Bachelorarbeit, 2004
50 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Das Einstellungsinterview und seine Stellung innerhalb des Personalselektionsprozesses
3. Exkurs: weitere Verfahren der Personalauswahl
3.1. Bewerbungsunterlagen
3.2. Testverfahren
3.3. Biographischer Fragebogen
4. Probleme der Interviewforschung
5. Gestaltungsmöglichkeiten zur Validitätserhöhung
5.1. Höhere Strukturierung und Standardisierung der Gesprächsform
5.1.1. Beispiel: Das Situative Interview
5.1.2. Beispiel: Das Patterned Behaviour Description Interview
5.1.3. Beispiel: Das Multimodale Einstellungsinterview
5.2. Maßnahmen auf Interviewerseite
5.2.1. Erhöhung der Urteilskompetenz
5.2.2. Durchführung von Interviewertrainings
5.3. Berücksichtigung der Bewerberseite
5.3.1. Problematik sozial erwünschter Verhaltensweisen
5.3.1.1. Selbstdarstellungsverhalten (Impression-Management)
5.3.1.1.1. Impression-Management-Techniken
5.3.1.1.2. Impression-Management-Taktiken und –Strategien
5.3.2. Möglichkeiten zur Reduzierung sozial erwünschten Verhaltens
5.3.2.1. Verwendung „objektiver“ Fragen
5.3.2.2. Aufforderung zu korrektem Verhalten
6. Beachtung ethischer und rechtlicher Aspekte
7. Untersuchungsaufbau
7.1. Hypothese
7.2. Untersuchungsdesign: Vortest-Nachtest-Design mit Kontrollgruppe ohne Maßnahme
7.2.1. Vortest
7.2.2. Maßnahme in der Experimentalgruppe
7.2.3. Nachtest
7.3. Erhebungsinstrument Multimodales Einstellungsinterview
7.4. Auswertung und Interpretation der erhobenen Daten
7.5. Stichprobe
7.6. Auswahl der Interviewer
8. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, wie das Auftreten sozial erwünschter Verhaltensweisen bei Bewerbern in Einstellungsinterviews durch gezielte Information und Aufklärung minimiert werden kann, um eine validere Eignungsdiagnostik zu ermöglichen.
5.3.1.1. Selbstdarstellungsverhalten (Impression-Management)
Selbstdarstellungsverhalten kann als individuelle Verhaltenskontrolle und -überwachung definiert werden (Mummendey, 1995). Die Selbstdarstellung wird als allgegenwärtig und in fast ständiger Ausübung befindlich, angenommen (Mummendey, 1995, 2002). D.h. annähernd jedes Verhalten kann als solches aufgefasst und interpretiert werden. Beobachtet man sich selbst in seinem Alltag, so dürfte festzustellen sei, dass es sich durchaus um eine plausible Aussage handelt. Man versucht z.B. beim kennen lernen neuer Menschen sich nett und freundlich zu präsentieren und einen guten Eindruck zu machen.
Die Tatsache, dass sich jedes Individuum in seiner Persönlichkeit von anderen unterscheidet, bestätigt Mummendey´s (1995) Ansicht, dass auch Selbstüberwachung und –kontrolle nicht von jeder Person gleich gut beherrscht wird. Snyder (1974) trennt in diesem Zusammenhang zwischen Personen mit hohem und niedrigem self-monitoring, d.h. zwischen hoher und weniger hoher Kontrolle ihres Ausdrucksverhaltens (Mimik, Gestik, Sprache) (vgl. De Paulo & Friedmann, 1998, Schlenker & Weigold, 1990, Weber & Laux, 1993, Goffman, 1971).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik sozial erwünschter Verhaltensweisen im Einstellungsinterview ein und definiert das Ziel der Arbeit, diese durch Aufklärung zu minimieren.
2. Das Einstellungsinterview und seine Stellung innerhalb des Personalselektionsprozesses: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung und Durchführung des Interviews als häufigste Methode der Personalauswahl in Europa.
3. Exkurs: weitere Verfahren der Personalauswahl: Hier werden ergänzende Auswahlmethoden wie Bewerbungsunterlagen, Tests und biographische Fragebögen sowie deren Validität diskutiert.
4. Probleme der Interviewforschung: Dieses Kapitel thematisiert die geringe Validität konventioneller Interviews aufgrund verschiedener Fehlerquellen und Verzerrungen.
5. Gestaltungsmöglichkeiten zur Validitätserhöhung: Es werden Methoden zur Verbesserung der Validität durch Strukturierung, Interviewertrainings und die Berücksichtigung der Bewerberseite aufgezeigt.
6. Beachtung ethischer und rechtlicher Aspekte: Das Kapitel behandelt die notwendigen Rahmenbedingungen für psychologische Forschung, insbesondere in Bezug auf Freiwilligkeit und Datenschutz.
7. Untersuchungsaufbau: Hier wird das experimentelle Vorgehen, inklusive Hypothese, Design, Stichprobe und Auswertungsmethode, detailliert beschrieben.
8. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse und diskutiert die praktische Anwendbarkeit sowie Grenzen des gewählten Ansatzes.
Einstellungsinterview, Personalauswahl, Soziale Erwünschtheit, Impression-Management, Validität, Selbstdarstellung, Eignungsdiagnostik, Bewerberverhalten, Interviewforschung, Strukturierung, Testverfahren, Selbstüberwachung, Interviewertraining, Psychologische Diagnostik, Organisationspsychologie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik, dass Bewerber in Einstellungsinterviews versuchen, sich durch sozial erwünschtes Verhalten in einem besseren Licht darzustellen, was die diagnostische Güte verfälscht.
Zentrale Themen sind die Selbstdarstellung (Impression-Management), die Validität von Auswahlverfahren und Methoden zur Steigerung der Objektivität in Einstellungsinterviews.
Ziel ist es zu prüfen, ob Bewerber durch eine vorherige Aufklärung über die Auswirkungen sozial erwünschter Verhaltensweisen dazu bewegt werden können, ein "korrekteres" und damit valideres Antwortverhalten zu zeigen.
Es wird ein experimentelles Vortest-Nachtest-Design mit einer Kontrollgruppe eingesetzt, um die Wirkung der Aufklärungsmaßnahme statistisch zu überprüfen.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen des Interviews, Fehlerquellen in der Interviewführung, Möglichkeiten der Strukturierung und die tiefgehende Problematik des Bewerberverhaltens durch Impression-Management.
Die wichtigsten Begriffe sind Einstellungsinterview, Personalauswahl, soziale Erwünschtheit, Impression-Management, Validität und Selbstdarstellung.
Schulabgänger wurden gewählt, da bei ihnen im Gegensatz zu bereits erfahrenen Berufstätigen noch keine starke Spezialisierung erfolgt ist, was eine homogenere Untersuchungsgruppe ermöglicht.
Die Experimentalgruppe erhält unmittelbar vor dem Einstellungsinterview (Nachtest) ein Informationsschreiben, das über die Problematik der Selbstdarstellung aufklärt, während die Kontrollgruppe keine solche Maßnahme erfährt.
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