Diplomarbeit, 2004
94 Seiten, Note: 2,1
1 Einleitung
2 Führungswandel
2.1 Führungsgenerationen und Wandel im Führungsstil
2.1.1 Führungsgenerationen
2.1.2 Informelle Machtstrukturen und Beziehungsnetzwerke
2.1.3 Einfluss der Technokraten
2.1.4 Zwischenfazit
2.2 Decision Making und Formalisierung
2.2.1 Entscheidungsfindung und Durchsetzung
2.2.2 Einflussfaktoren auf Entscheidungen
2.2.3 Zwischenfazit
2.3 Regionalismus
2.3.1 Gründe für eine stärkere Regionalisierung
2.3.2 Verhältnis zwischen Zentralregierung und Provinzen
2.3.3 Der Einfluss der Provinzen in der Zentralregierung
2.3.4 Zwischenfazit
3 Reformen
3.1 Grundsätzliche Reformen
3.1.1 Ausgangslage vor 1979
3.1.2 Erste Reformen - Ziele und Inhalte
3.1.3 Zwischenfazit
3.2 Küstenentwicklung
3.2.1 Gezielte Küstenförderung
3.2.2 Gründe für eine einseitige Förderung
3.2.3 Fortschritt und Entwicklung der Reformen
3.2.4 Zwischenfazit
3.3 Wirtschaftliche und politische Freiheiten
3.3.1 Wirtschaftliche Effekte der Reform
3.3.2 Veränderte Einstellung der Politik
3.3.3 Wandel in der Bevölkerung
3.3.4 Zwischenfazit
4 Risiken und Probleme der Reformpolitik
4.1 Kontrolle der Wirtschaftsentwicklung
4.1.1 Inflation und Wirtschaftsentwicklung
4.1.2 Korruption
4.1.3 Kontrollverlust der Partei
4.1.4 Zwischenfazit
4.2 Regionale Verteilung
4.2.1 Verteilung von Ressourcen und Investitionen
4.2.2 Regionale Konflikte und Lokalprotektionismus
4.2.3 Steuersystem
4.2.4 Zwischenfazit
4.3 Soziale Verwerfungen
4.3.1 Eiserne Reisschüssel und Arbeitslosigkeit
4.3.2 Migrationsproblematik
4.3.3 Zwischenfazit
5 Schlussbetrachtung
6 Literaturverzeichnis
Die Arbeit analysiert den chinesischen Transformationsprozess seit 1978 mit einem besonderen Fokus auf die politische Steuerung und die Folgen der ungleichen wirtschaftlichen Entwicklung. Das primäre Ziel ist es, die politischen Ziele hinter der einseitigen Förderung der Küstenprovinzen zu untersuchen sowie die daraus resultierenden wirtschaftlichen Risiken und sozialen Probleme für die Stabilität des Landes kritisch zu beleuchten.
Einfluss der Technokraten
Der Elitenwechsel von der zweiten Führungsgeneration um Deng Xiaoping zur dritten um Jiang Zemin stellte in mehrfacher Hinsicht ein Novum dar, denn einen solchen friedlichen Wechsel von Eliten hatte es bis dato in der VRC noch nicht gegeben und zudem war der Wechsel einer Führungsgeneration auch erstmals mit einem Wandel der persönlichen Hintergründe der neuen Eliten verbunden. Dies bedeutet jedoch keinen abrupten Umschwung der gesamten Politik, da die vorige Führungsgeneration aus den oben bereits genannten Gründen noch wesentlichen Einfluss ausübte, der sich jedoch reduzierte und mit dem fünfzehnten Parteikongress nur noch marginal vorhanden war.
Dennoch ist eine deutliche Veränderung in der Entscheidungsfindung und im Formalisierungsgrad festzustellen, was ich im nächsten Kapitel bearbeite. Hierzu ist es jedoch nötig, den Einfluss und die Entstehung der ungewöhnlich hohen Anzahl an Technokraten näher zu betrachten.
