Bachelorarbeit, 2016
97 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Bildungsungleichheit in Deutschland – Stand und Entwicklung
2.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1 Soziale Herkunft
2.1.2 Bildungsungleichheit
2.2 Aufbau des deutschen Bildungssystems
2.3 Aktueller Forschungsstand
2.3.1 Die Geschichte der Bildungsungleichheit in Deutschland und rechtliche Grundlagen
2.3.2 Die PISA-Studie und ihre Ergebnisse in Bezug auf die Bildungsungleichheit durch soziale Herkunft
3 Das Problem der Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Herkunft
3.1 Zwei Faktoren der herkunftsabhängigen Bildungschancen
3.2 Warum die Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft als Problematik anzusehen ist
3.2.1 Bildung als Schlüssel für Lebensqualität
3.2.2 Das biologische Argument und seine Nichtigkeit
4 Ursachen der Bildungsungleichheit – theoretischer Hintergrund
4.1 Ansätze der Rational-Choice-Theorie
4.1.1 Primäre und sekundäre Herkunftseffekte nach Boudon (1974)
4.1.2 Die Humankapitaltheorie
4.1.3 Die Weiterentwicklung des Humankapitals durch Gambetta (1987)
4.1.4 Erikson/Jonsson (1996)
4.1.5 Wert-Erwartungstheorie nach Esser (1999)
4.2 Der Ansatz Pierre Bourdieus
4.2.1 Die Illusion der Chancengleichheit (1971)
4.2.2 Das Kapital und seine Bedeutung im sozialen Raum
4.3 Wie entstehen Bildungsaspirationen?
4.4 Fazit und Kritik
5 Empirische Untersuchung
5.1 Ziele und Fragestellung
5.2 Hypothesen
5.3 Methode
5.3.1 Stichprobe
5.3.2 Fragebogen und Untersuchungsdesign
5.3.3 Übersicht der Variablen
5.3.4 Vorgehensweise bei der Befragung
5.3.5 Methodisches Vorgehen
5.3.6 Datenanalyse
5.4 Ergebnisse
5.4.1 Gesamtstichprobe n = 40
5.4.2 Differenzierung nach Familienstatus: alleinerziehend
5.4.3 Differenzierung nach Familienstatus: nicht alleinerziehend
5.4.4 Interpretation und Diskussion
6 Abschließende Reflexion, Ausblick und Handlungsansätze
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Bildungsabschluss der Eltern und ihren beruflichen Wunschvorstellungen für den Bildungsweg ihrer Kinder. Ziel ist es, theoretisch und empirisch zu beleuchten, wie soziale Herkunft und der Wunsch nach Statuserhalt die Bildungsaspirationen beeinflussen.
Die Illusion der Chancengleichheit (1971)
Auf der Grundlage von vielen Statistiken, die im Ergebnis starke Ungleichheiten im Bildungssystem aufzeigten, unternahmen Bourdieu und Passeron den Versuch theoretisch gehaltvolle Erklärungen zu finden. Ihre Ergebnisse erschienen mit der Veröffentlichung des Buches „Die Illusion der Chancengleichheit“ im Jahr 1971 (deutscher Titel). Die darin enthaltenen Schlussfolgerungen beziehen sich auf Beobachtungen und Statistiken aus Frankreich, welche jedoch ebenso auf das deutsche Bildungssystem anwendbar sind. (vgl. Kramer 2011: 82; Hopf 2010: 134) Bourdieu und Passeron verweisen mit ihren Theorien auf „[…] ein komplexes Modell der Relationen […], die zwischen dem Bildungssystem und dem System der Klassenbeziehungen bestehen, zwischen den objektiven Strukturen der Bildungswahrscheinlichkeit und des Bildungserfolgs und den subjektiven Einstellungen im Habitus bzw. dem Ethos der Klassen.“ (Kramer 2011: 82) Das Modell dieser Relationen erfolgt in einzelnen Schritten. Im Folgenden werden diese zusammenfassend vorgestellt.
