Bachelorarbeit, 2016
30 Seiten, Note: 2,8
1.) Einleitung
2.) Einführung der Hethiter in unser Geschichtsbild
3.) Religion der Hethiter
3.1) Das Hethitische Staatspantheon
3.2.1) Wettergott
3.2.2) Sonnengottheit
3.2.3) Schwurgötterlisten
3.2) Die Orakelpraxis
3.3) Kultische Handlungen und die Rolle des Königs
4.) Geschichtliche Entwicklung des Hethiter-Reiches und ihre göttlichen Sagen
4.1) Frühgeschichtliches und der Mythos um Anitta
4.2) Hethitisches Königtum
6.) Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen der hethitischen Religion und der politischen Machtstruktur des Hethiter-Reiches. Dabei wird analysiert, wie religiöse Vorstellungen, Götterkulte und Orakelpraktiken zur Legitimation königlicher Herrschaft beitrugen und wie das Staatspantheon die politische Expansion des Reiches widerspiegelte.
3.1) Das Hethitische Staatspantheon
„Als ,Pantheon' bezeichnet man im Studium der altorientalischen Religionen die Gesamtheit der Gottheiten, die zu einer gegebenen Zeit innerhalb einer Stadt, eines Stadtstaates, eines Territorialreiches oder eines Kulturraums verehrt und als Teil einer zusammengehörigen Gruppe mit organischer Struktur wahrgenommen wurden.“60
Das Staatspantheon ist von den lokalen Panthea zu unterscheiden. Ein solches Staatspantheon definiert in der Regel, für einen vom König beherrschten Territorialstaat, die repräsentativen Gottheiten. Daher findet keine umfangreiche Auflistung statt, sondern es umfasst lediglich die zentralen Gottheiten, die namentlich genannt werden. Die staatliche Verfasstheit der Götterwelt steht im Staatspantheon in Analogie zur königlichen Herrschaft, die durch den an der Spitze des Pantheons stehenden Götterkönig übertragen und legitimiert wird.61
Das hethitische Staatspantheon ist im Laufe der Geschichte aus den verschiedensten lokalen Panthea entstanden, wobei viele Götter auch erst nach und nach dem Pantheon hinzugefügt wurden.62 Neben diesem sind grundsätzlich auch Schutzgottheiten des Königs und seiner Dynastie vorhanden, wobei Wechselwirkungen und Überschneidungen der Gottheiten nicht auszuschließen sind.63 Die Wichtigsten sind auf dem Felsrelief von Yazilikaya abgebildet. Dort zeigt sich auch die verwirrende Wirkung der größtenteils von anderen Kulturen übernommenen religiösen Vorstellungen.64 Das Felsrelief stammt aus dem 13. Jahrhundert und stellt das zentrale Pantheon des hethitischen Staates dar.65 Insgesamt sind 63 Gottheiten abgebildet, die in zwei Prozessionen angeordnet. Sie treffen sich an der Nordwand, auf der sich zwei Hauptgottheiten gegenüberstehen.66 Es ist anzunehmen, dass das Felsensemble auch in älteren Zeiten als heiliger Ort betrachtet wurde und die Krönung des Königs dort stattfand.67 Die Identifizierung der Göttergestalten wird durch hieroglyphische Namensbeschriftung ermöglicht.68 Die dargestellten zentralen Gottheiten des hethitischen Pantheons
1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Wiederentdeckung des hethitischen Volkes ein und erläutert die Relevanz der Keilschriftfunde für das Verständnis ihrer Kultur und Religion.
2.) Einführung der Hethiter in unser Geschichtsbild: Dieses Kapitel skizziert die wissenschaftliche Erschließung des hethitischen Reiches von den ersten archäologischen Entdeckungen bis zur Entzifferung der Sprache.
3.) Religion der Hethiter: Hier werden die polytheistische Natur der hethitischen Religion und die Integrationsfähigkeit fremder Gottheiten in das religiöse System beleuchtet.
3.1) Das Hethitische Staatspantheon: Dieser Abschnitt beschreibt die Struktur und Funktion des Staatspantheons als Spiegelbild und Legitimationsinstanz der königlichen Herrschaft.
3.2) Die Orakelpraxis: Es wird dargestellt, wie Orakel als Mittel zur staatlichen Entscheidungsfindung und zur Demonstration göttlicher Unterstützung für den König fungierten.
3.3) Kultische Handlungen und die Rolle des Königs: Dieses Kapitel behandelt die sakrale Pflicht des Königs als oberster Priester und die Bedeutung kultischer Feste für den Zusammenhalt des Reiches.
4.) Geschichtliche Entwicklung des Hethiter-Reiches und ihre göttlichen Sagen: Das Kapitel verknüpft die Entstehung der hethitischen politischen Macht mit den Mythen und der Herkunft des Volkes.
4.1) Frühgeschichtliches und der Mythos um Anitta: Die frühen Phasen hethitischer Geschichte werden anhand des Berichts über den Fürsten Anitta und die Eroberung von Nesa/Kanis erläutert.
4.2) Hethitisches Königtum: Hier wird die Entwicklung der königlichen Ideologie unter Hattusili I. und die Etablierung des Königtums als politisches Zentrum analysiert.
6.) Fazit: Das Fazit fasst die symbiotische Beziehung zwischen Religion und Politik zusammen und betont die Rolle der Religion als Instrument zur Herrschaftssicherung.
Hethiter, Staatspantheon, Anatolien, Hattusa, Keilschrift, Wettergott, Sonnengöttin, Orakelpraxis, Königtum, Religionspolitik, Anitta, Mursili II., Polytheismus, Herrschaftslegitimation, Yazilikaya
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Untersuchung des Hethiter-Reiches, wobei ein besonderer Fokus auf dem Zusammenspiel zwischen religiösen Glaubensvorstellungen und der politischen Machtausübung liegt.
Zentrale Felder sind die Struktur des hethitischen Pantheons, die Bedeutung des Königsamtes im kultischen Kontext, die Orakelpraxis als Instrument politischer Entscheidungen sowie die historische Entwicklung des Reiches.
Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern die hethitische Religion als Instrument zur Legitimation und Festigung der königlichen Herrschaft diente und wie politisches Handeln religiös begründet wurde.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung primärer Quellen wie Keilschrifttafeln und archäologischer Denkmäler sowie auf einer fundierten Sichtung der einschlägigen Forschungsliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der hethitischen Religion – inklusive Pantheon, Orakelwesen und Herrscherkult – sowie einen historischen Abriss zur Entwicklung des Königtums im Hethiter-Reich.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Staatspantheon, Hattusa, Wettergott, Orakelpraxis, Herrschaftslegitimation und hethitisches Königtum charakterisiert.
Der Wettergott wurde als oberster Beschützer des Königtums und der Staatsordnung angesehen, wodurch militärische Erfolge und politische Entscheidungen direkt auf göttlichen Willen zurückgeführt werden konnten.
Der Erlass von König Telipinu war ein entscheidender Schritt zur Stabilisierung der Thronfolge und zur Begrenzung willkürlicher Herrschaft, indem er klare Regeln für die Erbfolge und die Beteiligung des Adels (Panku) festlegte.
Könige nutzten religiöse Orakel, um ihre Handlungen – etwa den Abbruch eines Feldzuges – als im Einklang mit dem Willen der Götter stehend darzustellen und so ihre Autorität gegenüber dem Volk und dem Adel zu untermauern.
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