Masterarbeit, 2016
69 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung und Problemstellung
2. Grundlagen der Finanzwirtschaftlichen Untersuchung
2.1 Entscheidungstheorie
2.2 Nutzwertanalyse
2.3 Kriterien für die Entscheidung bei der Nutzwertanalyse
2.3.1 Finanzierung und Liquidität
2.3.2 Supply Chain Finance
2.3.3 Working Capital Management
2.3.4 Rating
2.4 Darstellung des Finanzierungsmodells für die Supply Chain Kette
2.5 Finanzierungsalternativen anhand des Finanzierungsmodells für die Nutzwertanalyse
2.5.1 Finetrading
2.5.2 Bankkredit
2.5.3 Reverse Factoring
3. Analyse des Finetradings
3.1 Finanzwirtschaftlichen Analyse
3.1.1 Grundlagen der Finanzwirtschaftlichen Analyse
3.1.2 Finanzwirtschaftliche Analyse der Bilanz
3.1.3 Finanzwirtschaftliche Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung
3.1.4 Zusammenfassung der Finanzwirtschaftlichen Analyse
3.2 Bewertung der Kriterien anhand der Nutzwertanalyse
3.2.1 Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
3.2.2 Liquidität und Cash-Flow
3.2.3 Supply Chain Finance
3.2.4 Working Capital Management
3.2.5 Rating
3.2.6 Zusammenfassung der Nutzwertanalyse
4. Fazit und Handlungsempfehlungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vorteilhaftigkeit des Finanzierungsinstruments "Finetrading" für Unternehmen, insbesondere als ergänzendes Instrument zur klassischen Bankenfinanzierung. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, unter welchen Bedingungen Finetrading als sinnvolle Erweiterung der Finanzierungsstruktur bei gleichzeitiger Optimierung von Liquidität und Kapitalkosten eingesetzt werden kann.
2.5.1 Finetrading
Finetrading oder teilweise auch eher bekannt als Supply-Chain Finanzierung ist eine bankenunabhängige Finanzdienstleistung, welche der Finanzierung von betrieblichem Umlaufvermögen dient. Finetrading ist hierbei eine Dienstleistung, die Unternehmen, die Waren oder Rohstoffe für ihre Produktion oder Leistungserbringung benötigen, ein professionelles Outsourcing des Einkaufs und die Harmonisierung von Zahlungszielen ermöglicht. Finanziert werden vornehmlich Vermögensgegenstände, die nur kurzfristig bilanziell aktiviert werden (Umlaufvermögen), also Waren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe oder fertige/unfertige Erzeugnisse. Dabei ist Finetrading ein Phantasiewort, zusammengesetzt aus den englischen Worten „Finance“ und „Trade“.95
Die Funktionsweise des Finetradings ist, dass der Kunde, der Finanzierungsnehmer, in einer Dreiecksbeziehung zwischen Lieferant-Kunde-Finanzinstitut steht, wobei das Finanzinstitut (Finetrader) die Forderungen des Lieferanten regresslos ankauft und sie dann an den Kunden weiterfakturiert. Nachdem der Kunde den Wareneingang durch den Lieferanten dem Finetrader bestätigt hat, wird die Rechnung des Lieferanten sofort durch den Finetrader ohne Sicherheitsabschlag wie beim Factoring beglichen. Der Kunde wiederum erhält vom Finetrader ein verlängertes Zahlungsziel, welches in der Regel zwischen 90 und 120 Tagen liegt, die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Kunde durch den Finetrader kreditversichert werden kann ansonsten kann das Instrument Finetrading nicht vom Kunden genutzt werden. Für die Nutzung von Finetrading erhebt der Finetrader individuelle Gebühren, Stundungsgebühren, welche insbesondere von der Bonität und der Dauer der Nutzung abhängig sind. Zumeist setzen sie sich aus dem verhandelten Skonto und taggenauen Stundungsgebühren für das verlängerte Zahlungsziel zusammen.96 Das nachstehende Schaubild zeigt einmal kurz die Dreiecksbeziehung zwischen Kunde, Lieferant und Finetrader (WCF):
1. Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die aktuelle Finanzierungssituation deutscher Unternehmen und führt in das Forschungsfeld sowie die Motivation zur Untersuchung von Finetrading ein.
2. Grundlagen der Finanzwirtschaftlichen Untersuchung: Es werden entscheidungstheoretische Konzepte wie die Nutzwertanalyse definiert und die zu untersuchenden Finanzierungsinstrumente sowie das Finanzierungsmodell des Musterunternehmens vorgestellt.
3. Analyse des Finetradings: In diesem Hauptteil wird eine finanzwirtschaftliche Simulation durchgeführt und die Vorteilhaftigkeit der Instrumente anhand der definierten Kriterien in einer Nutzwertanalyse bewertet.
4. Fazit und Handlungsempfehlungen: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Empfehlungen zur praktischen Implementierung sowie zur Nutzung von Finetrading für Unternehmen ab.
Finetrading, Finanzwirtschaft, Nutzwertanalyse, Supply Chain Finance, Working Capital, Liquidität, Bankkredit, Reverse Factoring, Rating, Unternehmensfinanzierung, Investition, Bonität, Bilanzanalyse, Finanzkennzahlen, Betriebswirtschaft.
Die Arbeit analysiert die Vorteilhaftigkeit von Finetrading als alternatives Finanzierungsinstrument für Unternehmen, besonders vor dem Hintergrund der Einschränkungen bei traditionellen Bankkrediten.
Die zentralen Felder umfassen die Finanzwirtschaftliche Analyse, das Working Capital Management, die Supply Chain Finance sowie die Anwendung der Nutzwertanalyse zur Entscheidungsfindung.
Das Ziel ist es, anhand eines Musterunternehmens aus der Industriemontage zu prüfen, ob Finetrading die Liquiditätssituation und das Rating durch eine Optimierung der Zahlungsströme verbessern kann.
Die Arbeit nutzt die Nutzwertanalyse, um verschiedene Handlungsalternativen (Bankkredit, Finetrading, Reverse Factoring) objektiv anhand quantitativer und qualitativer Kriterien zu vergleichen.
Der Hauptteil beinhaltet die finanzwirtschaftliche Modellierung der Auswirkungen von Finetrading auf Bilanz und G&V sowie eine detaillierte Bewertung dieser Effekte in der Nutzwertanalyse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Finetrading, Nutzwertanalyse, Supply Chain Finance, Working Capital, Liquidität und Unternehmensfinanzierung charakterisieren.
Aufgrund der rechtlichen Struktur (Ankauf von Forderungen/Handelsgeschäft gemäß HGB) unterliegt Finetrading nicht der direkten Regulierung der BaFin, im Gegensatz zum Bankgeschäft.
Finetrading bietet eine höhere Flexibilität bei der Auswahl von Lieferanten und einen einfacheren Vertragsprozess, während Reverse Factoring eher bei großen Volumina und für etablierte Lieferantenbeziehungen mit Banken genutzt wird.
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