Magisterarbeit, 2013
106 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Grundlegende Gedanken
1.2 Die erkenntnisleitende Fragestellung
1.3 Der Aufbau und die Methodik der Arbeit
1.4 Anmerkungen zum Forschungsstand
2 Konzeption und Historie des Zivilmachtmodells
2.1 Theoretischer Rahmen: Rollentheorie und Zivilmacht
2.2 Die Rollenkonzeption von Zivilmächten
2.2.1 Die historische Entwicklung des Zivilisierungskonzeptes
2.2.2 Zivilmachtsprinzipien
2.2.3 Wo Licht ist ist auch Schatten - der Zivilmachtsansatz in der Kritik
2.3 Die sicherheitspolitischen Definitionsmerkmale einer Zivilmacht
2.3.1 Die Ziele von Zivilmächten
2.3.2 Gewollte Reduzierung der nationalen Autonomie
2.3.3 Normdurchsetzung im Spannungsfeld der nationalen Eigeninteressen
3 Ein Blick zurück: Die Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland seit 1949 bis zum 11. September 2001
3.1 Deutschlands Einfluss auf die Europäische Union (EU)
3.2 Deutschlands Einfluss auf die North Atlantic Treaty Organization (NATO)
3.3 Deutschlands Einfluss auf die United Nations Organization (UNO)
3.4 Deutschland bis zum 11. September 2001 im Lichte des Zivilmachtskonzepts – eine erste Zwischenbilanz
4 Die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik nach 9/11 in concreto
4.1 9/11 und der plötzliche Beginn des Anti-Terrorkampfes
4.1.1 Die Erwartungen des US-amerikanischen Alter-Parts
4.1.2 Die deutsche Rhetorik anlässlich 9/11
4.1.3 Die öffentliche Meinung in Deutschland nach 9/11
4.1.4 Das deutsche Verhalten in global relevanten Institutionen
4.1.5 Deutschland nach 9/11 im Anti-Terrorkampf im Lichte des Zivilmachtskonzepts – eine weitere Zwischenbilanz
4.2 Fallbeispiel Afghanistan und der Krieg am Hindukusch
4.2.1 Die Erwartungen des US-amerikanischen Alter-Parts
4.2.2 Die deutsche Rhetorik anlässlich des bevorstehenden Afghanistan-Krieges
4.2.3 Die öffentliche Meinung in Deutschland zum Afghanistan-Einsatz
4.2.4 Das deutsche Verhalten in verschiedenen Einsatzphasen
4.2.5 Der deutsche ISAF-Einsatz im Zangengriff internationaler Verplichtungen und nationaler Vorbehalte
4.2.6 Die Bundeswehr zwischen Anspruch und Wirklichkeit
4.2.7 Erkenntnisse aus dem deutschen Afghanistaneinsatz bezüglich des Zivilmachtsanspruchs
4.3 Fallbeispiel Irak und die Achse des Bösen
4.3.1 Die Erwartungen des US-amerikanischen Alter-Parts
4.3.2 Die deutsche Rhetorik zur Frage eines Kriegseinsatzes im Irak
4.3.3 Die öffentliche Meinung in Deutschland zum Irak-Einsatz
4.3.4 Das deutsche Verhalten in verschiedenen Phasen des Irak-Konflikts
4.3.5 Erkenntnisse aus dem deutschen Verhalten im Irak-Konflikt bezüglich des Zivilmachtsanspruchs
5 Fazit – Einsichten und Aussichten
Die vorliegende Arbeit untersucht das deutsche sicherheitspolitische Verhalten von 2001 bis 2012, um zu klären, ob es weiterhin dem theoretischen Modell der Zivilmacht entspricht oder ob eine Transformation oder Abweichung erkennbar ist. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Spannungsfeld zwischen der außenpolitischen Rhetorik, den Erwartungen internationaler Akteure und dem tatsächlichen Handeln Deutschlands, insbesondere im Kontext von Militäreinsätzen.
2.2.1 Die historische Entwicklung des Zivilisierungskonzepts
Zivilmächte streben die Zivilisierung der internationalen Beziehungen an. Der Idealtypus der Zivilmacht entstammt der Zivilisationstheorie von Norbert Elias. Er analysierte die gesellschaftliche Konditionierung vom Mittelalter bis in die Neuzeit, die sich in moralischen Strategien der Bedürfnis- und der Triebkontrolle äußert. Fortschreitende Rationalisierung und gesellschaftliche Verflechtung erzwingen die Affektkontrolle und Kontrolle aller Individuen einer Gesellschaft. Die zunehmende gesellschaftliche Interdependenz erfordert ein „berechenbares, reguliertes und kontrolliertes Verhalten jedes einzelnen.“ Individuelle Gewaltanwendung als Mittel der Konfliktlösung erscheint durch Lernprozesse und Sozialisation zunehmend inakzeptabel. Diese Entwicklung mündet schließlich in einer staatlich monopolisierten Gewaltanwendung und gewaltfreien Konfliktaustragung.
