Masterarbeit, 2016
85 Seiten, Note: 1,3
1. Problemstellung
2. Strukturierung der Transferaktivitäten
2.1 Übersicht der Aktivitäten aus deutscher Sicht
2.2 Theoretisches Modell des Policy Transfers in der Berufsbildung
3. Genese und Struktur des dualen Systems der Berufsausbildung
3.1 Historische Entwicklung
3.1.1 Neuzeit und Frühindustrialisierung
3.1.2 Kaiserreich und Weimarer Republik
3.1.3 Drittes Reich
3.1.4 Bundesrepublik Deutschland
3.2 Struktur nach Funktionen und Elementen
3.2.1 Funktionsanalyse
3.2.2 Konstitutive Elemente
4. Exemplarische Länderstudien
4.1 Philippinen
4.1.1 Allgemeines Länderprofil
4.1.2 Einbettung der Berufs(aus)-bildung ins Bildungssystem
4.1.3 Evaluierung von Entwicklungshilfemaßnahmen
4.2 China
4.2.1 Allgemeines Länderprofil
4.2.2 Einbettung der Berufs(aus)-bildung ins Bildungssystem
4.2.3 Initiativen der dualen Berufsausbildung
4.2.4 Fallstudie Daimler
4.3 USA
4.3.1 Allgemeines Länderprofil
4.3.2 Einbettung der Berufs(aus)-bildung ins Bildungssystem
4.3.3 Initiativen der dualen Berufsausbildung
4.3.4 Fallstudien der ILO (Siemens, VW und BMW)
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Gelingensbedingungen für den Transfer des deutschen dualen Systems der Berufsausbildung in andere Länder, um Fachkräftemangel zu bekämpfen und zur sozioökonomischen Entwicklung beizutragen.
3.1.1 Neuzeit und Frühindustrialisierung
Die Grundlagen der Lehrlingsausbildung am Arbeitsplatz gehen zurück bis ins Mittelalter. Im 14. und 15. Jahrhundert entwickelten die Handwerkszünfte und Kaufmannsgilden in fast allen Städten Europas ständische Lehrlingssysteme. Ihnen war gemeinsam, dass die alleinige Verantwortung für die Berufserziehung den Lehrmeistern, Zünften und Gilden oblag. Die Lehrlinge waren bei den Lehrmeistern untergebracht. Für die Aufwände, die dem Meister für die Verpflegung und Unterbringung des Lehrlings entstanden, bezahlten dessen Eltern als Entschädigung ein im Lehrvertrag festgelegtes Lehrgeld. Dem Lehrmeister kam nicht nur die Vermittlung von Fertigkeiten, Kenntnissen und berufsspezifischen Verhaltensweisen zu. Es war auch seine Aufgabe, dem Lehrling soziale Verhaltensweisen und Einstellungen zu vermitteln. Das traditionelle Modell des beruflichen Lernens in diesem ständisch-handwerklichen Sozialisationsprozess kann als Imitation der beruflich-fachlichen Fähigkeiten und der Identifikation der personalen Kompetenzen des Meisters durch den Lehrling definiert werden (GREINERT 1998, 33 f., PAHL 2012, 30, 34 f.,).
Als erste dokumentierte, verpflichtende Gesetzgebung, die als Einführung eines dualen Prinzips der Ausbildung verstanden werden kann, gilt die 1769 vom Markgraf von Baden erlassene neue Handwerksordnung der Steinmetzen, Steinhauer, Maurer, Zimmerleute und Schieferdecker. Mittels dieser Handwerksordnung wurden die entsprechenden Lehrherren verpflichtet, ihre Lehrlinge zweimal pro Woche in technischem Zeichnen auszubilden. Waren die Lehrherren dazu nicht in der Lage, so mussten sie auf eigene Kosten ihre Lehrlinge bei einem anderen Meister in dieser Tätigkeit unterrichten lassen oder das Lehrgeld um ein Viertel reduzieren. Diese erste Einführung von zwei Lernorten oder Institutionen war freilich nicht unumstritten, galt sie doch als Eingriff in die alleinige, meisterliche Verantwortung (STRATMANN & SCHLÖSSER 1990, 17f.).
1. Problemstellung: Das Kapitel beleuchtet die globale Bedeutung des deutschen dualen Ausbildungssystems als Instrument gegen Jugendarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel.
2. Strukturierung der Transferaktivitäten: Hier wird ein Überblick über deutsche Transferaktivitäten gegeben und ein theoretisches Modell des internationalen Policy-Transfers in der Berufsbildung eingeführt.
3. Genese und Struktur des dualen Systems der Berufsausbildung: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung des Systems in Deutschland sowie seine zentralen Funktionen und konstitutiven Elemente.
4. Exemplarische Länderstudien: In diesem Hauptteil werden die Bildungssysteme und Transferbemühungen in den Philippinen, China und den USA anhand von Daten und Fallstudien detailliert untersucht.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Limitationen und leitet Gelingensbedingungen für den Transfer ab.
Duales System, Berufsbildung, Policy-Transfer, Gelingensbedingungen, Fachkräftebedarf, Berufsschule, betriebliche Ausbildung, Konstitutive Elemente, Philippinen, China, USA, Berufsbildungsgesetz (BBIG), Internationale Berufsbildungskooperation, Handlungsfähigkeit, Arbeitskultureller Kontext
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Übertragung (Transfer) des deutschen dualen Modells der Berufsausbildung auf andere Länder.
Zentral sind die historische Entstehung des dualen Systems in Deutschland, die theoretischen Modelle des Policy-Transfers und die praktische Anwendung in Ländern mit unterschiedlichen ökonomischen Voraussetzungen.
Das Ziel ist es, Gelingensbedingungen für einen modifizierten Transfer von Elementen der dualen Berufsausbildung zu identifizieren, der dem jeweiligen nationalen Kontext Rechnung trägt.
Der Autor nutzt eine strukturell-funktionalistische Analyse des deutschen Systems sowie eine vergleichende Untersuchung anhand von Länderstudien (Philippinen, China, USA) und spezifischen Fallstudien von Unternehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Funktions- und Elementanalyse des deutschen Systems sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse auf die spezifischen Rahmenbedingungen in den drei gewählten Beispielländern.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Duales System, Policy-Transfer, Berufsbildung, Gelingensbedingungen und internationale Kooperation.
Unternehmen fungieren oft als treibende Kräfte; sie bringen praktische Erfahrung ein, sind jedoch auf eine gute Vernetzung und Anpassung an lokale Gegebenheiten angewiesen.
Aufgrund divergierender historisch-kultureller Hintergründe, unterschiedlicher Bildungsziele und spezifischer ökonomischer Subsysteme ist eine direkte Kopie des deutschen Systems in der Regel zum Scheitern verurteilt; stattdessen ist eine Modifikation erforderlich.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

