Bachelorarbeit, 2016
30 Seiten, Note: 2,0
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
2 Controlling
2.1 Begriff des Controllings
2.2 Aufgaben des Controllings
2.3 Anforderungen an den Controller
3 Menschenbild im Controlling
3.1 Das traditionelle Modell des Homo oeconomicus
3.1.1 Die Bedeutung der Rationalität
3.1.1.1 Rationalitätsunterscheidungen in der Philosophie
3.1.1.2 Praktische Rationalität in den Sozialwissenschaften
3.1.2 Die ökonomische Rationalität
3.2 Verhaltensorientiertes Controlling
3.2.1 Begrenzte Rationalität als Grundlage
3.2.2 Zwei menschliche Denksysteme als zwei Rationalitäten
4 Fazit
5 Weiterführende Betrachtungen
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht, ob sich die Bedeutung des Begriffs Rationalität im Controlling durch den Einfluss des verhaltensorientierten Controllings im Vergleich zum traditionellen, am Homo oeconomicus orientierten Ansatz gewandelt hat.
3.2.2 Zwei menschliche Denksysteme als zwei Rationalitäten
Kahneman betrachtet in seinem Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ zwei menschliche Denksysteme. Demnach benutzen Menschen in ihrem Alltag zwei Denkprozesse. Diese bezeichnet er als „kognitive Systeme“(Kahneman Daniel, 2011, S.33). Wobei er unterscheidet in „System 1 und System 2.“ (Kahneman Daniel, 2011, S. 33) Beide Systeme Arbeiten unterschiedlich und dienen unterschiedlichen Zwecken.
Das "System 1 arbeitet automatisch und schnell, weitgehend mühelos und ohne willentliche Steuerung“ (Kahneman Daniel, 2011, S. 33) und ist für schnell zu treffende Entscheidungen zuständig. Es arbeitet ohne bewusste Kontrolle. Somit kann es auch als Intuition bezeichnet werden, da schnelles, unbewusstes und vor allem automatisches Handeln als Merkmale der Intuition gelten. Von intuitiven Verhalten kann zum Beispiel gesprochen werden, wenn ein Mensch erschreckt und dabei zusammenzuckt. Beim Zusammenzucken werden seine Gliedmaßen und sein Kopf näher an den Körper herangezogen. Ein solches Verhalten geschieht unbewusst und kann nicht gesteuert werden, da es als automatische Schutzreaktion abläuft. Hanno Beck bezeichnet dieses intuitive Verhalten auch als den emotionalen Menschen der Psychologie. (vgl. Beck Hanno, 2014, S. 13)
Das „System 2 lenkt die Aufmerksamkeit auf die anstrengenden mentalen Aktivitäten, die auf sie angewiesen sind, darunter auch komplexe Berechnungen.“ (Kahneman Daniel, 2011, S. 33) Hanno Beck sieht in diesem System die Denkweise des Homo oeconomicus. Dort werden bewusste und aufwendige Entscheidungen getroffen. Dabei konzentriert sich ein Mensch und denkt über eine Sache kontrolliert nach. Eine solche Denkweise ist zum Beispiel bei Quizsendungen zu beobachten. Dabei steht der Mensch vor der Entscheidung eine Frage zu beantworten. In einer solchen Situation muss aus mehreren Optionen eine Entscheidung getroffen werden, wobei aufwendige und bewusste Überlegungen ablaufen. (vgl. Beck Hanno, 2014, S. 13)
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Controllings ein und thematisiert das Spannungsfeld zwischen dem klassischen Modell des Homo oeconomicus und dem modernen verhaltensorientierten Controlling hinsichtlich des Rationalitätsbegriffs.
2 Controlling: Dieses Kapitel definiert Controlling aus funktionaler und institutioneller Sicht, beleuchtet zentrale Aufgabenfelder und leitet daraus das notwendige Anforderungsprofil für Controller ab.
3 Menschenbild im Controlling: Dieses Hauptkapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der Rationalität im Controlling, unterscheidet zwischen ökonomischen und philosophischen Sichtweisen und analysiert den Wandel hin zum verhaltensorientierten Controlling durch die Einbeziehung begrenzter Rationalität.
4 Fazit: Das Fazit resümiert, dass sich die grundlegende Zielsetzung des Controllings trotz der Integration verhaltensorientierter Ansätze und der Anerkennung begrenzter Rationalität nicht fundamental gewandelt hat; es wird weiterhin die Sicherung rationaler Entscheidungen angestrebt.
5 Weiterführende Betrachtungen: Dieses Kapitel identifiziert ungelöste Forschungsfragen, wie den Umgang mit Rationalitätsdefiziten bei Fähigkeiten und den Einfluss von Emotionen auf die ökonomische Rationalität, und gibt Anregungen für künftige Arbeiten.
Controlling, Rationalität, Homo oeconomicus, Verhaltensorientiertes Controlling, Rationalitätssicherung, Behavioral Economics, begrenzte Rationalität, Kognitive Systeme, Daniel Kahneman, Zweckrationalität, Managementprozess, Controller, Entscheidungsfindung, Nutzenmaximierung, Rationalitätsdefizite.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Rationalität im Controlling und analysiert, wie sich das Verständnis dieses zentralen Begriffs durch den Übergang von klassischen Modellen zu verhaltensorientierten Ansätzen verändert hat.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen des Controllings, verschiedene Menschenbilder in der Ökonomie sowie die philosophische und sozialwissenschaftliche Herleitung des Rationalitätsbegriffs.
Das Ziel ist es zu klären, ob durch die Einbeziehung des verhaltensorientierten Controllings ein Bedeutungswandel des Rationalitätskonzepts stattgefunden hat oder ob die Kernaufgabe der Rationalitätssicherung bestehen bleibt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der Konzepte aus den Wirtschaftswissenschaften, der Philosophie und der Psychologie (insbesondere Behavioral Economics) zusammengeführt werden, um das Rationalitätsverständnis kritisch zu hinterfragen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Modells des Homo oeconomicus, die Analyse der ökonomischen Rationalität sowie die Untersuchung des verhaltensorientierten Controllings inklusive der Konzepte zur begrenzten Rationalität und der kognitiven Systeme.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rationalitätssicherung, Behavioral Accounting, begrenzte Rationalität, Homo oeconomicus und die zwei Denksysteme nach Kahneman charakterisiert.
Der Controller wird als Vermittler verstanden, der durch Rationalitätssicherung darauf hinwirkt, dass Führungsentscheidungen optimal und zielorientiert für das Unternehmen ausfallen.
Die Unterscheidung zwischen System 1 (intuitiv/anfällig für Fehler) und System 2 (bewusst/logisch) ermöglicht dem Controlling eine präzisere Bewertung von Entscheidungsprozessen, um Fehlentscheidungen durch gezielte Steuerung zu vermeiden.
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