Elias macht diesen Prozess zur Grundlage einer analogen Betrachtung der Entwicklung internationaler Beziehungen. Er mutmaßt, dass die Bildung „eines irdischen Gewaltmonopols, eines politischen Zentralinstituts der Erde“, das der Pazifizierung der internationalen Beziehungen dient, eines Tages Realität werden könnte. Die wachsende globale Interdependenz wirkt sich zunehmend auf das Gewaltmonopol des Staates aus. Senghaas sieht daher im Zivilisationsprozess ein Instrument zur „Einhegung von Macht durch Verrechtlichung“ und zur „internationale[n] Etablierung friedlicher und institutionalisierter Konfliktregelung.“ Mit seinem zivilisatorischen Hexagon beschreibt er die wesentlichsten Merkmale nationalstaatlicher Zivilisierung. Er erweitert damit Elias’ Zivilisierungskonzept um die Dimensionen demokratische Partizipation, Gewaltmonopol, Interdependenzen / Affektkontrolle, Konfliktkultur, Rechtstaatlichkeit und soziale Gerechtigkeit.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik unter dem Zivilmachtskonzept ein, formuliert die zentrale Fragestellung und erläutert Methodik sowie Aufbau der Arbeit.
2 Konzeption und Historie des Zivilmachtmodells: Dieses Kapitel erarbeitet den theoretischen Rahmen anhand der Rollentheorie und definiert die sicherheitspolitischen Merkmale einer Zivilmacht, inklusive kritischer Perspektiven.
3 Ein Blick zurück: Die Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland seit 1949 bis zum 11. September 2001: Das Kapitel betrachtet die historische Entwicklung der deutschen Außenpolitik und deren Ausrichtung auf multilaterale Institutionen sowie die erste Zwischenbilanz im Zivilmachtkontext.
4 Die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik nach 9/11 in concreto: Dieses Kernkapitel analysiert das deutsche Verhalten nach den Terroranschlägen von 9/11 anhand der Fallbeispiele Afghanistan und Irak auf seine Zivilmachtskonformität hin.
5 Fazit – Einsichten und Aussichten: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, bewertet die Validität der Hypothesen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der deutschen Sicherheitspolitik.
Zivilmacht, Sicherheitspolitik, Rollentheorie, Außenpolitik, Bundeswehr, Afghanistan, Irak-Krieg, 9/11, Multilateralismus, NATO, EU, Vereinte Nationen, Konfliktprävention, Sicherheitsarchitektur, Normdurchsetzung.
Die Arbeit untersucht, ob die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik zwischen 2001 und 2012 weiterhin als Zivilmacht im Sinne des theoretischen Zivilmachtkonzepts von Hanns W. Maull und anderen betrachtet werden kann.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung des Zivilmachtbegriffs, der Einfluss des 11. Septembers 2001 auf das deutsche Rollenverständnis und die empirische Überprüfung dieses Rollenkonzepts in den Institutionen EU, NATO und UNO.
Das Ziel ist es, das tatsächliche Verhalten der relevanten Akteure mit der außenpolitischen Rhetorik und dem theoretischen Idealtypus einer Zivilmacht zu vergleichen, um Kontinuitäten und Brüche aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer rollentheoretischen Untersuchung und nutzt empirische Fallbeispiele, um das deutsche Handeln systematisch anhand von Bewertungskategorien zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse bis 2001 sowie zwei detaillierte Fallstudien nach 2001, welche den Militäreinsatz in Afghanistan und die Verweigerung der Teilnahme am Irak-Krieg behandeln.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zivilmacht, Rollentheorie, Multilateralismus, Krisenprävention, Sicherheitspolitik und die Analyse von Normen und Werten in der deutschen Außenpolitik charakterisiert.
Afghanistan wird als eines der nationalen Spezifika beleuchtet, da es die Entgrenzung der deutschen Sicherheitspolitik und die wachsende Bereitschaft zu militärischen Beiträgen dokumentiert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Weigerung Deutschlands, am Irak-Krieg teilzunehmen, zwar zivilmachtskonform war, jedoch die transatlantischen Beziehungen belastete und eine Abkehr vom gewohnten multilateralen Stil darstellte.
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