Diplomarbeit, 2015
118 Seiten, Note: Befriedigend
1 Einleitung
1.1 Themenstellung und Relevanz der Themenstellung
1.2 Formulierung der Forschungsfrage
1.2.1 Unterfragestellungen
1.2.2 Thesen
1.3 Methodische Vorgehensweise
2 Theoretischer Ansatz
2.1 Demokratietheorien
2.2 Wahlrechtsprinzipien
2.3 Wahlsysteme
3 Das österreichische Wahlsystem
3.1 Historische Besonderheiten
3.1.1 Anfänge des Parlamentarismus
3.1.2 Parlamentarische Demokratie (Zweite Republik)
3.2 Das Verhältniswahlrecht
3.2.1 Abgrenzung zum Mehrheitswahlrecht
3.2.2 Parteien in Österreich
4 Das britische Wahlsystem
4.1 Historische Besonderheiten
4.1.1 Ursprung und Entstehung
4.1.2 Parlamentarische Demokratie (Westminster-System)
4.2 Das Mehrheitswahlrecht
4.2.1 Abgrenzung zum Verhältniswahlrecht
4.2.2 Parteien in Großbritannien
5 Konzepte in Österreich
5.1 Reformvorschläge
5.1.1 Relatives Mehrheitswahlrecht und Varianten
5.1.2 Neisser’sche Personalisierung des Wahlrechts
5.1.3 Mischformen (Broda-Gratz/Rösch)
5.2 Aktueller Stand in Österreich
5.2.1 Befragung der Parlamentsfraktionen
5.2.2 Aussagenanalyse der Befragungen
5.2.3 Situation und Kritik
5.2.4 Mehrheitsförderndes Wahlrecht als Chance
6 Conclusio
Die Arbeit untersucht, wie das österreichische Wahlsystem im Kontext einer möglichen Wahlrechtsreform modifiziert werden kann. Dabei wird eine vergleichende Analyse zwischen dem österreichischen Verhältniswahlrecht und dem englischen Mehrheitswahlrecht vorgenommen, um die demokratiepolitische Relevanz und die Auswirkungen auf die Parteienlandschaft zu bewerten.
1.1 Themenstellung und Relevanz der Themenstellung
Wie sagte schon damals der berühmte Staatskanzler Dr. Karl Renner „Das Wahl-recht ist die Visitenkarte des Staates“. Hierzulande steht dieses Diktum für eine „Par-teiendemokratie“, welche durch ein starres Verhältniswahlsystem und einem Lis-tenwahlrecht gekennzeichnet ist.
In Österreich gibt es seit geraumer Zeit Kritik und Diskussionen bezüglich des Wahlsystems. Die österreichischen Parteien sind sich zu diesem Thema erwar-tungsgemäß einig!
Auf der einen Seite selbst, wenn sich die traditionellen Großparteien wie die Sozi-aldemokratische Partei und die Österreichische Volkspartei für eine Umwandlung in ein mehrheitsrechtliches Wahlsystem aussprechen, gibt es andererseits die op-positionellen und kleineren Parteien wie beispielsweise die Grünen, welche eher gegen eine Änderung auftreten. Eine Mehrheitswahl würde die Kleinparteien schwächen und Mehrheiten der Großparteien fördern. Aufgrund dieser Logik ist der Aufschrei der Opposition nachvollziehbar. Die brennende Frage, welche sich im Zuge dieser Diskussion stellt, ist, ob und in welcher Form eine Wahlsystemre-form in Österreich möglich sein kann.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Wahlsystemreform in Österreich ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Theoretischer Ansatz: Hier werden grundlegende Demokratietheorien, Wahlrechtsprinzipien und die verschiedenen Arten von Wahlsystemen theoretisch fundiert.
3 Das österreichische Wahlsystem: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung und die gegenwärtigen Strukturen des österreichischen Verhältniswahlrechts sowie das Parteiensystem.
4 Das britische Wahlsystem: Hier wird das Westminster-Modell des Mehrheitswahlrechts historisch analysiert und mit der britischen Parteienlandschaft in Beziehung gesetzt.
5 Konzepte in Österreich: Dieses zentrale Kapitel diskutiert verschiedene Reformvorschläge, analysiert die Positionen der Parlamentsfraktionen und erörtert Ansätze für ein mehrheitsförderndes Wahlrecht.
6 Conclusio: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der empirischen Befragungen und der Beantwortung der Forschungsfragen ab.
Wahlsystem, Wahlrecht, Wahlreform, Verhältniswahlrecht, Mehrheitswahlrecht, Österreich, Großbritannien, Demokratie, Wahlsysteme, Parteien, Mandatsverteilung, Reformvorschläge, Parlament, Repräsentation, Personalisierung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie das österreichische Wahlsystem reformiert werden kann, und setzt dies in einen wissenschaftlichen Vergleich zum britischen Mehrheitswahlrecht.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Wahlsystemen, die Analyse des österreichischen Verhältniswahlrechts im Vergleich zum britischen Mehrheitsmodell sowie die Diskussion politischer Reformansätze in Österreich.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Reform des österreichischen Wahlsystems, etwa in Richtung eines mehrheitsfördernden Wahlsystems, sinnvoll und möglich ist.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse der Wahlsysteme sowie eine empirische qualitative Leitfaden-Befragung der österreichischen Parlamentsfraktionen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung, die detaillierte Darstellung des österreichischen und britischen Systems sowie die detaillierte Auswertung der Reformkonzepte und Fraktionsmeinungen.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Wahlsystem, Verhältniswahl, Mehrheitswahl, Demokratie, Reform, Repräsentation und Wahlerfolg.
Die Fraktionen zeigen ein differenziertes Bild: Während einige Reformen zugunsten mehr Personalisierung fordern, lehnen andere das Mehrheitswahlrecht aus Sorge um eine Schwächung der demokratischen Repräsentation und der Kleinparteien ab.
Die Personalisierung wird als Mittel diskutiert, um die Bindung zwischen Wählerschaft und Abgeordneten zu stärken und die vermeintliche Politikverdrossenheit durch direkteren Einfluss auf Kandidaten zu mildern.
Das britische Mehrheitswahlrecht dient als Kontrastmodell, um die Effekte der Mandatsverteilung, die Regierungsstabilität und die Auswirkungen auf die Parteienlandschaft kritisch gegenüber dem österreichischen Proporzsystem zu hinterfragen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein Kompromiss, der die Vorteile der Verhältniswahl (faire Repräsentation) mit Elementen der Personalisierung und mehrheitsfördernden Aspekten verbindet, die wahrscheinlichste und sinnvollste Entwicklung darstellt.
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