Bachelorarbeit, 2016
48 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Diskussionsanalyse
2.1 Interview
2.2 Herman Gröhe, Bundesgesundheitsminister
2.3 Detlef Scheele, Bundesagentur für Arbeit (BA)
2.4 Jürgen Graalmann, Deutscher Pflegealltag
2.5 Dr. Michael Zaddach, Fachjournalist
2.6 Cornelia Rundt, niedersächsische Sozialministerin
2.7 Reint Gropp, Institut für Wirtschaftsforschung Halle
2.8 Marco Hahn, Paolo Freie Berufsfachschule Berlin
2.9 Wordcloud
3 Administrative Voraussetzungen
3.1 Statistik
3.2 Status der Flüchtlinge
3.3 Bildungshintergrund syrischer Flüchtlinge
3.4 Arbeitsrechtliche Voraussetzungen
3.5 Anerkennung beruflicher Qualifikationen
3.6 Betriebliche Ausbildung und Praktikum
3.7 Reform der Pflegeausbildung
4 Biografische Spuren
5 Gesundheitswesen in Syrien
6 Religiöse Überzeugungen
7 Interkultureller Einsatz und Pflegequalität
7.1 Forschungsstand
7.2 Geschlechterrollen und -verhältnisse
7.3 Kommunikation im multikulturellen Team
7.4 Zukünftiger Bedarf
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob syrische Flüchtlinge eine realistische Lösung für den massiven Fachkräftemangel in der deutschen Pflegebranche darstellen können. Dabei werden sowohl die notwendigen administrativen und rechtlichen Hürden als auch die sozialen und interkulturellen Voraussetzungen einer erfolgreichen beruflichen Integration analysiert.
7.2 Geschlechterrollen und -verhältnisse
Die Geschlechterrollen in Syrien sind abhängig von Wirtschaftsklasse, Familie und Wohnort. Es herrschen Rollenmuster, wie man sie noch aus den 50er- und 60er-Jahren deutscher „Wirtschaftswunder-Zeit“ kennt. Das weibliche Geschlecht ist für Tätigkeiten im Haushalt und für die Erziehung der Kinder zuständig. Das männliche Geschlecht ist im Wesentlichen für das Geldverdienen und die finanzielle Unterstützung der Familie zuständig (vgl. Davis/Alchukr 2014: 6). Kinder arbeiten meistens erst, wenn sie die Schule beendet bzw. abgebrochen haben. Ansonsten helfen Mädchen im Haushalt. Jungen tragen zum Familieneinkommen bei, indem sie z. B. in Lieferservice oder Landwirtschaft nebenher arbeiten (vgl. Davis/Alchukr a. a. O.).
Anders jedoch sieht es in den höheren Schichten der syrischen Gesellschaft aus. Dort gehen auch die Frauen Berufen aus den Bereichen Medizin, Büroarbeit, Regierungsbehörden, Bildung, Laborarbeit, Computerwissenschaften und Sozialarbeit nach.
In städtischen und ländlichen Familien der Mittelschicht gehen weniger Frauen einem Beruf nach. Dies ist besonders so, wenn sie mit der Erziehung ihrer Kinder beschäftigt sind. Diese Frauen entstammen weniger gebildeten Schichten, haben deswegen auch geringere Chancen auf eine qualifizierte Arbeitsstelle (vgl. Davis/Alchukr a. a. O.). In ländlichen Regionen verrichten Frauen neben ihrer Arbeit im Haushalt auch Arbeiten bei Familien außerhalb des Hauses, in der Landwirtschaft, und sogar Tätigkeiten zur Lebensunterhalssicherung und Existenzsicherung. Strenggläubige Syrer, ̶ sowohl Christen als auch Muslime, sind häufig auf alte Rollenbilder festgelegt. Bei ihnen haben Frauen vornehmlich die Pflicht, sich um die Kinder zu kümmern und zuhause zu bleiben. Der Umgang der Geschlechter in höheren Bildungsschichten ist unverkrampfter. Christen, Muslime und nicht religiöse Drusen gehen leichter miteinander um. Jedoch verkehren konservative Musliminnen, welche weniger Bildung genossen haben, überhaupt nicht mit Männern, die außerhalb ihres Familienverbundes stehen (vgl. Davis/Alchukr 2014: 7).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Fachkräftemangel in der Pflege und stellt die Forschungsfrage, ob Flüchtlinge eine Chance zur Deckung dieses Bedarfs bieten.
