Masterarbeit, 2015
88 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Von der Kleinkinderbewahranstalt zum Kindergarten
2.1 Die Kleinkinderbewahranstalt
2.2 Die Kleinkinderschule
2.3 Der Kindergarten
3. Ausweitung der Kindertagesbetreuung
3.1 Demografische Entwicklung
3.2 Bildungspolitische Entwicklungen
3.2.1 PISA, IGLU und die Bildungspläne
3.2.2 Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren
3.3 Die Liberalisierung der Kindertagesstätten
4. Instrumente behördlicher Steuerung beim Berliner Kita-Ausbau
4.1 Angebotsstruktur
4.1.1 Betreuungsquote und Betreuungsbedarf
4.1.2 Träger und Einrichtungen
4.2 Bedarfsplanung
4.3 Bedarfsatlas
4.4 Betriebserlaubnis
4.4.1 pädagogisches Konzept
4.4.2 Raumkonzept
4.5 Finanzierung
4.6 Kita-Gutscheinsystem
5. Schlussfolgerungen und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Instrumente behördlicher Steuerung beim Ausbau der Berliner Kita-Landschaft vor dem Hintergrund historischer, demografischer und bildungspolitischer Entwicklungen. Dabei wird analysiert, inwiefern der Ausbau der Kindertagesbetreuung durch den Staat geplant und gesteuert wird oder ob marktmechanische Prozesse dominieren.
2. VON DER KLEINKINDERBEWAHRANSTALT ZUM KINDERGARTEN
Im Mittelalter wurden Kinder einfach in das Leben der Erwachsenen integriert. Sie unterschieden sich lediglich hinsichtlich Körpergröße und Kraft. Die Sozialisation in die Gesellschaft erfolgte durch Nachahmen der sozialen, emotionalen, körperlichen und geistigen Fertigkeiten der Erwachsenen. In einem langen Weg entwickelte sich aus dem Humanismus heraus eine neue Wahrnehmung des Kindes als eigenständiger Mensch. Aufgrund der fortschreitenden Industrialisierung und der Erkenntnis, dass späteres menschliches Verhalten durch frühkindliche Erziehung beeinflusst werden kann, trat die Notwendigkeit einer frühkindlichen Bildung in den Vordergrund. Aus dieser Einsicht heraus entwickelte Johann Amos Comenius (1592-1670) im 17. Jhd. das Konzept der Mutterschule als erste Bildungsphase des Kindes, bei der die Mutter die Bildung der Kinder bis zum sechsten Lebensjahr nach einem Bildungsplan übernimmt. Comenius geht dabei davon aus, dass die Anlagen zur Bildung angeboren sind und lediglich der Erziehung bedürfen, um sich herauskristallisieren zu können. Im 18. Jhd. prägte Jean Jaques Rousseau (1712-1778) mit seiner Idee der Gleichberechtigung aller Bürger die Erziehung der Kinder. Nach diesem Grundsatz steht der Staat in der Verantwortung, die Struktur für eine frühkindliche Bildung für alle Bürger zu schaffen, damit sie durch eine zielgerichtete Förderung zur Teilhabe an den öffentlichen Angelegenheiten eines demokratischen Staates befähigt werden. Rousseau stellt damit die gemeinschaftliche frühkindliche Bildung als Fundament für eine positive Entwicklung der Gesellschaft in den Vordergrund.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesetzliche Neuregelung des Kita-Ausbaugesetzes ein und formuliert die zentralen Fragestellungen zur behördlichen Steuerung in Berlin.
2. Von der Kleinkinderbewahranstalt zum Kindergarten: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der reinen Aufbewahrung hin zu pädagogischen Einrichtungen nach.
3. Ausweitung der Kindertagesbetreuung: Hier werden demografische und bildungspolitische Rahmenbedingungen analysiert, die den Ausbau der Kinderbetreuung in den letzten Jahrzehnten maßgeblich beeinflusst haben.
4. Instrumente behördlicher Steuerung beim Berliner Kita-Ausbau: Das Kapitel untersucht konkret die Instrumente der Berliner Verwaltung, wie Bedarfsplanung, Betriebserlaubnisverfahren und das Kita-Gutscheinsystem.
5. Schlussfolgerungen und Ausblick: Diese Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext der aktuellen Herausforderungen beim Ausbau der Berliner Kita-Infrastruktur.
Kinderbetreuung, Berliner Kita-Ausbau, Frühkindliche Bildung, Behördliche Steuerung, Kindertagesstättenentwicklungsplanung, Kita-Gutscheinsystem, Demografischer Wandel, PISA, Bildungsreform, Sozialmanagement, Betriebserlaubnis, Bedarfsplanung, Trägerlandschaft, Sozialpolitik, Familienpolitik.
Die Arbeit befasst sich mit der Steuerung des Ausbaus von Kindertageseinrichtungen in Berlin unter Berücksichtigung historischer und aktueller Rahmenbedingungen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Betreuungsmodellen, dem Einfluss des demografischen Wandels sowie den behördlichen Steuerungsinstrumenten durch den Berliner Senat.
Das Ziel ist es, die Steuerungsinstrumente der Berliner Behörden beim Kita-Ausbau aufzuzeigen und deren Wirkung auf die Angebotsstruktur zu analysieren.
Es handelt sich um eine qualitative Analyse auf Basis aktueller bildungspolitischer Studien, Gesetzesgrundlagen und statistischer Daten der Berliner Verwaltung.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Analyse des demografischen und bildungspolitischen Kontextes sowie die detaillierte Untersuchung der behördlichen Instrumente (Bedarfsatlas, Gutscheinsystem, Betriebserlaubnis).
Wesentliche Begriffe sind Kindertagesbetreuung, behördliche Steuerung, Kita-Gutscheinsystem, Bedarfsplanung und Bildungsauftrag.
Berlin weist durch die historische Infrastruktur der DDR sowie durch spezifische eigene Steuerungsinstrumente eine besondere Entwicklung der Betreuungsquoten im Vergleich zu westdeutschen Bundesländern auf.
Der Bedarfsatlas dient als Hauptkriterium für die Vergabe von Fördermitteln und steuert damit maßgeblich, wo und in welchem Umfang neue Kapazitäten in Berlin entstehen.
Das Gutscheinsystem soll Eltern eine berlinweite Wahlfreiheit hinsichtlich der Betreuungseinrichtung ermöglichen und gleichzeitig einen Anbietermarkt fördern.
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