Bachelorarbeit, 2011
147 Seiten, Note: 1,5
1 Vorwort
2 Einleitung
2.1 Theorie
2.2 Methoden
2.3 Primärliteratur
2.4 Problembegriff „Religion“
2.5 Definitionen von Grundbegriffen
3 Zeugen Jehovas
3.1 Geschichte
3.2 Lehre
3.2.1 Selbstbezeichnung und Selbstverständnis
3.2.2 Organisation
3.2.3 Mitgliedschaft
3.2.4 Heilige Schriften
3.2.5 Gottesbild
3.2.6 Heilslehre
3.2.7 Verhältnis zu Menschen ausserhalb der Gemeinschaft
3.3 Eigene Schriften
3.4 Wahrheits- bzw. Exklusivitätsanspruch
3.4.1 Unterkategorie: Schrifttreue
3.4.2 Unterkategorie: „Selbstbeweihräucherung“
3.4.3 Unterkategorie: Vergleich mit Aussenstehenden
3.4.4 Unterkategorie: Absonderung
3.4.5 Unterkategorie: Auserwählte
3.4.6 Unterkategorie: Märtyrertum
3.4.7 Unterkategorie: „Verteufelung“ und Bestrafung
3.5 Vorhersagen auf Basis biblischer Prophezeiungen
3.5.1 Vorhersagen vor 1914
3.5.2 Vorhersagen nach 1914
3.6 Strategien des Umgangs mit nicht eingetroffenen Erwartungen
3.6.1 Unterkategorie: „Ablenkungsmanöver“
3.6.2 Unterkategorie: Verharmlosung
3.6.3 Unterkategorie: Verantwortungsdiffusion
3.6.4 Unterkategorie: Betonung der Exklusivität und des Erfolgs
3.6.5 Unterkategorie: Vergleich mit der Urzeit bzw. Zeit des Ursprungs
3.6.6 Unterkategorie: intensiveres Studium der Heiligen Schrift
3.6.7 Unterkategorie: „Angstmacherei“ und Warnung
4 Qumran-Gemeinschaft
4.1 Geschichte
4.2 Lehre
4.2.1 Selbstbezeichnung und Selbstverständnis
4.2.2 Organisation
4.2.3 Mitgliedschaft
4.2.4 Heilige Schriften
4.2.5 Gottesbild
4.2.6 Heilslehre
4.2.7 Verhältnis zu Menschen ausserhalb der Gemeinschaft
4.3 Eigene Schriften
4.3.1 Hymnen-Rolle (1QH)
4.3.2 Gemeinde-Ordnungen (1QS)
4.3.3 Damaskus-Schrift (CD)
4.3.4 Propheten-Kommentare (1Qp/4Qp)
4.4 Wahrheits- bzw. Exklusivitätsanspruch
4.4.1 Unterkategorie: Schrifttreue
4.4.2 Unterkategorie: „Selbstbeweihräucherung“
4.4.3 Unterkategorie: Vergleich mit Aussenstehenden
4.4.4 Unterkategorie: Absonderung
4.4.5 Unterkategorie: Auserwählte
4.4.6 Unterkategorie: Märtyrertum
4.4.7 Unterkategorie: „Verteufelung“ und Bestrafung
4.5 Vorhersagen auf Basis biblischer Prophezeiungen
4.5.1 Vorhersagen vor 70 v.Chr.
4.5.2 Vorhersagen nach 70 v.Chr.
4.6 Strategien des Umgangs mit nicht eingetroffenen Erwartungen
4.6.1 Unterkategorie: „Ablenkungsmanöver“
4.6.2 Unterkategorie: Verharmlosung
4.6.3 Unterkategorie: Verantwortungsdiffusion
4.6.4 Unterkategorie: Betonung der Exklusivität und des Erfolgs
4.6.5 Unterkategorie: Vergleich mit der Urzeit bzw. Zeit des Ursprungs
4.6.6 Unterkategorie: intensiveres Studium der Heiligen Schrift
4.6.7 Unterkategorie: „Angstmacherei“ und Warnung
5 Vergleich
5.1 Wahrheits- bzw. Exklusivitätsanspruch
5.1.1 Gemeinsamkeiten
5.1.2 Unterschiede
5.2 Strategien des Umgangs mit nicht eingetroffenen Erwartungen
5.2.1 Gemeinsamkeiten
5.2.2 Unterschiede
6 Zusammenfassung
6.1 Beantwortung der Fragestellung
6.2 Einordnung der Resultate
6.3 Erweiternde Forschungsfragen
Die Arbeit untersucht, wie religiöse Sondergemeinschaften mit dem Phänomen nicht eingetroffener eschatologischer Vorhersagen umgehen. Dabei wird analysiert, wie diese Gruppen ihren exklusiven Wahrheitsanspruch aufrechterhalten, wenn sich zentrale Prophezeiungen als falsch erweisen.
