Masterarbeit, 2011
67 Seiten
1. Einleitung
2. Abenteuer und Bildung nach Peter Becker
2.1 Gesellschaftsanalyse
2.2 Identitätsproblematik
2.3 Das/Die Fremde
2.3.1 Fremde in unserer Kultur
2.3.2 Das Fremde in uns
2.3.3 Genese des Fremden
2.3.4 Fremde und Beziehung zu Bildung am Beispiel der Zeitmodi
2.4 Das Abenteuer als Handlungsmodell
2.4.1 Strukturmerkmale des Abenteuers
2.4.2 Schematische Darstellung des Abenteuers
2.4.3 Die Krise als Ort der Bildungstransformation
2.4.3.1 Krise in der Objektiven Hermeneutik
2.4.3.2 Die "Krise" in der Theorie der Abenteuerpädagogik
2.5 Zusammenfassung des bildungstheoretischen Kern der Abenteuerpädagogik
3. Strukturale Bildungstheorie nach Marotzki
3.1 Gesellschaftsanalyse
3.1.1 Die These der Individualisierung
3.1.2 Die These der Kontingenzsteigerung
3.1.3 Konsequenzen
3.2 Lernebenenmodell Gregory Bateson
3.2.1 Batesons Argumentationskontext
3.2.2 Das Lernebenenmodell
3.2.3 Zusammenfassung
3.3 Marotzkis Entwurf von Subjektivität
3.3.1 Subjektivität und Kontextur
3.3.2 Subjektivität und Bedeutungsverleihung
3.3.3 Subjektivität und Temporalitätsstruktur
3.4 Bildung bei Marotzki
3.4.1 Reflexiver Bezug zu Lernvoraussetzungen
3.4.2 Modalisierung von Welt und Selbstreferenz
3.4.3 Singuläre vs. ubiquitäre Deduktionsprinzipien
3.4.4 Kontexturtransformation
3.4.5 Temporalitätsstruktur des biographischen Entwurfs
3.4.6 Polykontexturalität und Verzicht auf Teleologie
3.5 Zusammenfassung
4. Präzisierung des Bildungsbegriffes
4.1 Grundlegende Annahmen beider Theorien zu Gesellschaft und Individuum
4.2 Zusammenfassung Bildung bei Marotzki
4.3 Erweiterung des Abenteuermodells
5. Fazit
Diese Masterarbeit untersucht kritisch die Bildungstheorie der Abenteuerpädagogik nach Peter Becker und erweitert sie durch die strukturale Bildungstheorie von Winfried Marotzki, um Lern- und Bildungsprozesse im Abenteuer präziser zu beschreiben und zu erklären.
2.4.3.1 Krise in der Objektiven Hermeneutik
In der objektiven Hermeneutik wird von vier großen Ablösungskrisen ausgegangen, die die jeweils unverwechselbare Bildungsgeschichte der Subjekte mitbestimmen.
„Die erste Ablösung findet mit der Geburt statt, bei der das Kind sich auf biologische Selbstständigkeit umstellen muss. Während die zweite Ablösung die Trennung der symbiotischen Beziehung zur Mutter bedeutet, findet in der dritten der Übergang von der Eltern-Kind-Interaktion zu Kooperationen mit Peer-groups und anderen außerfamiliären Institutionen statt. Die vierte, als Adoleszenzkrise bedeutet, kennzeichnet das „endgültige“ Verlassen des Schutzraums der Familie. Unter der Prämisse der Entfaltung einer zunehmend autonomer werdenden unverwechselbaren Bildungsgeschichte sind die Ablösungskrisen zwar schmerzhaft, aber unvermeidbar“ (Becker 2005, 233).
