Magisterarbeit, 2004
105 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. THEORIE UND GESCHICHTE DER ROMANTISCHEN BALLADE
2.1.Ballade als typische Gattung der Romantik
2.1.1 Gattungssynkretismus
2.1.2 Romantischer Folklorismus
2.1.3 Phantastik des Unheimlichen
2.2.Die naturmagische Ballade
2.2.1. Die naturmagische Ballade als ein Typus der numinosen Ballade
2.2.2. Die Wald- und Wassermagische Ballade als Typen der naturmagischen Ballade
3. DIE FRÜHROMANTISCHE BALLADE
3.1. Die naturmagische Ballade in der Frühromantik
3.2. Archaisten vs. Karamzinisten
3.3. Katenin "Lešij"
4. DIE HOCHROMANTISCHE BALLADE
4.1. Die naturmagische Ballade in der Hochromantik
4.2. Žukovskij “Rybak“
4.3. Puškin “Rusalka“
4.4. Puškin “Besy“
5. DIE SPÄTROMANTISCHE BALLADE
5.1. Die naturmagische Ballade in der Spätromantik
5.2. Lermontov “Rusalka“
5.3. Lermontov “Morskaja carevna“
6. SCHLUSSBEMERKUNG
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht die Entwicklung und die spezifischen Merkmale der naturmagischen Ballade in der russischen Romantik. Im Fokus steht dabei die Analyse der poetischen Struktur, der Sujetlogik und des Einflusses der romantischen Naturphilosophie auf die Ausgestaltung dieses speziellen Balladentypus in verschiedenen Phasen der russischen Literaturgeschichte.
3.3. Katenin „Lešij“
Die Ballade „Lešij“ von P.A. Katenin entstand im Jahre 1815 und ist somit die erste russische naturmagische Ballade überhaupt. Typologisch gehört sie zu der Gruppe der naturmagischen Balladen, in denen das Numinose in dem Wald lokalisiert, und durch Waldgeister verkörpert wird. Repräsentativ für diese Balladenart sind J. von Eichendorffs Balladen „Die Zauberin im Walde“, „Waldgespräch“ und „Zauberblick“ oder in den slavischen Literaturen „Lilie“ von J.K. Erben und „Toman a lesní panna“ von F.L. Čelakovský. Allerdings tritt in den genannten Waldballaden das Außermenschliche in der Natur in der Gestalt einer schönen, verlockenden Frau auf. Bei Katenin wird dagegen das Außermenschliche durch einen alten Mann, einen Waldgeist, repräsentiert.
Der alte Glaube an Waldgeister brachte Herrn Katenin auf den Gedanken, eine Ballade zu verfassen, deren Wunderbares wir im Volksmärchen vernehmen könnten: eine Eigenschaft, die unumgänglich ist, damit eine Ballade uns nicht als ausgedachte Unsinnigkeit des Autors erscheint (Bachtin, zit. nach Rothe: 137).
In der Waldballade von Goethes „Erlkönig“ wird das Außermenschliche ebenso durch eine männliche Gestalt dargestellt.
Die Ballade wird mit der Erzählerrede begonnen, der den abendlichen Zustand der Natur schildert. Dadurch wird schon vorab eine unheilbringende Stimmung geschaffen (V.1-4):
Krasnoe solnce za lesom selo
Dlinnye teni steljutsja s gor.
Čistoe pole stichlo,stemnelo;
Strašno černeet izdali bor.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Bedeutung der Ballade in der Romantik und Zielsetzung der Untersuchung des Typs der naturmagischen Ballade.
2. THEORIE UND GESCHICHTE DER ROMANTISCHEN BALLADE: Theoretische Grundlegung durch Gattungssynkretismus, Folklorismus und die Phantastik des Unheimlichen sowie Definition des numinosen Balladentyps.
3. DIE FRÜHROMANTISCHE BALLADE: Analyse der Balladendichtung in der russischen Frühromantik unter besonderer Berücksichtigung der "Schuld-Strafe"-Logik und Katenins "Lešij".
4. DIE HOCHROMANTISCHE BALLADE: Untersuchung der Blütezeit der naturmagischen Ballade und der verstärkten Rezeption der deutschen Naturphilosophie bei Žukovskij und Puškin.
5. DIE SPÄTROMANTISCHE BALLADE: Betrachtung der Erneuerung der Gattung durch Lermontov, bei der das Menschliche wieder als vernichtende Kraft auftritt und die Fremdheit der Welten betont wird.
6. SCHLUSSBEMERKUNG: Zusammenfassender Überblick über die diachrone Entwicklung der Gattung von der Früh- bis zur Spätromantik.
Russische Romantik, naturmagische Ballade, numinose Ballade, Gattungssynkretismus, Volkstümlichkeit, Naturphilosophie, Rusalka, Katenin, Žukovskij, Puškin, Lermontov, Phantastik des Unheimlichen, Schuld-Strafe-Logik, Folklorismus
Die Arbeit untersucht die spezifische Entwicklung und die poetologischen Merkmale der naturmagischen Ballade in der russischen Romantik.
Zentrale Themen sind die Affinität der Balladengattung zur Romantik, die Rolle von Naturmagie und Folklorismus sowie der Konflikt zwischen menschlicher und außermenschlicher Sphäre.
Ziel ist es, den speziellen Typus der naturmagischen Ballade und dessen Entwicklungslogik innerhalb der russischen romantischen Literatur darzustellen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen (z. B. zur numinosen Ballade) mit Textanalysen repräsentativer Werke verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich nach den Epochenabschnitten Früh-, Hoch- und Spätromantik, um die spezifischen Wandlungen in Struktur und Inhalt der Balladen aufzuzeigen.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem russische Romantik, naturmagische Ballade, Folklorismus, Naturphilosophie und der Konflikt zwischen Mensch und Außermenschlichem.
In der totenmagischen Ballade wird das "Außermenschliche" durch Tote repräsentiert, während in der naturmagischen Ballade die Naturkräfte selbst (Wald- oder Wassermagie) als geheimnisvolle, irrationale Mächte agieren.
Die Rezeption der deutschen Naturphilosophie (z. B. Schelling) führte dazu, dass die Natur nicht mehr nur als Kulisse, sondern als lebendiger, mystischer Organismus und als Offenbarung des "Ganz Anderen" begriffen wurde, was die naturmagische Ballade zur Blüte brachte.
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