Fremdunterbringung, familiäre Bereitschaftsbetreuung und Bindungsstörungen.
Kritisiert werden vor allem das Schichtdienstsystem, mangelnde Konstanz in der Bezugsbetreuung und die oft unzureichende Ermöglichung von Elternkontakten, was zu Bindungsstörungen führen kann.
Sie gilt als bindungsorientiertere Alternative zur stationären Einrichtung, da sie dem Kind eine individuellere Betreuung in einem familienähnlichen Setting bietet, wenngleich sie ebenfalls Herausforderungen bei Beziehungsübergängen birgt.
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