Becker beschreibt mit Oevermann die vier konstitutiven Krisen im Leben des Subjekts auf dem Weg von der Ablösung extern gegebener Sicherheit durch das Elternhaus hin zu eigener subjektiver Entfaltung. Eigene Entfaltung bedingt, von außen vorgegeben Planungen und Entwürfe aufzugeben und sich den Chancen und Risiken einer (durch nicht komplett vorausplanbare Entscheidungen) geöffneten Zukunft auszusetzen. Die eigene Zukunftsgestaltung bedingt bewusstes Treffen von Entscheidungen und Tragen der Konsequenzen. Die durch die Geburt einmal geöffnete Zukunft kann nicht mehr geschlossen werden, das Subjekt muss sich immer stärker mit dieser Zukunft ihr auseinandersetzen. Das Treffen von Entscheidungen ist unter der Prämisse autonomer Lebenspraxis dadurch essenzieller Bestandteil der Lebensgestaltung.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die Absicht, die Bildungstheorie der Abenteuerpädagogik durch die strukturale Bildungstheorie von Marotzki zu erweitern.
2. Abenteuer und Bildung nach Peter Becker: Dieses Kapitel arbeitet die Schwerpunkte der abenteuerpädagogischen Theorie heraus, insbesondere die Gesellschaftsanalyse, den Umgang mit Fremdheit und das Modell des Abenteuers als Handlungsrahmen.
3. Strukturale Bildungstheorie nach Marotzki: Hier wird Winfried Marotzkis Theorie dargestellt, die auf Batesons Lernebenenmodell basiert und Bildung als qualitative Transformation von Selbst- und Weltreferenz definiert.
4. Präzisierung des Bildungsbegriffes: Dieses Kapitel führt beide Theorieansätze zusammen, um durch die Anwendung des Marotzki-Modells auf die Phasen des Abenteuers eine theoretische Präzisierung vorzunehmen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die qualitative Transformation der biographischen Orientierung als zentrale Bildungsleistung im abenteuerpädagogischen Kontext.
Abenteuerpädagogik, Bildungstheorie, strukturale Bildungstheorie, Peter Becker, Winfried Marotzki, Krise, Handlungsmodell, Fremdheit, Individualisierung, Kontingenz, Lernebenenmodell, Gregory Bateson, Biographisierung, Autonomie, Reflexion
Die Arbeit analysiert die bildungstheoretischen Grundlagen der Abenteuerpädagogik nach Peter Becker und prüft, inwiefern die strukturale Bildungstheorie von Winfried Marotzki genutzt werden kann, um Lernprozesse im Abenteuer präziser zu erklären.
Die Arbeit behandelt die soziologische Gesellschaftsanalyse, das Konzept der "Fremde" als Motor für Bildung, das Handlungsmodell des Abenteuers sowie die Unterscheidung von Lern- und Bildungsprozessen auf verschiedenen Lernebenen.
Das Ziel ist eine theoretische Präzisierung des Bildungsbegriffs innerhalb der Abenteuerpädagogik, um deren Anschlussfähigkeit an wissenschaftliche Diskurse zu erhöhen und abenteuerpädagogisches Handeln besser theoretisch zu untermauern.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse existierender erziehungswissenschaftlicher Theorien basiert und diese in einer "Kontrastfolie" miteinander in Beziehung setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theorie von Peter Becker (inkl. Gesellschaftsanalyse, Fremdheit und Abenteuermodell) und die detaillierte Vorstellung der strukturalen Bildungstheorie von Marotzki, gefolgt von einer Synthese im vierten Kapitel.
Zentrale Begriffe sind das Abenteuer als Handlungsmodell, die Krise als Ort der Bildungstransformation, das Lernebenenmodell nach Bateson, die Biographisierung und der Begriff der Kontextur.
Während Lernen nach Marotzki meist innerhalb bestehender kognitiver Schemata (Kontexturen) erfolgt, bezeichnet Bildung eine qualitative Transformation der Welt- und Selbstinterpretation durch eine Veränderung dieser Kontextur selbst.
Die Krise dient als "Motor von Bildungsprozessen", da sie bewährte Handlungsroutinen unterbricht und das Subjekt dazu zwingt, sich mit einer neuen, unbestimmten Situation auseinanderzusetzen und Entscheidungen zu treffen.
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