Der Ursprung dieser Entwicklung liegt in der Auffassung Dengs, die besagt, dass China sowohl technisch, als auch organisatorisch ausgebildete Führungskräfte benötige, um die wirtschaftliche Entwicklung schnell vorantreiben zu können. Die während der Kulturrevolution unterdrückte Bildungsschicht hatte jedoch keinerlei Möglichkeit in dieser Phase in politische Führungspositionen zu gelangen. Dadurch bestand der Großteil der politischen Eliten aus Revolutionären, die zumeist Bauern und Arbeiter mit relativ geringem Bildungsniveau waren. Die Aufhebung der Trennung von Bildung und Führung war vor diesem Hintergrund dringend nötig und wurde von der Führung schnell erkannt und umgesetzt. Die kommenden Eliten sollten alle besser ausgebildet sein. Dieses Umdenken wurde auch bei verschiedenen Anlässen in die Öffentlichkeit getragen, um somit die Akzeptanz zu erhöhen. Die Strategie stellte sich als erfolgreich heraus. Wie die folgende Abbildung zeigt, hat sich die Zahl der Technokraten in allen hochrangigen Führungsebenen immens erhöht und belegt den Wandel zu einer besser ausgebildeten Führungsschicht.
1 Einleitung: Einführung in das Thema der wirtschaftlichen Reformpolitik Chinas und Darlegung der forschungsleitenden Fragen.
2 Führungswandel: Analyse der sich wandelnden Führungsgenerationen und des Einflusses von Technokraten sowie informellen Netzwerken auf den politischen Entscheidungsprozess.
3 Reformen: Untersuchung der wirtschaftlichen Reformschritte seit 1979, insbesondere der gezielten Küstenförderung und deren Auswirkungen auf die Entwicklung.
4 Risiken und Probleme der Reformpolitik: Kritische Auseinandersetzung mit makroökonomischen Herausforderungen, regionaler Ungleichheit und sozialen Verwerfungen durch die Transformation.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Reflexion über das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Wachstum und politischer Stabilität.
China, Reformpolitik, Wirtschaftswachstum, Küstenprovinzen, Transformationsprozess, Technokraten, Regionalismus, Sonderwirtschaftszonen, Korruption, Inflation, Arbeitslosigkeit, Migration, Hukou, Steuersystem, Zentralkomitee.
Die Arbeit untersucht den chinesischen wirtschaftlichen Reformprozess seit 1978 mit einem Fokus auf die Küstenregionen als Zentren dieser Entwicklung sowie die damit einhergehenden politischen und sozialen Risiken.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Wandel der politischen Führung (hin zu Technokraten), der Regionalentwicklung, den Herausforderungen der makroökonomischen Kontrolle und den daraus resultierenden sozialen Spannungen.
Das Ziel ist die Analyse der politischen Motive hinter der ungleichen regionalen Entwicklung und die Identifikation der Risiken, die diese Politik für die Stabilität des Staates und der Partei mit sich bringt.
Die Arbeit nutzt eine themenbezogene Herangehensweise, bei der die Entwicklung der Reformen in den Kapiteln chronologisch nachgezeichnet und durch Analysen von Sekundärliteratur und Statistiken belegt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Führungswandels, die detaillierte Darstellung der Reformschritte und die Auseinandersetzung mit den daraus folgenden Problemen wie Korruption, regionaler Ungleichverteilung und sozialer Instabilität.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reformpolitik, Küstenentwicklung, Transformationsprozess, Technokratie und soziale Verwerfungen beschreiben.
Die Wahl der Küstenprovinzen begründete sich durch ihre natürlichen Vorteile, wie eine bereits stärkere Industrie, bessere Hafenanbindungen und enge Kontakte zum Ausland, was sie prädestinierte, als Motor für das Wirtschaftswachstum in ganz China zu fungieren.
Das „hukou“-System bindet die Bevölkerung an ihren Geburtsort und erschwert die legale Migration in die Städte, was zur Entstehung einer „floating population“ von Wanderarbeitern ohne soziale Absicherung führt und soziale Instabilitätspotenziale birgt.
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