3.4.1 Unterkategorie: Schrifttreue
Definition: „Die Heiligen Schriften der Gemeinschaft werden möglichst wörtlich ausgelegt und angewandt, weil man davon ausgeht, dass der Inhalt des Textes verpflichtend sei, da er direkt von Gott komme und für die Menschheit als Anleitung bzw. Gesetz gedacht sei.“
Zu dieser Kategorie habe ich acht gute Belege gefunden, die entweder eher am Anfang oder eher am Ende des Buches „JZVKG“ (1993) vorkommen.
Vier Belege weisen u.a. darauf hin, dass die Gemeinschaft die Heiligen Schriften als Grundlage und Massstab für alles verwendet:
a) JZVKG (1993), S. 120:
Jehovas Zeugen haben nicht vorgehabt, neue Lehren, eine neue Form der Anbetung oder eine neue Religion einzuführen. Stattdessen zeugt ihre neuzeitliche Geschichte von gewissenhaften Bemühungen, das zu lehren, was in der Bibel, dem inspirierten Wort Gottes, steht. Sie verweisen darauf als Grundlage aller ihrer Glaubensansichten und ihrer Lebensweise. Statt Anschauungen zu entwickeln, die den liberalen Trend der heutigen Welt widerspiegeln, versuchen sie, sich immer enger an die Lehren der Bibel und die Handlungsweise des Urchristentums zu halten. Anfang der 1870er Jahre begannen Charles Taze Russell und seine Gefährten ein ernsthaftes Studium der Bibel. Es fiel ihnen auf, dass die Christenheit von den Lehren und Bräuchen des Urchristentums weit abgekommen war.
3 Zeugen Jehovas: Historische Darstellung der Anfänge und Entwicklung, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Lehre, des Exklusivitätsanspruchs und der Strategien zum Umgang mit enttäuschten Erwartungen.
4 Qumran-Gemeinschaft: Historische Einordnung der Essener und Analyse ihrer Schriften im Kontext ihres Wahrheitsanspruchs und ihrer Reaktionen auf nicht eingetroffene Endzeitprophezeiungen.
5 Vergleich: Systematische Gegenüberstellung der beiden Gemeinschaften hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Wahrheitsanspruch und Krisenbewältigungsstrategien.
6 Zusammenfassung: Beantwortung der Forschungsfragen, Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext und Aufzeigen weiterführender Forschungsansätze.
Religiöse Sondergemeinschaften, Zeugen Jehovas, Qumran-Gemeinschaft, Eschatologie, Endzeit, Prophezeiung, Wahrheitsanspruch, Exklusivität, Schrifttreue, kognitive Dissonanz, Religionswissenschaft, Vergleich, Apokalyptik, Irrtum, Textanalyse.
Die Arbeit analysiert, wie religiöse Sondergemeinschaften ihren exklusiven Wahrheitsanspruch aufrechterhalten, wenn ihre auf biblischen Prophezeiungen basierenden Endzeitvorhersagen nicht eintreffen.
Untersucht werden die zeitgenössischen Zeugen Jehovas sowie die historische Qumran-Gemeinschaft (Essener).
Ziel ist es, diachrone und überkulturelle Muster und Mechanismen in der Argumentation und im Verhalten zu identifizieren, die Gemeinschaften einsetzen, um sich trotz nicht erfüllter Erwartungen als einzige wahre Glaubensgemeinschaft zu behaupten.
Es wird eine fokussierte inhaltliche Textanalyse mittels der Methode des systematischen Vergleichs durchgeführt, gestützt auf das Modell von Brun & Hirsch zur "Textanalyse in den Wissenschaften".
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Blöcke, die jeweils die Geschichte, Lehre, Eigene Schriften, Wahrheitsanspruch, Vorhersagen und Bewältigungsstrategien der beiden untersuchten Gruppen beleuchten.
Zu den zentralen Begriffen zählen Religionsgemeinschaften, Eschatologie, Wahrheitsanspruch, Exklusivität, Schrifttreue und das Nicht-Eintreffen von Vorhersagen.
Für die Zeugen Jehovas markiert 1914 den Beginn der "letzten Tage" und die unsichtbare Inthronisation Jesu Christi als König, ein zentrales Datum, das ihre gesamte Endzeitlehre fundiert.
Sie sahen sich als "wahre Juden" und wollten sich von der ihrer Meinung nach korrupten Jerusalemer Priesterschaft absondern, um toragemäß zu leben und sich auf das baldige Endgericht Gottes vorzubereiten.
Beide Gemeinschaften neigen dazu, Fehler zu verharmlosen, Verantwortung auf Gott oder "menschliche Schwäche" zu delegieren und verstärkt auf ihre Exklusivität und ihre Leistungen (Missionierung, Schriftenproduktion) zu verweisen.
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