Examensarbeit, 2016
99 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Historischer Exkurs
2.1. Medizinische Verhaltensperspektive
2.2. Behavioristische Verhaltensperspektive
2.2.1. Behaviorismus im 19. Jahrhundert
2.2.2. Behaviorismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
2.2.3. Behaviorismus in den 1950er-Jahren
2.2.4. Behaviorismus in den 1960er-Jahren
2.3. Kognitivistische Verhaltensperspektive
2.4. Neuropsychologische Verhaltensperspektive
2.5. Die aktuelle Perspektive: Verhaltensmodifikation heute
2.5.1. Konsistenz der traditionellen Verhaltensforschung
2.5.2. Der Situiertheitsansatz
2.5.3. Der Situiertheitsansatz und Verhaltensmodifikation
3. Begriffsdefinitionen aus pädagogischer Perspektive
3.1. Verhalten
3.2. Verhaltensstörung
3.3. Intervention
3.4. Verhaltensmodifikation
4. Verhaltensmodifikation als Lernen von Verhalten
4.1. Assoziatives Lernen
4.1.1. Reiz-Reaktions-Lernen
4.1.2. Instrumentelles Lernen
4.2. Kognitives Lernen
4.2.1. Lernen durch Wissensorganisation
4.2.2. Handeln
4.2.3. Problemlösen
4.2.4. Modelllernen
4.3. Situiertes Lernen
5. Steuerbare Verhaltensfaktoren
5.1. Umwelt und Umfeld
5.2. Situation
5.3. Erwartbarkeit von Konsequenzen
5.4. Kognitive Steuergrößen
5.4.1. Selbstwirksamkeit(serwartung)
5.4.2. Wissen
5.4.3. Emotion
5.4.4. Motivation
5.4.5. Selbstbestimmung
5.5. Entwicklungsstand des Kindes
5.5.1. Piaget: Kognitive Entwicklung
5.5.2. Erikson: Persönlichkeitsentwicklung
5.5.3. Kohlberg: Moralentwicklung
6. Diagnostik erwartungsabweichenden Verhaltens
7. Methoden der Verhaltensmodifikation
7.1. Auf Konditionierung basierende Methoden
7.2. Kognitiv orientierte Methoden
7.3. An Modelllernen orientierte Methoden
7.4. An Entspannung orientierte Methoden
7.5. Methode x – Ein Ausblick
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die pädagogische Verhaltensmodifikation im schulischen Kontext, mit dem Ziel, ein tieferes Verständnis für die Steuerung von Schülerverhalten zu entwickeln. Dabei wird der Fokus auf eine schulformübergreifende Perspektive gelegt, die über rein behavioristische Ansätze hinausgeht und kognitive sowie situative Faktoren integriert.
2.2.2. Behaviorismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Auch das 20. Jahrhundert ist für die Verhaltensmodifikation von großer Bedeutung. Bereits zu dessen Anfang hatten Iwan Petrowitsch Pawlow das Modell der klassischen Konditionierung und Edward Lee Thorndike das Modell der instrumentellen Konditionierung entwickelt (vgl. Zimbardo, 2004, 262), die zeigen, dass Verhalten nicht länger rein somatisch, sondern lerntheoretisch begriffen worden und für die Pädagogik brauchbar gemacht worden ist (vgl. MacMillan, 1975, 25f.). Bereits damals wurde das Fundament für moderne Verstärkersysteme gelegt.
Nach MacMillan wurden die im Tierversuch gewonnenen Erkenntnisse der Konditionierung erstmals im Jahr 1920 durch John Broadus Watson im Rahmen einer Angstkonditionierung auf eine menschliche Gefühlsreaktion angewendet. Watson wählte Albert, ein 9 Monate altes, relativ angstfreies Kleinkind für seinen Versuch aus und setzte diesem Probanden eine weiße Ratte vor. Watson konditionierte ein Angstgefühl gegenüber der Ratte, indem er die Berührung der Ratte mit einem lauten metallischen Geräusch koppelte. Durch seine Arbeit erschloss Watson den Begriff des Behaviorismus als wissenschaftliche Disziplin (vgl. MacMillan, 1975, 25). Im Jahr 1924 griff Mary Cover Jones die Arbeit Watsons auf, hatte dabei jedoch nicht die Konditionierung kindlicher Angst, sondern deren Löschung zum Ziel ihrer Forschung gemacht. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Angst nicht nur gelernt, sondern auch verlernt werden könne.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit pädagogischer Verhaltenssteuerung und beschreibt die Motivation des Autors zur Auseinandersetzung mit dem Thema anhand eigener Erfahrungen im sozialen Gruppentraining.
