Bachelorarbeit, 2016
85 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsstand
1.3 Aufbau
2. Methodik
2.1 Methodische Vorgehensweise
2.2 Analyse des Ausgangsmaterials
2.3 Bestimmung der Einschätzungsdimensionen
2.4 Definitionen und Ausprägungen der Variablen
2.5 Bestimmung der Analyse- und Kodiereinheiten
2.6 Kodierleitfaden
3. Auswertung der Landtagswahlprogramme
3.1 Populismus
3.2 Rechtsextremismus
3.3 Restriktive Migrationspolitik
3.4 Familienpolitik
3.5 Leistungsorientierte Bildungspolitik
3.6 Erhöhung der inneren Sicherheit
4. Schluss
4.1 Konklusion
4.2 Kritik
4.3 Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob faktische regionale Nuancen zwischen den AfD-Landesverbänden in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt anhand ihrer Landtagswahlprogramme feststellbar sind, wobei sie analysiert, ob die öffentlich wahrgenommene moderatere Außendarstellung westlicher Landesverbände auch programmatisch in den Wahltexten korrespondiert.
1.1 Problemstellung
Am 13.03.2016 fanden zeitgleich drei Landtagswahlen statt, in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Die Prognosen im Vorfeld prophezeiten den Einzug der „Alternative für Deutschland“ (AfD) in allen drei Landtagen mit teilweise zweistelligen Ergebnissen. Diese Erwartungen wurden letztendlich sogar übertroffen: 15,1% in Baden-Württemberg, 12,6% in Rheinland-Pfalz und 24,3% in Sachsen-Anhalt. Viele Medien postulierten, es sei ein „politisches Erdbeben“ und berichteten über die weitreichenden Folgen dieser Wahl. Lenz Jacobsen schrieb bereits im Vorfeld in der „ZEIT“: „Es heißt oft, die Radikalisierung der einstigen 'Professorenpartei' AfD sei von Ostdeutschland aus betrieben worden, im Westen sei sie gemäßigter.“ Damit wurde vorsorglich ein möglicher Wahlerfolg der AfD relativiert. Die impliziten Schlussfolgerungen aus den Wahlergebnissen sind folglich im Westen und Osten des Landes unterschiedlich zu gewichten. Denn die westlichen Landesverbände sind scheinbar deutlich gemäßigter als deren Parteifreunde im Osten Deutschlands. Diese Beobachtung war zumindest bei der Außendarstellung der Landesverbände nachvollziehbar, besonders in Baden-Württemberg mit Jörg Meuthen als Spitzenkandidat, der seit der Gründung der AfD zum wirtschaftsliberalen Flügel dazugehört.
Doch die Außendarstellung lässt etliche Trugschlüsse zu. So kann die unterschiedliche Rhetorik allein auf die Fähigkeiten der jeweiligen Parteispitze zurück zu führen sein. Jörg Meuthen ist beispielsweise als Wirtschaftsprofessor ein geübter Redner, wohingegen Andre Poggenburg – Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt – als Handwerker und Politik-Neuling in seiner Außendarstellung vollkommen unerfahren ist. Des Weiteren könnten es rein strategische Gründe sein, sich gemäßigter zu präsentieren, um potenzielle Wähler nicht zu verschrecken.
Aus diesen Gründen wäre eine Analyse der Wahlprogramme deutlich aufschlussreicher. Ein Wahlprogramm ist unabhängig von punktuellen Äußerungen, die sich dem jeweiligen Publikum vor Ort anpassen oder auf den persönlichen Kompetenzen des jeweiligen Redners beruhen. Es ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte der jeweiligen Parteibasis, die der Bevölkerung landesweit präsentiert wird. Dadurch könnte untersucht werden, ob programmatische Divergenzen vorhanden sind und ob der stilistische Ton ähnlich ist. Vor allem die Unterschiede im Policy-Bereich sind von großem Interesse. Denn letztlich sind kongruente politische Forderungen weitaus bedeutsamer als der „Ton“ dieser Forderungen.
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage der Landtagswahlen 2016, stellt die Forschungsfrage nach den programmatischen Unterschieden der AfD-Landesverbände und begründet die methodische Entscheidung für eine Programmanalyse.
2. Methodik: Erläutert das Vorgehen mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, definiert die Kategorien, Variablen und Analyseeinheiten sowie den für die Studie verwendeten Kodierleitfaden.
3. Auswertung der Landtagswahlprogramme: Präsentiert die Ergebnisse der Untersuchung, indem die Fundstellen zu Populismus, Rechtsextremismus und weiteren Sachthemen in den Programmen zusammengefasst und interpretiert werden.
4. Schluss: Fasst die Kernerkenntnisse zusammen, reflektiert kritisch die methodischen Stärken und Schwächen der Untersuchung und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Partei.
AfD, Landtagswahl, Programmvergleich, qualitative Inhaltsanalyse, Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, Politische Rhetorik, Migration, Bildungspolitik, Innere Sicherheit, Familienpolitik, Landesverbände, Politische Kommunikation, Parteienforschung, Radikalisierung
Die Bachelorarbeit untersucht, ob es faktische inhaltliche und stilistische Unterschiede zwischen den Wahlprogrammen der AfD-Landesverbände in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt gibt.
Die Untersuchung konzentriert sich auf Populismus, Rechtsextremismus, restriktive Migrationspolitik, Familienpolitik, leistungsorientierte Bildungspolitik und die Erhöhung der inneren Sicherheit.
Ziel ist es zu klären, ob die in den Medien oft betonte gemäßigtere Außendarstellung westlicher Landesverbände auch faktisch in den schriftlichen Wahlprogrammen nachweisbar ist.
Die Arbeit stützt sich auf die skalierende strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um eine präzise Auswertung der Programmtext-Elemente zu ermöglichen.
Der Hauptteil analysiert das Vorkommen und die Häufigkeit definierter Indikatoren in den jeweiligen Wahlprogrammen, um eine vergleichende Einordnung der Landesverbände vorzunehmen.
Kernbegriffe sind unter anderem AfD, Programmvergleich, Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, Politische Kommunikation und Parteienforschung.
Der Autor berücksichtigt, dass die Wahlprogramme einen stark unterschiedlichen Umfang aufweisen, was die quantitative Häufigkeit bestimmter Begriffe beeinflussen kann, weshalb eine differenzierte Bewertung notwendig ist.
Während Rheinland-Pfalz insgesamt moderater erscheint, lässt sich zwischen Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt nur schwer eine klare Distanzierung feststellen, da beide auf nahezu identische, populistische und rechtsextreme Rhetorikbausteine zurückgreifen.
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