Bachelorarbeit, 2016
74 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Exklusion
2.1.1 Ursprung und Herkunft des Exklusionsparadigmas
2.1.2 Exklusionsdefinition
2.2 Segregation
2.3 Inklusion
2.4 Integration
3. Habituskonzept
3.1 Kapitalformen
3.1.1 Kulturelles Kapital
3.1.2 Soziales Kapital
3.1.3 Symbolisches Kapital
3.2 Zusammenfassung des bourdieu’schen Konzeptes
4. Das deutsche Bildungssystem
4.1 Bildungsbereiche
4.2 Aufgaben Schule
5. Die Schule – Ort von Inklusion und Exklusion
5.1 Darstellung von exklusionsfördernder Faktoren
5.1.1 Lehrkräfte
5.1.2 Eltern
5.1.3 Weitere Akteure/Aspekte
6. Praxisanalyse
6.1 Betrachtung und Analyse des fünften Kapitels anhand der Kapitalformen
6.1.2 Armut und geringe Kapitalakkumulation
6.1.3 Das Schulsystem skandinavischer Länder
6.1.4 Schulsystem Kanada
6.2 Analyse des Bildungssystems
7. Praxisanalyse anhand des Habituskonzept nach Pierre Bourdieu
7.1 Soziale Herkunft und Migration
7.2 Beziehungen zwischen kulturellen Kapital und Bildung
7.3 Erziehung und Kapital der Eltern
7.3.1 Primäre Sozialisation
7.3.2 Inklusionsmedium Schule und die sekundäre Sozialisation
7.4 Zusammenfassung
8. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das deutsche Schulsystem hinsichtlich der Mechanismen von Inklusion und Exklusion. Ziel ist es, zu analysieren, wie soziale Herkunft und Kapitalausstattung (nach Bourdieu) den Bildungserfolg beeinflussen und warum das deutsche System strukturell zur Exklusion benachteiligter Gruppen neigt, während andere Länder inklusivere Ansätze verfolgen.
3. Habituskonzept
Die Praxisanalyse, welcher in dieser Bachelorarbeit den Hauptteil einnimmt, wird anhand des Habituskonzept und hierbei vor allem mit Bezugnahme auf die unterschiedlichen Kapitalarten vorgenommen. In diesem Kapitel wird es um dieses Konzept von Pierre Bourdieu gehen. Habitus ist für Bourdieu der Begriff, mit dem er die Gesellschaftlichkeit des Menschen interpretiert und zu analysieren versucht. Das bedeutet den Menschen als „leibhaft gewordene Geschichte“, als Angehöriger einer historischen Zeit, einer Gesellschaft, einer Gruppe, einer Familie, als Inhaber einer Position und als Mensch, der im Lebenslauf eine Abfolge von Positionen durchläuft zu betrachten. Die Praxis der Person wird fundamental von den sozialen Strukturen in denen sie lebt und deren Teil sie gleichzeitig bildet geprägt.
Dadurch findet eine gleichzeitige Produktion und Reproduktion sozialer Strukturen statt. (vgl. LIEBAU 1987, S.61) „Struktur, Habitus, Praxis bilden die begriffliche Trias, mit der Bourdieu das Verhältnis von Sozialwelt und Individuum zu analysieren versucht. Habitus ist dabei nicht zufällig die mittlere Kategorie; sie kennzeichnet nämlich den Ort der Vermittlung zwischen Struktur und Praxis, den Ort in dem die Praxis erzeugt wird“ (LIEBAU 1987, S.62). Der Habitus ist gewissermaßen eine unbewusste Theorie der Praxis. Er ist die Verinnerlichung der durch ein spezifisches Umfeld erzwungenen bzw. im positiven Sinn ermöglichter Handlungsform und der daraus resultierenden Praxisform (vgl. BOURDIEU 1982, S.279).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die problematischen PISA-Ergebnisse und die gesellschaftliche Forderung nach Inklusion im deutschen Bildungssystem.
2. Definitionen: Dieses Kapitel klärt die zentralen Begriffe Exklusion, Segregation, Inklusion und Integration unter Berücksichtigung systemtheoretischer und soziologischer Ansätze.
3. Habituskonzept: Es wird das theoretische Fundament nach Pierre Bourdieu gelegt, insbesondere die Kapitalformen (ökonomisch, kulturell, sozial, symbolisch) und deren Bedeutung für die soziale Positionierung.
4. Das deutsche Bildungssystem: Eine Darstellung der föderalen Struktur und der fünf Bildungsbereiche in Deutschland sowie der drei zentralen Funktionen der Schule.
5. Die Schule – Ort von Inklusion und Exklusion: Analyse der Schule als Sozialraum, in dem durch Lehrkräfte, Eltern und weitere Akteure Inklusionschancen und Exklusionsrisiken entstehen.
6. Praxisanalyse: Betrachtung der Kapitalungleichheiten im deutschen System im Vergleich zu den skandinavischen Ländern und Kanada, inklusive der Rolle der Schulsozialarbeit.
7. Praxisanalyse anhand des Habituskonzept nach Pierre Bourdieu: Vertiefende Anwendung des Habituskonzepts auf Migrationshintergründe und das Wechselspiel zwischen familialer Sozialisation und schulinterner Selektion.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Bildungsproblematik mit dem Hinweis, dass Bildung als zentraler Faktor für künftiges volkswirtschaftliches Wachstum und soziale Stabilität fungiert.
Inklusion, Exklusion, Habitus, Bourdieu, Kapitalformen, soziales Kapital, kulturelles Kapital, Bildungssystem, Chancengleichheit, Bildungsverlierer, Sozialisation, Migration, Selektion, Schulsozialarbeit, Bildungsarmut.
Die Bachelorarbeit untersucht, inwiefern die Schule in Deutschland ein Ort von Inklusion oder Exklusion ist und welche Faktoren diesen Prozess steuern.
Die Schwerpunkte liegen auf den soziologischen Konzepten von Pierre Bourdieu, dem deutschen Bildungssystem, der Wirkung sozialer Herkunft und Migration auf den Bildungserfolg sowie Strategien der Schulsozialarbeit.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit im deutschen Bildungssystem aufzuzeigen und zu analysieren, wie strukturelle Mechanismen Exklusion fördern.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch das Habituskonzept von Pierre Bourdieu und nutzt eine Literaturanalyse sowie den Vergleich mit Schulsystemen anderer Länder (z.B. Kanada, Finnland).
Der Hauptteil analysiert die Einflussfaktoren (Eltern, Lehrer), die Bedeutung der Kapitalausstattung sowie die Selektionsmechanismen des gegliederten Schulsystems.
Zentrale Begriffe sind Habitus, Inklusion, Exklusion, Kapitalformen, Chancenungleichheit und Bildungsarmut.
Nach Bourdieu bestimmt das verfügbare kulturelle und ökonomische Kapital der Eltern maßgeblich, ob ein Kind die an die Schule gestellten Anforderungen (Sprache, Normen, Arbeitsweise) erfüllen kann und ob es in der Lage ist, den schulischen Habitus erfolgreich zu adaptieren.
Skandinavische Systeme setzen auf längeres gemeinsames Lernen in Gesamtschulen und verzichten weitgehend auf frühe Selektion, was den negativen Einfluss des familialen Hintergrunds auf den Schulerfolg messbar reduziert.
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