2. Historischer Exkurs: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von Ansätzen der Verhaltensmodifikation nach, beginnend bei medizinischen Paradigmen bis hin zu modernen lerntheoretischen und situativen Ansätzen.
3. Begriffsdefinitionen aus pädagogischer Perspektive: Hier werden zentrale Termini wie Verhalten, Verhaltensstörung, Intervention und Verhaltensmodifikation theoretisch fundiert und kritisch aus pädagogischer Sicht definiert.
4. Verhaltensmodifikation als Lernen von Verhalten: Das Kapitel erläutert lerntheoretische Grundlagen, darunter assoziatives Lernen (Klassische und operante Konditionierung) sowie kognitive Lernformen und Modelllernen.
5. Steuerbare Verhaltensfaktoren: Es werden die Kontextbedingungen und Einflussgrößen beleuchtet, die Verhalten steuern, wie Umwelt, Situation, kognitive Faktoren (Selbstwirksamkeit, Motivation) und der Entwicklungsstand des Kindes.
6. Diagnostik erwartungsabweichenden Verhaltens: Dieses Kapitel unterstreicht die Notwendigkeit einer fundierten Diagnostik und stellt das SORKC-Modell als Analyseinstrument vor.
7. Methoden der Verhaltensmodifikation: Hier wird ein Überblick über praktische Methoden gegeben, die auf Konditionierung, kognitiven Strategien, Modelllernen und Entspannung basieren.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Komplexität der Thematik zusammen und betont die Notwendigkeit einer ethisch verantwortungsbewussten, diagnostisch fundierten und schülerzentrierten Vorgehensweise.
Verhaltensmodifikation, Lerntheorie, Konditionierung, Pädagogik, Verhaltensstörung, Intervention, Kognitivismus, Modelllernen, Verhaltensanalyse, Schulpädagogik, Motivation, Selbstwirksamkeit, Erziehung, Diagnostik, Situiertheitsansatz.
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Verhaltensmodifikation im schulischen Kontext. Sie analysiert, wie Verhalten durch lerntheoretische, kognitive und situative Ansätze beeinflusst werden kann, um Lehrkräften fundierte Handlungsmöglichkeiten zu bieten.
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Verhaltensforschung, die begriffliche Klärung pädagogischer Kernbegriffe, lerntheoretische Erklärungsmodelle sowie die praktische Anwendung von Methoden der Verhaltensbeeinflussung im Unterricht.
Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften ein vertieftes Verständnis für die Mechanismen menschlichen Verhaltens zu vermitteln, um pädagogische Maßnahmen zur Verhaltenssteuerung effektiv, nachhaltig und ethisch vertretbar zu gestalten.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse. Sie integriert Erkenntnisse aus der Lernpsychologie, der Sonderpädagogik, den Neurowissenschaften sowie verhaltenstherapeutische Konzepte, um eine schülerzentrierte Perspektive aufzubauen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Historik, Lerntheorien, Begriffsdefinitionen), die Analyse von Einflussfaktoren (Umwelt, Motivation, Kognition) und die Darstellung praktischer Methoden der Verhaltensmodifikation inklusive notwendiger diagnostischer Schritte.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verhaltensmodifikation, lerntheoretische Ansätze, Pädagogik, kognitive Steuergrößen, schülerzentrierte Intervention und systemische Ansätze charakterisiert.
Das SORKC-Modell wird als ein wertvolles Instrument der Verhaltensanalyse hervorgehoben, das Lehrkräften hilft, auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen für störendes Verhalten systematisch zu identifizieren, um darauf basierend zielgerichtete Interventionen zu planen.
Der Situiertheitsansatz wird als vielversprechende Ergänzung zu rein behavioralen Ansätzen diskutiert, da er den Fokus auf die Interaktion zwischen Individuum und konkreter Situation legt und die Etablierung von Lernenden-Gemeinschaften gegenüber rein extrinsischen Belohnungssystemen bevorzugt.
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