Bachelorarbeit, 2016
73 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Gründe für eine frühe Elternbildung aus soziologischer Perspektive unter dem Aspekt der frühkindlichen Bildungsforschung
2.1. Der „kompetente“ Säugling
2.2. Einfluss der Pluralisierung von Lebensformen auf die Elternschaft
2.3. Elternschaft zwischen Belastung und Ressource
2.4. Bildungsaspiration von belasteten Eltern
3. Elternbildung als politischer Bildungsauftrag
3.1. Der Ausgangspunkt: Bildungsungleichheit
3.2. (Institutionelle) Kriterien: Zwischen Fürsorglichkeit und Effizienz
3.3. Etablierung der frühen Elternbildung
4. Elternbildung im gesetzlichen Spannungsfeld zwischen Prävention und Intervention
4.1. Gesetzliche Verankerung im Sozialgesetzbuch VIII
4.2. Unterstützung mit Interventionscharakter
4.3. Das Präventionsdilemma
5. Die Eltern-Kind-Bindung als Grundlage der frühkindlichen Entwicklung
5.1. Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth
5.2. Empirische Bindungsforschung
5.3. Elterliche Feinfühligkeit
5.4. Die Eltern-Kind-Bindung als Schlüssel für Resilienz?
5.5. Aktueller fachlicher Diskussionsstand
6. Das Projekt „Opstapje“
6.1. Das Konzept des Projektes
6.2. Laien und ihre Modellfunktion
6.3. Interaktionen nach Leitfaden
6.4. Chancen und Grenzen des „Opstapje“-Programms
6.5. Qualitätssicherung
7. Zusammenfassung
8. Kritik und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Prävention und staatlicher Kontrolle, in dem sich die frühe Elternbildung befindet. Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie in diesem Kontext eine sichere Eltern-Kind-Bindung gestärkt werden kann, insbesondere bei benachteiligten Familien.
2.1. Der „kompetente“ Säugling
Aufgrund einer Vielzahl von Direkt- und Videobeobachtungen konnte die moderne Säuglingsforschung neue und zum Teil völlig überraschende Erkenntnisse bereitstellen, die zur Etablierung des Begriffs des „kompetenten“ Säuglings führten. Unter dieser Bezeichnung wird ein aktives Individuum in einem Beziehungsaustausch mit mindestens einer Bindungsperson verstanden.
Beide üben gegenseitig Einfluss aufeinander aus. Bei Unstimmigkeiten in der Interaktion versuchen beide, diese zügig wieder zu regulieren. Der Säugling kann also in der präverbalen Entwicklung sein Umfeld beeinflussen und sich mit seinen kognitiven, perzeptuellen und affektiven Fähigkeiten diesem anpassen und in ihm zurechtfinden. Diese Fähigkeiten könnte man als „biologische Programme“ betrachten, die nach der Geburt aktiviert werden: Das Neugeborene muss seine Motorik an das Umfeld anpassen, eigenständig atmen, den Wärmehaushalt regulieren und Nahrung aufnehmen. Entgegen älteren Theorien (Margret Mahler) bildet das Baby keine Einheit mit seiner Mutter bzw. einer Bezugsperson, sondern agiert eigenständig und teilt mit ihr gemeinsame Erlebnisse.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Spannungsfeld der frühen Elternbildung zwischen Prävention und staatlicher Kontrolle dar und skizziert den Aufbau sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Gründe für eine frühe Elternbildung aus soziologischer Perspektive unter dem Aspekt der frühkindlichen Bildungsforschung: Dieses Kapitel erörtert die wissenschaftlichen Hintergründe, vom „kompetenten Säugling“ bis hin zur Pluralisierung von Lebensformen und der Bildungsaspiration belasteter Eltern.
3. Elternbildung als politischer Bildungsauftrag: Hier wird die historische und politische Verankerung der Elternbildung in Deutschland beleuchtet sowie das Problem der Bildungsungleichheit diskutiert.
4. Elternbildung im gesetzlichen Spannungsfeld zwischen Prävention und Intervention: Das Kapitel definiert Prävention und Intervention im Kontext des Sozialgesetzbuchs VIII und thematisiert das Präventionsdilemma.
5. Die Eltern-Kind-Bindung als Grundlage der frühkindlichen Entwicklung: Es werden die Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth sowie die Bedeutung der elterlichen Feinfühligkeit und Resilienz behandelt.
6. Das Projekt „Opstapje“: Diese Sektion stellt das Modellprogramm „Opstapje“ vor, seine Umsetzung durch Laienhelferinnen und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen.
7. Zusammenfassung: Die Ergebnisse der Untersuchung zur Stärkung der Eltern-Kind-Bindung im präventiven Kontext werden zusammenfassend dargestellt.
8. Kritik und Ausblick: Abschließend erfolgt eine kritische Würdigung der Wirksamkeit von Elternprogrammen und ein Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen.
Frühe Elternbildung, Prävention, Intervention, Eltern-Kind-Bindung, Bindungstheorie, Säuglingsforschung, Opstapje, Sozialgesetzbuch VIII, Resilienz, Laienhelferinnen, Frühförderung, Bildungsaspiration, Feinfühligkeit, Kinderschutz, soziale Ungleichheit.
Die Bachelorarbeit thematisiert die frühe Elternbildung und untersucht, wie in einem Spannungsfeld zwischen präventiven Angeboten und staatlicher Intervention die Eltern-Kind-Bindung gestärkt werden kann.
Die zentralen Felder sind die Bindungsforschung, die staatliche Förderung frühkindlicher Entwicklung durch das SGB VIII, das Präventionsdilemma bei schwer erreichbaren Zielgruppen sowie die praktische Anwendung von Elternprogrammen.
Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie eine sichere Eltern-Kind-Bindung in benachteiligten Familien gestärkt werden kann, um dadurch die Bildungschancen der Kinder zu verbessern.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse aktueller Studien, Theorien der Säuglings- und Bindungsforschung sowie der Evaluation des Praxisprojekts „Opstapje“.
Der Hauptteil befasst sich mit den soziologischen Hintergründen, den gesetzlichen Grundlagen für Jugendhilfe, der Bindungstheorie und dem Modellprojekt „Opstapje“ als aufsuchende Maßnahme.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen frühe Elternbildung, Prävention, Bindungsqualität, Opstapje, Laienhelferinnen und SGB VIII.
Es beschreibt die Problematik, dass gerade jene Familien, die am meisten von Präventionsangeboten profitieren würden, diese am schwierigsten erreichen oder diese stigmatisierend wahrnehmen.
Sie dienen als zentrale Vermittlerinnen zwischen dem Programm und den Familien, da sie aufgrund ihres eigenen Hintergrunds oft einen besseren Zugang zu benachteiligten Zielgruppen finden.
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