Examensarbeit, 2015
73 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. ADHS
2.1 Allgemeine Begriffsbestimmung
2.2 Symptomatik
2.3 „Diagnostik“
2.3.1 Klassifikation der ADHS
2.3.2 Diagnoseverlauf
2.3.3 Der Diagnoseverlauf in der Realität
2.4 Auftretenshäufigkeit und Geschlechterverteilung
2.5 Allgemein anerkannte »Ursachen«
2.6 »Komorbide Störungen«
2.7 Zum Sinn und Unsinn des Störungsbegriffs aus pädagogischer Sicht
3. »Klassische« Behandlungsansätze
3.1 Psychotherapeutischer Ansatz
3.2 Verhaltenstherapeutischer Ansatz
3.3 Medikamentöse Behandlung
3.3.1 Nebenwirkungen
3.3.2 Vor- und Nachteile
4. Kritischer Kommentar
5. Soziales Lernen
5.1 Begriffsbestimmung
5.2 Die Relevanz des sozialen Lernens bei ADHS-typischen Verhaltensweisen
5.3 Stellt die medikamentöse Behandlung von ADHS einen Störfaktor für das soziale Lernen dar?
6. ADHS und Schule
6.1 Die Relevanz sozialen Lernens im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
6.2 Die Aufgaben des Sonderpädagogen im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
7. Zum Umgang mit Kindern mit ADHS-Symptomatik in Schule und Unterricht
7.1 Positive Eigenschaften der Kinder mit ADHS Symptomatik stärken
7.2 Struktur in Klassenraum und Unterricht
8. Das Almprojekt »Via nova« von Prof. Dr. Gerald Hüther
9. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz des sozialen Lernens für Kinder mit ADHS-Symptomatik, hinterfragt kritisch die gängigen Diagnose- und medikamentösen Behandlungsmethoden und erarbeitet pädagogische Alternativen, die eine positive Entwicklung der Kinder fördern sollen.
2.3 „Diagnostik“
Die Diagnose einer ADHS ist, genauso wie die Störung selbst, sehr komplex. Sie bedarf einem umfangreichen und zeitaufwändigen Abklärungsprozess, welcher durch das Beschaffen anamnestischer Informationen über den Patienten selbst, das Ermitteln von Sachverhalten durch das Gespräch mit Eltern, Lehrern/Erziehern und die gleichzeitige Verhaltensbeobachtung des Patienten geprägt ist (vgl. Frölich, Döpfner, Banaschewski 2014, 53). Der Abklärungsprozess findet jedoch nach bestimmten vorgegebenen Leitlinien satt, die in den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie (2007) verankert sind. Die Grundlage der Diagnostik bildet die Exploration der Eltern, des Kindes/Jugendlichen und der Erzieher/Lehrer, sodass ohne das Heranziehen des Umfeldes keine genaue Diagnose gestellt werden kann.
Weitere optionale, aber häufig sinnvolle, diagnostische Maßnahmen sind standardisierte Fragebögen sowie testpsychologische Untersuchungen (IQ-Tests, Tests zu sprachlichen und motorischen Leistungsfähigkeit, Aufmerksamkeitsleistungstest, Tests zur Impulsivität, Tests zur Gedächtnisleistung), körperliche und neurologische Untersuchungen (vgl. Frölich, Döpfner, Banaschewski 2014, 53f.).
In der Praxis stehen die Diagnostiker vor der Problematik der Grenzziehung zwischen »problematischem« und somit krankhaftem und »noch normalem« aber stark ausgeprägtem Verhalten (vgl. Becker 2014, 16).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Kontroverse um die ADHS-Diagnose und führt in die Fragestellung der Arbeit ein, ob soziales Lernen eine wirksame Linderung der Symptomatik bieten kann.
2. ADHS: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte, Definition, Symptomatik und die komplexe Diagnostik von ADHS, inklusive einer kritischen Betrachtung der Ursachenforschung und komorbider Störungen.
3. »Klassische« Behandlungsansätze: Hier werden psychotherapeutische, verhaltenstherapeutische und medikamentöse Behandlungsformen dargestellt und deren jeweilige Wirksamkeit sowie Vor- und Nachteile kritisch bewertet.
4. Kritischer Kommentar: Dieser Abschnitt bietet eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem ADHS-Störungsbegriff und hinterfragt die Verantwortung von Eltern und Schule im pädagogischen Kontext.
5. Soziales Lernen: Es wird die Bedeutung des sozialen Lernens als fundamentale Voraussetzung für die Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung von Kindern mit ADHS herausgearbeitet.
6. ADHS und Schule: Dieses Kapitel verknüpft das Störungsbild mit dem schulischen Kontext und definiert die Aufgaben von Sonderpädagogen im Rahmen der Inklusion.
7. Zum Umgang mit Kindern mit ADHS-Symptomatik in Schule und Unterricht: Es werden praktische Strategien, wie die Stärkung positiver Eigenschaften und der Einsatz von Classroom Management, zur Verbesserung des Unterrichtsklimas vorgestellt.
8. Das Almprojekt »Via nova« von Prof. Dr. Gerald Hüther: Dieses Kapitel präsentiert ein innovatives Modellprojekt, das auf Abenteuer und Selbstwirksamkeit statt auf Pharmakotherapie setzt.
9. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein Umdenken, das den Fokus von der medikamentösen Symptombekämpfung hin zu einer am Kind orientierten, ganzheitlichen Förderung verschiebt.
ADHS, Soziales Lernen, Verhaltenstherapie, Pharmakotherapie, Diagnostik, Pädagogik, Inklusion, Classroom Management, Erziehung, Schulisches Umfeld, Persönlichkeitsentwicklung, Impulskontrolle, Multimodale Behandlung, Symptomatik, Förderbedarf.
Die Arbeit befasst sich mit der Relevanz des sozialen Lernens als pädagogischer Ansatz für Kinder mit ADHS-Symptomatik und setzt diesen in Kontrast zur medizinischen Behandlung.
Zentrale Felder sind die ADHS-Diagnostik, klassische therapeutische Behandlungsansätze, die Rolle der Schule sowie pädagogische Konzepte wie Soziales Lernen und Classroom Management.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch soziales Lernen und eine pädagogisch fundierte Unterstützung die Symptome von ADHS-Kindern positiv beeinflusst werden können, um eine Abhängigkeit von medikamentöser Ruhigstellung zu vermeiden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung aktueller pädagogischer sowie psychologischer Diskurse zum Thema ADHS.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische fundierte Auseinandersetzung mit ADHS, die kritische Betrachtung klassischer Behandlungsformen und die konkrete Ausarbeitung pädagogischer Handlungsstrategien im Schulalltag.
Die wichtigsten Schlagworte sind ADHS, Soziales Lernen, Inklusion, Classroom Management, Verhaltenstherapie und die pädagogische Förderung im schulischen Kontext.
Die Autorin betrachtet die medikamentöse Behandlung kritisch und sieht darin oft eine „Einheitsdiagnose“, die zwar Symptome unterdrückt, aber das eigentliche Ziel einer nachhaltigen Persönlichkeitsentwicklung der Kinder vernachlässigt.
Das Projekt verfolgt einen abenteuerorientierten Ansatz ohne Pharmakotherapie, bei dem Kinder durch Selbstversorgung und Gemeinschaftserlebnisse Selbstvertrauen gewinnen und lernen, ihre Impulse nachhaltig zu steuern.
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