Bachelorarbeit, 2016
68 Seiten, Note: 1,8
1 Mobbing
1.1 Definitionen und Abgrenzung der Begrifflichkeit Mobbing
1.2 Hierarchische Positionen von Mobbingtätern
1.2.1 Mobbing auf vertikaler Ebene top down
1.2.2 Vertikales Mobbing bottom up
1.2.3 Mobbing auf horizontaler Ebene
1.3 Verlauf eines typischen Mobbingkonfliktes
1.3.1 Phase 1: Tägliche Konflikte, einzelne Unverschämtheiten und Gemeinheiten
1.3.2 Phase 2: Mobbing und Psychoterror setzen ein
1.3.3 Phase 3: Rechtsbrüche durch Über- und Fehlgriffe der Personalverwaltung
1.3.4 Phase 4: Ärztliche und psychologische Fehldiagnosen
1.3.5 Phase 5: Ausschluss des Gemobbten
1.3.6 Kritische Betrachtung des Phasenmodels
1.4 Auswirkungen von Mobbing
1.4.1 Auswirkungen auf das Individuum
1.4.2 Auswirkungen auf die Organisation und die Gesellschaft
1.5 Zusammenfassende Betrachtungen
2 Bedingungen und Ursachen für das Entstehen von Mobbing
2.1 Gesellschaftliche Ursachen
2.2 Bedingungen und Ursachen im Individuum
2.3 Bedingungen und Ursachen in betrieblichen Rahmenbedingungen
2.3.1 Ursachen im System der Arbeitsorganisation und Betriebsklima
2.3.2 Ursachen im Führungsverhalten
2.4 Zwischenfazit
3 Präventionsmaßnahmen
3.1 Führungskräftetraining und Leitungsstil
3.2 Personalauswahl
3.3 Zusammensetzung von Teams
3.4 Mitarbeitergespräche und Personalentwicklung
3.5 Gesundheitszirkel
3.6 Anlaufstellen
3.7 Betriebsvereinbarungen
3.8 Zusammenfassung vorbeugender Maßnahmen
4 Interventionen gegen Mobbing
4.1 Analyse des Mobbinggeschehens
4.2 Abgestuftes Konfliktmanagement
4.2.1 Konfliktinterventionen im Verlaufsmodell Leymann
4.2.2 Konfliktinterventionen im Phasenmodell Glasl
4.2.3 Zwischenfazit
4.4 Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretungen
4.5 Maßnahmen, wenn der Vorgesetzte selbst betroffen ist
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit besteht darin, praxisorientierte Handlungsstrategien für Führungskräfte zur Prävention und Intervention bei Mobbing am Arbeitsplatz aufzuzeigen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Vorgesetzte Mobbingsituationen frühzeitig erkennen, Ursachen analysieren und effektiv auf Mobbingprozesse reagieren können, wobei sie ihre Verantwortung als Führungsperson wahrnehmen müssen.
1.2 Hierarchische Positionen von Mobbingtätern
Ein wichtiges Kriterium von Mobbing ist, dass es in Gruppen mit Zwangscharakter, so im Kontext von beispielsweise dem Arbeitsplatz oder der Schule entsteht. Hier besteht eine Zwangsgemeinschaft mit Hierarchieebenen, aus der die Betroffenen nicht einfach heraustreten können. Mobbing kann alle Hierarchieebenen treffen und auch von allen Hierarchieebenen ausgehen.20 Nach einer Repräsentativstudie der Bundesrepublik Deutschland geht das Mobbing in über der Hälfte aller Fälle vom Vorgesetzten selbst oder unter ihrer Mitwirkung aus. Knapp unter 50 % mobben Kollegen oder eine Gruppe von Kollegen. In beiden genannten Fällen kommt es häufig zu einer Verbindung von Vorgesetzten und Untergebenen als Mobbingtäter. In nur 2,3 % erfolgte das Mobbing aus einer niedrigeren Hierarchiestufe.21 Grundsätzlich ist die Diagnose, wer wen mobbt, der erste Schritt, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
1 Mobbing: Definition und systematische Eingrenzung des Begriffs Mobbing sowie Darstellung des Verlaufs, der verschiedenen Akteure und der individuellen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen.
2 Bedingungen und Ursachen für das Entstehen von Mobbing: Untersuchung der multiplen Ursachenfaktoren für Mobbing, unterteilt in gesellschaftliche Einflüsse, individuelle Dispositionen und betriebliche Rahmenbedingungen inklusive Führungsverhalten.
3 Präventionsmaßnahmen: Vorstellung von Strategien zur vorbeugenden Verhinderung von Mobbing, wie etwa Führungskräftetraining, gesundheitsfördernde Maßnahmen und die Etablierung betrieblicher Anlaufstellen.
4 Interventionen gegen Mobbing: Analyse konkreter Handlungsmöglichkeiten bei akuten Mobbingfällen unter Anwendung von Konfliktmanagement-Modellen, rechtlichen Rahmenbedingungen und der Zusammenarbeit mit Personalvertretungen.
Mobbing, Bossing, Staffing, Führungskräfte, Prävention, Intervention, Arbeitsplatz, Betriebsklima, Konfliktmanagement, Personalentwicklung, Gesundheit, Verlaufsmodell, Leymann, Glasl, Unternehmenskultur.
Die Arbeit untersucht die Rolle von Führungskräften bei der Prävention und Bewältigung von Mobbing am Arbeitsplatz, basierend auf der Prämisse, dass Mobbing eine zentrale Leitungsaufgabe ist.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Mobbing, der Analyse von Ursachen, wirksamen Präventionsmaßnahmen und konkreten Interventionsmöglichkeiten in Mobbingprozessen.
Das Ziel ist es, Führungskräften ein Verständnis für Mobbingprozesse zu vermitteln und ihnen einen Katalog an Handlungsstrategien zur Verfügung zu stellen, um effektiv gegen Mobbing vorzugehen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Anwendung etablierter Modelle, insbesondere der Verlaufsmodelle von Leymann und der Konfliktphasenmodelle von Glasl.
Der Hauptteil analysiert die Entstehungsbedingungen von Mobbing, stellt präventive Strukturen wie Gesundheitszirkel oder Betriebsvereinbarungen vor und erörtert Interventionsmethoden für unterschiedliche Mobbingphasen.
Wichtige Begriffe sind Mobbingprävention, Konfliktmanagement, Führungskräfteverantwortung, betriebliche Rahmenbedingungen und Arbeitsklima.
Die Abgrenzung ist notwendig, da Mobbing als systematischer, über einen längeren Zeitraum stattfindender Prozess mit dem Ziel des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis definiert ist, während normale Konflikte meist auf eine Lösung abzielen.
Die Führungskraft trägt die Verantwortung für das Betriebsklima und die Fürsorgepflicht; sie kann durch Wegsehen Mobbing fördern oder durch gezieltes Handeln und klare Führungskultur frühzeitig unterbinden.
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