Examensarbeit, 2014
152 Seiten, Note: 1,0
1 EXORDIUM – EHE IM RAMPENLICHT
2 METHODIK UND VORGEHENSWEISE
2.1 ZIELSETZUNG UND STRUKTUR
2.2 TREGGIARIS WERK UND VORBILD
2.3 CICERO IM URTEIL DER NACHWELT
3 DAS MEDIUM DES BRIEFES
3.1 DER BRIEF IM ALLGEMEINEN
3.2 CICERO ALS BRIEFAUTOR
3.3 SPRACHLICHE BESONDERHEITEN UND EIGENTÜMLICHKEITEN
3.4 PRIVAT ODER FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT BESTIMMT?
3.5 DIE PROBLEMATIK DER ÜBERLIEFERUNG
4 DIE RÖMISCHE EHE IN DER SPÄTEN REPUBLIK
4.1 STATUS UND RECHTE DER FRAU IN ROM
4.2 FORMEN DER EHESCHLIEßUNG
4.2.1 Confarreatio
4.2.2 Coemptio
4.2.3 Usus
4.2.4 Veränderungen und Novitäten
4.3 INTENTIONEN DER EHE UND DER SCHEIDUNG
4.3.1 Heiratspolitik: die politische Zweckehe
4.3.2 Romantik und echtes Glück
4.3.3 Gründe für Scheidungen
4.4 EVOLUTION DER EMANZIPATION ODER MEHR SCHEIN ALS SEIN
5 CICEROS EHE IN BRIEFEN
5.1 INTENTIONEN DER EHESCHLIEßUNG
5.2 ARCANA – WAS VERBORGEN BLEIBT
5.3 CICEROS VERHÄLTNIS ZU SEINER FRAU
5.3.1 Quid de Terentiae morbo comperire possimus
5.3.2 Eheliche Zuneigung und Zugeständnisse
5.3.3 Das Exilium als Grund für beginnende Entfremdung
5.3.4 Die Scheidung als einzige Ausweg
5.3.5 Der letzte Brief an Terentia
5.3.6 De Ciceronis Caerellia necessaria
5.3.7 Die Abwicklung der Scheidung
5.4 ERNEUTE HEIRAT, ERNEUTE SCHEIDUNG – NUR EIN LAPSUS?
5.5 TERENTIAS LEBEN NACH DER SCHEIDUNG
5.6 TULLIAS EHEN, CICEROS KUMMER
6 DIE BILANZ (S)EINER EHE
Diese Arbeit analysiert die römische Ehe der späten Republik anhand der privaten Korrespondenz von Marcus Tullius Cicero, mit besonderem Fokus auf das Scheitern seiner Ehen mit Terentia und Publilia sowie das Schicksal seiner Tochter Tullia. Die Forschungsfrage untersucht, wie sich politische, finanzielle und gesellschaftliche Faktoren auf die Dynamik und den Wandel privater ehelicher Beziehungen auswirkten.
3.1 Der Brief im Allgemeinen
Der Grund für das Schreiben von Briefen war – neben dem Mangel an anderen Kommunikationsformen bei räumlicher Trennung – in erster Hinsicht die amicitia, wobei die Art und Weise des Briefverkehrs (Veranlassung, Inhalt, Form) dem ständigen Wandel der Gesellschaft unterlag und von den daran beteiligten Personen maßgeblich abhing.31
Aus rein handwerklicher Sicht lässt sich feststellen, dass die Briefe meist auf Papyrusblättern geschrieben wurden, die zusammengerollt bzw. gefaltet und versiegelt mehr oder minder zuverlässigen Boten zur Zustellung übergeben wurden.32
Die Schreibanlässe waren auch weitestgehend dieselben wie heute noch: Geburtstagsgrüße, Kondolenzen, Glückwünsche, Hochzeiten etc. Meist waren die Briefe von formelhaften, inhaltsleeren Sentenzen geprägt (nicht jedoch bei Cicero). Das Prä- und Postskript blieb abgesehen von einigen Variationsmöglichkeiten im Grunde immer gleich aufgebaut, wie wir später noch sehen werden.33
1 EXORDIUM – EHE IM RAMPENLICHT: Einleitung in die Problematik politischer Ehen und die Relevanz von Ciceros Scheidung im Vergleich zu modernen Skandalen.
2 METHODIK UND VORGEHENSWEISE: Darlegung des wissenschaftlichen Vorgehens, das sich primär auf die textimmanente Analyse der originalen Briefe stützt.
3 DAS MEDIUM DES BRIEFES: Analyse des Briefwechsels als Instrument der Kommunikation und Quelle für authentische Persönlichkeitsmerkmale.
4 DIE RÖMISCHE EHE IN DER SPÄTEN REPUBLIK: Juristische und soziologische Einordnung der Eheformen und Scheidungspraxis in der römischen Gesellschaft.
5 CICEROS EHE IN BRIEFEN: Detaillierte Untersuchung von Ciceros Ehen mit Terentia und Publilia, unterbrochen von Exkursen zur politischen Situation.
6 DIE BILANZ (S)EINER EHE: Reflexion über die Ergebnisse der Untersuchung im Hinblick auf das Verhältnis zwischen dem Menschen Cicero und seiner Umwelt.
Cicero, Terentia, Tullia, römische Ehe, späte Republik, Briefe, Scheidung, Mitgift, manus, amicitia, Frauenbild, Privatrecht, gesellschaftliche Rolle, Briefanalysen, politische Zweckehe
Die Arbeit untersucht das Eheleben des römischen Politikers Marcus Tullius Cicero, primär basierend auf seinen überlieferten Privatbriefen, um ein Bild der Ehepraxis in der späten Republik zu zeichnen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Eheformen, der rechtlichen Stellung der römischen Frau, der Rolle des Vermögens (Mitgift) und der privaten Korrespondenz als Quelle.
Ziel ist es, die Dynamik, den Wandel und das Scheitern spätrepublikanischer Ehen anhand der detaillierten Analyse von Ciceros privatem Umfeld zu beleuchten.
Es wird eine textimmanente Analyse der Briefe (ad Atticum, ad familiares) angewandt, kombiniert mit einer kritischen Auseinandersetzung mit existierender Sekundärliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine rechtlich-soziale Betrachtung der römischen Ehe und eine spezifische Untersuchung von Ciceros Ehen mit Terentia und Publilia sowie Tullias Ehedrama.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie römische Ehe, Scheidung, Mitgift, Cicero, Terentia, Briefkultur und rechtliche Vormundschaft definieren.
Die Mitgift war für Cicero ein wesentlicher finanzieller Faktor, der sowohl bei der Eheschließung als auch bei der Abwicklung von Scheidungen eine zentrale, oft belastende Rolle spielte.
Der Autor ordnet die tutela als gesellschaftliches Konstrukt ein, das in der Praxis für Frauen der Oberschicht oft nur noch eine formale Farce war.
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