Bachelorarbeit, 2014
45 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Gesetzliche Grundlagen
2.1 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und Sozialgesetzbuch IX
2.2 UN-Behindertenrechtskonvention
3 Bestimmung der Begriffe
3.1 Integration
3.2 Inklusion
3.3 Zwischenfazit
4 Inklusionsentwicklung in Europa
4.1 Italien
4.2 Schweden
4.3 Deutschland
4.4 Zwischenfazit
5 Sonderpädagogische Fördermaßnahmen im Vergleich
5.1 Förderschulen
5.2 Sonderpädagogische Förderzentren
5.2.1 Mobile sonderpädagogische Förderung
5.2.2 Diagnose-Förderklassen
5.2.3 Kooperationsklassen
5.3 Integrationsklassen und Integrative Regelklassen
5.4 Inklusive Schulen
6 Herausforderung und Chancen von inklusiver Bildung
6.1 Behinderte und nicht behinderte Kinder
6.2 Lehrer
6.2.1 Individualisierung des Unterrichts
6.2.2 Nachteilsausgleich
6.3 Schulen
6.4 Index für Inklusion
7 Fazit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen inklusiver Bildung vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention sowie der spezifischen bildungspolitischen Situation in Deutschland. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die notwendigen Veränderungen im Bildungssystem und in der Gesellschaft zu schaffen, um Inklusion erfolgreich zu gestalten und Chancengleichheit für alle Kinder zu ermöglichen.
6.4 Index für Inklusion
Der Index für Inklusion, entwickelt von Tony Booth und Mel Ainscow, wurde im Jahre 2000 der Öffentlichkeit präsentiert und 2003 aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Er beinhaltet praxisorientierte Materialien zur Anregung und Evaluation von Schulentwicklung und dient als Hilfsmittel, um ein inklusives Leitbild an Schulen zu entwickeln. Der vorhandene Fragenkatalog soll Hilfestellung bei der Selbstevaluation der Schulsituation geben. Hier gilt es, problematische Schulstrukturen, die der Inklusion entgegenwirken, aufzudecken und diese zur Begünstigung der Inklusion zu verändern (z.B. Gebärdendolmetscher für Gehörlose an einer Schule).
Der Index weist auf die drei Dimensionen, inklusive Schulkultur schaffen, inklusive Strukturen etablieren und inklusive Praktiken entwickeln, hin. Diese bilden den Rahmen der inklusiven Schulentwicklung. Das Fundament der drei Dimensionen bildet eine inklusive Schulkultur, in der eine Gemeinschaft entwickelt wird, deren Augenmerk auf gegenseitiger Wertschätzung und Respekt liegt. Das Etablieren von inklusiven Schulstrukturen hat zur Folge, dass die Exklusion von einzelnen Kindern verringert wird und der Vielfalt eine größere Anerkennung zukommt. Durch die inklusiven Praktiken sollen Ressourcen mobilisiert und Barrieren entfernt werden, um einen möglichst adäquaten Unterricht für eine heterogene Gruppe gewährleisten zu können.
Des Weiteren schlägt der Index für Inklusion einen Planungskreislauf mit fünf Phasen zur Schulentwicklung vor. In Phase eins soll eine Koordinationsgruppe gebildet werden, die sich die Schulentwicklung zur Aufgabe macht. Diese kann bestehen aus Eltern, Lehrern und Integrationshelfern, aber auch wenn möglich von einer außenstehenden Person, die mit der Schule vertraut ist, unterstützt und gelenkt werden. In der zweiten Phase soll die aktuelle Schulsituation beleuchtet und Entwicklungsziele für die Inklusion gesetzt werden. Das inklusive Schulprogramm wird in Phase drei durch Steuerung der Koordinationsgruppe entworfen und schließlich in Phase vier umgesetzt. In der fünften und letzten Phase des Index-Prozesses wird die Schulentwicklung reflektiert, das könnte beispielsweise am Ende eines Schuljahres stattfinden.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der inklusiven Beschulung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der gesellschaftlichen Verantwortung im Bildungswesen.
2 Gesetzliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen durch das Grundgesetz, das Sozialgesetzbuch IX und die UN-Behindertenrechtskonvention.
3 Bestimmung der Begriffe: Hier werden die Begriffe Integration und Inklusion theoretisch abgegrenzt und diskutiert.
4 Inklusionsentwicklung in Europa: Es erfolgt ein Vergleich der Inklusionskonzepte und Bildungssysteme in Italien, Schweden und Deutschland.
5 Sonderpädagogische Fördermaßnahmen im Vergleich: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Förderinstrumente wie Förderschulen, Förderzentren und integrative Klassen hinsichtlich ihrer Eignung für Inklusion.
6 Herausforderung und Chancen von inklusiver Bildung: Hier werden die Auswirkungen auf Kinder, die Rolle der Lehrer, notwendige Schulentwicklungen und der Index für Inklusion detailliert untersucht.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont den dringenden Handlungsbedarf in Politik und Gesellschaft.
Inklusion, Integration, Sonderpädagogik, Bildungspolitik, Förderschule, Regelschule, UN-Behindertenrechtskonvention, Chancengleichheit, Diversität, Schulentwicklung, Lehrerbildung, Nachteilsausgleich, Index für Inklusion, Kooperatives Lernen, Gesellschaftswandel.
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der inklusiven Bildung in Deutschland und hinterfragt, wie eine erfolgreiche Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung gelingen kann.
Zentrale Themen sind die gesetzlichen Grundlagen, der Vergleich internationaler Bildungssysteme, die Analyse verschiedener sonderpädagogischer Fördermaßnahmen sowie die Herausforderungen für Lehrkräfte und Schule.
Ziel ist es, bestehende Hürden bei der Inklusion aufzuzeigen und durch die Analyse wissenschaftlicher Ansätze und Erfolgsmodelle Anregungen für eine erfolgreiche bildungspolitische Umsetzung in Deutschland zu liefern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und Analyse erziehungswissenschaftlicher Texte, Gesetzestexte sowie der Auswertung statistischer Daten des Bundesamtes.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsklärung, eine vergleichende Analyse der Inklusionsentwicklung in Europa sowie eine detaillierte Untersuchung der Herausforderungen für Schulen und Lehrkräfte im Kontext der Inklusion.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Inklusion, Bildungsgerechtigkeit, Diversität, sonderpädagogischer Förderbedarf und gesellschaftlicher Umdenkprozess definiert.
Der Index wird als praxisorientiertes Hilfsmittel vorgestellt, das Schulen dabei unterstützt, ihre eigene Schulkultur und inklusive Strukturen durch einen strukturierten Planungskreislauf kritisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Schweden dient als Beispiel für ein erfolgreich umgesetztes inklusives Schulsystem, dessen Fokus auf einer umfassenden sonderpädagogischen Ausbildung aller Regelschullehrer liegt, was als Anregung für die deutsche Reformdebatte dient.
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