2 Diskussionsanalyse: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Expertenmeinungen aus Politik und Praxis mittels Interviews und einer Wordcloud-Methode, um die Kontroverse um die Integration von Flüchtlingen darzustellen.
3 Administrative Voraussetzungen: Es werden die statistischen Grundlagen, der rechtliche Status, der Bildungshintergrund sowie die Anerkennung von Qualifikationen und die Reform der Pflegeausbildung beleuchtet.
4 Biografische Spuren: Dieser Abschnitt thematisiert die psychischen Folgen von Flucht und Traumatisierung sowie deren Auswirkungen auf die Eignung für den Pflegeberuf.
5 Gesundheitswesen in Syrien: Es wird der Zustand des syrischen Gesundheitssystems vor und während des Krieges betrachtet, um Rückschlüsse auf die berufliche Vorbildung syrischer Flüchtlinge zu ziehen.
6 Religiöse Überzeugungen: Das Kapitel bietet einen Überblick über die religiöse Vielfalt in Syrien und zeigt, dass eine prinzipielle Akzeptanz untereinander besteht.
7 Interkultureller Einsatz und Pflegequalität: Es wird die Auswirkung von Multikulturalität auf Pflegeteams, Kommunikationsbarrieren sowie Geschlechterrollen und zukünftige Bedarfe diskutiert.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Flüchtlinge eine Bereicherung für das Pflegesystem darstellen können, sofern eine fundierte Ausbildung und Begleitung stattfindet.
Flüchtlinge, Pflege, Fachkräftemangel, Integration, Arbeitsmarkt, Syrien, interkulturelle Pflege, Ausbildung, Multikulturalität, Sprachbarrieren, Migration, Gesundheitswesen, Pflegeberuf, Traumatisierung, Fachkräfte.
Die Arbeit untersucht, ob die Integration syrischer Flüchtlinge in das deutsche Pflegesystem eine realistische Lösung für den akuten Fachkräftemangel in Deutschland sein kann.
Zentrale Themen sind die administrative und rechtliche Situation von Asylbewerbern, die Analyse des syrischen Bildungssystems, die psychischen Folgen von Flucht sowie die interkulturelle Dynamik in Pflegeteams.
Das primäre Ziel ist es, Chancen und Probleme bei der beruflichen Integration syrischer Flüchtlinge in der Pflege zu identifizieren und die Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung zu definieren.
Der Autor stützt sich auf eine Diskussionsanalyse (Experteninterviews), eine Auswertung qualitativer Studien zur Teamarbeit sowie auf statistische Daten des BAMF und anderer Institutionen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der administrativen Rahmenbedingungen, eine Auseinandersetzung mit den biographischen Voraussetzungen der Flüchtlinge sowie eine Untersuchung zur interkulturellen Zusammenarbeit.
Die wichtigsten Schlagworte sind Integration, Pflege, Fachkräftemangel, syrische Flüchtlinge, Arbeitsmarktzugang und interkulturelle Kompetenz.
Der Autor thematisiert die traumatische Belastung vieler Flüchtlinge, verweist jedoch auch auf das Konzept des „posttraumatischen Wachstums“, das unter professioneller Begleitung eine berufliche Integration ermöglichen kann.
Die Sprache wird als kritische Barriere identifiziert. Mangelnde Deutschkenntnisse können laut den zitierten Studien zu Fehlkommunikation und sozialen Exklusionsprozessen im Team führen.
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