Soziale Reproduktion als kulturelle Reproduktion
Als Grundlage für die theoretischen Untersuchungen diente ein statistischer Befund aus den 60er Jahren in Frankreich, welcher eine deutliche Bildungsungleichheit im Hochschulbereich beinhaltete. In der Statistik wird deutlich, dass zwar verschiedene soziale Klassen im Hochschulbereich zu finden, diese jedoch sehr ungleich vertreten sind. Außerdem wurde festgestellt, dass an den Hochschulen Eliminierungsprozesse stattfinden, welche besonders die sozialen Klassen aus dem unterprivilegierten Bereich betreffen. Bourdieu und Passeron stellten verschiedene Untersuchungen an, welche zum Ergebnis hatten, dass eine solche Auslese bereits in der Schulzeit einsetzt. In aktuelleren Befunden lässt sich eine erstaunliche Übereinstimmung zu den Ergebnissen von damals erkennen. Diese zeigen ebenso, dass die Wahrscheinlichkeit, einen bestimmten Abschluss im Bildungssystem zu erwerben, erheblich von der sozialen Klasse abhängig ist. Hierzu wurde auch die Faktorenkreuzung soziale Klasse : Geschlecht mit eingebracht, welche eine deutliche Benachteiligung für das weibliche Geschlecht aus unteren sozialen Klassen aufzeigte. (vgl. Kramer 2011: 82 ff.)
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Bildungsungleichheit und Darstellung der Forschungsfragen hinsichtlich des Einflusses des elterlichen Bildungsabschlusses auf die Bildungsaspirationen für das Kind.
2 Bildungsungleichheit in Deutschland – Stand und Entwicklung: Überblick über das deutsche Schulsystem, rechtliche Grundlagen und historische Entwicklung sowie Bedeutung der PISA-Studien.
3 Das Problem der Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Herkunft: Erläuterung der herkunftsabhängigen Bildungsdisparitäten und die Bedeutung von Bildung für Lebensqualität.
4 Ursachen der Bildungsungleichheit – theoretischer Hintergrund: Detaillierte Darstellung soziologischer Theorien wie Rational-Choice-Modelle und der Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu.
5 Empirische Untersuchung: Methodische Beschreibung der eigenen Studie, Datenanalyse der Stichprobe sowie Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der Hypothesen.
6 Abschließende Reflexion, Ausblick und Handlungsansätze: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion von Maßnahmen zur Förderung der Bildungsgerechtigkeit.
Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Bildungserfolg, Chancengleichheit, Rational-Choice-Theorie, Pierre Bourdieu, kulturelles Kapital, Bildungsaspirationen, PISA-Studie, Bildungsexpansion, Statuserhalt, Humankapitaltheorie, empirische Untersuchung, Bildungsbenachteiligung, Schichtung.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Eltern, definiert über ihren Bildungsabschluss, und den beruflichen Zukunftsvorstellungen, die sie für ihre Kinder entwickeln.
Die zentralen Felder sind die Bildungsungleichheit in Deutschland, soziologische Erklärungsmodelle für Bildungsentscheidungen sowie die empirische Analyse des Einflusses des familiären Hintergrunds auf Bildungsaspirationen.
Die Forschungsfrage lautet, ob ein Zusammenhang zwischen dem Bildungsabschluss der Eltern und ihren Wunschvorstellungen für den Bildungsweg ihres Kindes besteht.
Die Arbeit nutzt eine quantitative empirische Untersuchung in Form eines Online-Fragebogens, um Daten zu erheben, die anschließend mit Hilfe statistischer Analysen ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch verschiedene soziologische Ansätze (Boudon, Esser, Bourdieu) und eine empirische Studie, die Hypothesen zur elterlichen Bildungsplanung prüft.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Chancengleichheit, Bildungsaspirationen, Rational-Choice-Theorie und kulturelles Kapital.
Dies erfolgt als Zusatzfrage, um zu untersuchen, ob die familiäre Lebensbedingung "alleinerziehend" unabhängig vom theoretischen Hintergrund zu zusätzlichen Disparitäten in den Bildungsaspirationen führt.
Die Studie zeigt, dass Eltern tendenziell eine dem eigenen Bildungsabschluss ähnliche berufliche Zukunft für ihr Kind anstreben, wobei besonders bei privilegierten Eltern das Motiv des Statuserhalts eine zentrale Rolle spielt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

