Bachelorarbeit, 2014
42 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Ausgangssituation
1.2. Zielsetzung
1.3. Aufbau der Arbeit
1.4. Techniksoziologische Grundlagen
2. Die Automobilität und die Elektromobilität in Deutschland
2.1. Die fossile Automobilität in Deutschland
2.2. Die Elektromobilität und ihre Entwicklung in Deutschland
2.3. Die Automobilität und Elektromobilität im Innovationskontext
3. Theoretischer Bezug
3.1. Die Mehrebenen-Perspektive im Kontext der Transitionforschung
3.2. Die Grundlagen der Mehrebenen-Perspektive
3.3. Die Ebenen der Mehrebenen-Perspektive
3.3.1. Die Nische
3.3.2. Das sozio-technische Regime
3.3.3. Die sozio-technische Landschaft
3.3.4. Die Wechselwirkungen der drei Ebenen
4. Anwendung der Mehrebenen-Perspektive
4.1. Die Elektromobilität in der Nische
4.2. Das fossile Automobilitätsregime
4.3. Die sozio-technische Landschaft in Deutschland
4.4. Wechselwirkungen beim Übergang zur Elektromobilität
5. Fazit
5.1. Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse
5.2. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Übergang von der fossil geprägten Automobilität zur Elektromobilität in Deutschland, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, wie dieser Wandlungsprozess mittels des Konzepts der Mehrebenen-Perspektive nach Frank W. Geels erklärt werden kann.
3.3.1. DIE NISCHE
Die Nische (im engl. Original „niche“) bezeichnet die erste abstrakte Ebene der Mehrebenen-Perspektive. Sie ist ein Bereich, der vom klassischen Markt im ökonomischen Sinne abgegrenzt ist. Dadurch ist eine Nische nicht vom herkömmlichen Marktgeschehen betroffen und vor Marktausleseprozessen geschützt (vgl. Schot 1998: 194). Sie bietet sich deshalb als Ort oder Entwicklungsraum an, indem technische Neuerungen oder vielmehr radikale Innovationen entstehen können (vgl. Geels 2012: 472). Ein wesentliches Merkmal der Nische sind die kollektiven und individuellen Akteure, Technologien und Routinen, durch die die radikalen Innovationen entstehen (vgl. Schneidewind; Scheck 2012: 48). Die verschiedenen Akteure arbeiten und forschen an Neuerungen, die von den vorhandenen Innovationen abweichen. Sie haben alle das Ziel, Neuerungen zu erschaffen, die im vorhandenen sozio-technischen Regime genutzt werden oder es eventuell sogar ablösen (vgl. Geels 2007: 643).
Am Anfang des Entwicklungsprozesses sind die Innovationen eher instabil und stellen eher sozio-technische Konfigurationen mit einem niedrigen Leistungsniveau dar (vgl. Geels; Schot 2007: 400). Nischen sind in der Regel instabil, da sich Regeln noch nicht fertig ausgebildet haben (vgl. Geels 2004: 913). Einzelne Projekte (z. B. Pilotprojekte) in denen die Neuerungen getestet und angewendet werden können, verhelfen den Nischen zu mehr Stabilität. Sie ermöglichen Lern- und Austauschprozesse über technische Designs, Nutzerpräferenzen, Regelungen, Infrastrukturbedingungen und kulturelle Bedeutungen. Dadurch werden Erwartungen und Vorstellungen innerhalb der Nischen-Akteure ausgetauscht und weitergegeben. Das erweckt die Aufmerksamkeit von Sponsoren und setzt eventuell sogar Ressourcen frei, welche wiederrum richtungsgebend für breitere Entwicklungsaktivitäten sind.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Ausgangslage der Elektromobilität in Deutschland dar, definiert das Ziel der Arbeit und führt in die techniksoziologischen Grundlagen ein.
2. Die Automobilität und die Elektromobilität in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert den Status quo des fossilen Automobilitätsregimes, definiert den Begriff Elektromobilität und ordnet beide in den Kontext des Innovationsbegriffs ein.
3. Theoretischer Bezug: Hier wird das theoretische Fundament in Form der Mehrebenen-Perspektive nach Frank W. Geels detailliert erörtert, inklusive der Analyse von Nische, Regime und Landschaft.
4. Anwendung der Mehrebenen-Perspektive: Dieses Kapitel überträgt das theoretische Mehrebenen-Konzept auf den konkreten Übergangsprozess von fossilen Antrieben zu elektrischen Mobilitätsformen in Deutschland.
5. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Dynamiken des Übergangs zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Elektromobilität.
Elektromobilität, Mehrebenen-Perspektive, sozio-technisches System, Transitionforschung, fossile Automobilität, Innovation, Nische, Regime, Landschaft, Nachhaltigkeit, Energiewende, Pfadabhängigkeit, Transformationsprozess, Techniksoziologie, Mobilitätswandel
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem soziologischen Verständnis des Wandels im Verkehrssektor, konkret dem Übergang von einer fossilen hin zu einer elektrischen Automobilität in Deutschland.
Die Arbeit verknüpft technische Aspekte der Antriebssysteme mit soziologischen Theorien über sozialen Wandel und Innovationsprozesse.
Ziel ist es, den Übergangsprozess zur Elektromobilität zu erklären und die Mechanismen sowie Kriterien zu identifizieren, die für das Gelingen eines solchen Systemwechsels maßgeblich sind.
Die Arbeit nutzt die Mehrebenen-Perspektive (Multi-Level Perspective) nach Frank W. Geels als theoretisches Konzept, um sozio-technische Übergänge strukturiert zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Erläuterung des Mehrebenen-Modells und dessen direkte Anwendung auf die aktuelle Marktsituation der Elektromobilität in Deutschland.
Wesentliche Begriffe sind Mehrebenen-Perspektive, Nische, Regime, Landschaft, Transition und radikale Innovation.
Das Regime ist durch tief verwurzelte Pfadabhängigkeiten, Lock-in Effekte, etablierte Infrastrukturen sowie kulturelle Erwartungen (z.B. die "Rennreiselimousine") hochgradig stabilisiert.
Die Politik fungiert als Akteur der Landschaftsebene, indem sie durch Regulierungen, Klimaschutzziele und Förderprogramme Spannungen erzeugt, die das bestehende Regime destabilisieren und Möglichkeitsräume für Innovationen öffnen.
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